Corona

Dünger, Saatgut, Pflanzenschutzmittel: Keine Engpässe

Die Coronaepidemie hat Deutschland fest im Griff. Engpässe bei der Versorgung mit Pflanzenschutzmitteln, Dünger oder Saatgut gibt es derzeit aber nicht.

Die meisten Landhändler haben sich bereits vor Monaten mit den wichtigsten Produkten eingedeckt – also weit vor dem Ausbruch der Pandemie. Sowohl im Agrarhandel vor Ort als auch in den Binnenhäfen sind die Depots gut gefüllt. Ähnlich ist die Situation auf den landwirtschaftlichen Betrieben. „Dort sind die Hallen gut gefüllt und die Betriebsleiter warten auf gutes Wetter, um in die Frühjahrsbestellung starten zu können“, berichtet Jan Peters vom agrarfax, der die Situation derzeit kritisch beobachtet. "Sowohl bei Pflanzenschutzmitteln als auch bei Saatgut und Düngemitteln sehen wir die Bevorratung im Inland aktuell als ausreichend gegeben", so Bernd Homann, Pressesprecher der Agravis.

Lediglich bei einigen Düngern wie granuliertem Harnstoff kann es Lieferschwierigkeiten geben, heißt es bei einigen Händlern. Zudem ist die Logistik angespannt, weil die ein oder andere Speditionen den Transport eingestellt hat. "Im Moment funktioniert die Lieferkette wie gewohnt. Etwas mehr Puffer bei den Bestellungen einzuplanen, ist allerdings kein Fehler", rät Jürgen Scholz vom Pflanzenschutzhersteller Belchim.

Kein Grund zur Panik

Hamsterkäufe im hiesigen Landhandel sind die Ausnahme. Bei der BASF hat man allerdings in Frankreich und Polen eine erhöhte Nachfrage registriert und führt das auf Corona zurück. Dennoch gibt sich Pressesprecher Markus Röser gelassen: „Ein großer Teil der Produkte für die bevorstehende Saison 2020 ist bereits formuliert und befindet sich im Land.“ Es gebe daher keinen Grund für Panik.

Beim Düngerproduzenten Yara ist von einer angespannten Lage ebefalls nichts zu spüren. Das Unternemen verweist aber auf eine hohe Nachfrage in Brasilien und den USA. Hinzu komme, dass China wegen des Virus nur begrenzt Stickstoffdünger exportiere. Daher würden die Preise für Stickstoffdünger auf den internationalen Märkten steigen. Landwirte sollten daher Ihren Bedarf frühzeitig mit Ihrem Handelspartner abstimmen.

Jan Peters vom agrarfax ordnet die Lage etwas anders ein. Da die meisten Betriebe derzeit kaum Dünger nachfragen, halten sich die preistreibenden und preissenkenden Faktoren in Deutschland noch die Waage. „Ich würde die Situation beobachten, aber nicht voreilig Ware horten“, rät der Marktanalyst.

Viel Spekulation im Spiel

Auch wenn die Versorgungslage derzeit kein Grund zur Beunruhigung gibt, befürchten einige Unternehmen: Sollten wichtige Transportketten zusammenbrechen, könnte Corona Spuren in der Herbstbestellung hinterlassen. "Zum jetzigen Zeitpunkt ist das aber spekulativ“, bringt es Unternehmenssprecher Heinz Breuer von Bayer auf den Punkt. "Die Versorgung für das Herbstgeschäft muss auf Grundlage des weiteren Verlaufs der Corona-Thematik und deren Auswirkungen auf die internationalen Logistik- und Handelsstrukturen weiter beobachtet werden, fügt Homann hinzu.

Auf agrarfax.de und topagrar.de halten wir Sie täglich über die aktuelle Lage auf dem Laufenden.

Anmerkung: Einige Unternehmen haben uns angesichts der schwierigen Situation im eigenen Betrieb erst verspätet Rede und Antworten stehen können. Aufgrund der Aktualität haben wir uns entschlossen, Ihnen die wichtigsten Infos so früh wie möglich zur Verfügung zu stellen und die verspäteten Statements im Nachgang zu ergänzen.


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