EU-Wahl 2019

Europawahlen: AgrarBündnis wünscht sich Systemwechsel

Naturschutz-, Ökolandbau- und alternative Bauernverbände hoffen mit der Europawahl auf einen Systemwechsel in der Agrarpolitik.

Bei den anstehenden Wahlen zum Europaparlament sollten sich die Bürger nach Ansicht des Zusammenschlusses „AgrarBündnis“ für den Erhalt bäuerlicher Betriebe, eine weitere Ökologisierung der gesamten Landwirtschaft, den Ausbau artgerechter Tierhaltung, fairen Handel, mehr Klimaschutz und gutes Essen entscheiden. Dazu gehöre auch die Anpassung des Fleischkonsums an die nachhaltige Leistungsfähigkeit des Ernährungssystems.

Die Vertreter von Landwirtschaft, Umwelt- und Tierschutz, Verbraucher- und Entwicklungspolitik rufen zur Beteiligung an der Wahl auf, damit das neue Parlament den „überfälligen ökologischen wie sozialen Systemwechsel im Agrar- und Ernährungsbereich einleitet“, heißt es.

Liste der Mitgliedsverbände des Agrarbündnisses

Aus Sicht der kritischen Verbände hat der Agrarausschuss des Europaparlaments extrem rückwärtsgewandte Vorschläge gemacht. Insbesondere die konservativen Abgeordneten seien „traurige Vorreiter“ gewesen. Während eine Mehrheit der Bevölkerung sich dafür ausspreche, dass Fördermittel für die Landwirtschaft an konkrete Leistungen für Umwelt- und Tierschutz gebunden werden, soll nach den aktuellen Vorschlägen aus Brüssel weiterhin der überwiegende Teil der 60 Milliarden Euro pro Jahr ohne jegliche Kriterien – quasi „bedingungslos“ – pro Hektar Fläche verteilt werden. Davon profitierten landwirtschaftliche Betriebe, die viel Fläche besitzen, anstatt Bauern, die sich mehr als gesetzlich gefordert für Umwelt- und Tierschutz einsetzen.

Die Wahl müsse, so der Vorstand des AgrarBündnisses, dazu genutzt werden, ein neues Parlament zu wählen, das der kommenden Agrarreform ein wirklich gerechtes, ökologisch und sozial nachhaltiges Format gibt.

Die Redaktion empfiehlt

Am Donnerstag hat das Agrar Bündnis seinen diesjährigen "Kritischen Agrarbericht" vorgestellt. Stellvertretend für die Gruppe sprachen Bernd Voß (AbL), Thomas Schröder (Tierschutzbund) und...


Diskussionen zum Artikel

von Egon Kaiser

Die Mehrheit der Landwirte lebt von der Tierhaltung in Ställen die dem bisherigen Stand der Technik und der guten landwirtschaftlichen Praxis entsprechen und sind an diese auch wirtschaftlich noch über Jahre gebunden. Die Vielzahl der profitierenden Betriebe beschränkt sich doch sehr ... mehr anzeigen

von Ottmar Ilchmann

@Egon Kaiser

Das Agrarbündnis setzt sich sehr wohl für die Mehrheit der Landwirte ein! Von einer Abkehr von der Auszahlung der Flächenprämien nach dem Gießkannenprinzip würden eine Vielzahl kleinerer und mittlerer Betriebe profitieren. Bremser sind hier die Besitzstandswahrer mit großer ... mehr anzeigen

von Egon Kaiser

Eine Schlagzeile währe hier nur wenn sich das Agrarbündnis für die Mehrheit der Landwirte einsetzen würde.

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