Label

Gemeinsame Haltungskennzeichnung der Supermärkte gestartet

Seit heute setzen Aldi, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto, Penny und Rewe auf eine gemeinsame Haltungskennzeichnung mit vier Stufen.

Mehrere Supermarkt-Ketten bieten ab sofort freiwillig eine Kennzeichnung auf Fleischwaren an. Die vier Farb-Kennzeichen von Aldi, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto, Penny und Rewe sollen Auskunft über das Leben des Schlachttieres geben.

Die erste Stufe "Stallhaltung" entspricht den gesetzlichen Anforderungen. Fleisch, das mit der Stufe 2 - "Stallhaltung plus" - gekennzeichnet ist, sichert Tieren unter anderem mindestens zehn Prozent mehr Platz und zusätzliches Beschäftigungsmaterial. Stufe 3 "Außenklima" garantiert Tieren noch mehr Platz und Frischluft-Kontakt. Bei der Stufe 4 "Premium" haben die Tiere auch Auslaufmöglichkeiten im Freien. Biofleisch etwa soll in diese Stufe eingeordnet werden.

Der Handel setzt damit auf eine eigene Lösung, weil das staatliche Tierwohllabel des Bundesagrarministeriums zu lange auf sich warten ließ. Das BMEL stellt jedoch klar, dass es sich beim Haltungskennzeichen des Handels - anders als beim staatlichen Tierwohlkennzeichen - nicht um ein neues Tierwohllabel, sondern lediglich um ein "Sortiersystem" handelt. Insofern nehme die Haltungskennzeichnung das staatliche Tierwohllabel nicht vorweg.

Kritik kommt u.a. von Foodwatch. Die Kennzeichnung garantiere nicht, dass es den Tieren gut geht. Und die Grünen sind der Ansicht, dass mit dem heute gestarteten Handelslabel das staatliche Tierwohlkennzeichen von Agrarministerin Julia Klöckner gescheitert sei. Rosi Steinberger, Landtagsabgeordnete der Grünen in Bayern, mahnt allerdings, dass die Haltungskennzeichnung der Supermärkte nur ein Übergang sein dürfe. Ihrer Meinung nach sind die Vorgaben viel zu lasch und garantierten keine bessere Tierhaltung.

Hintergrund

Die gemeinsame Kennzeichnung ordnet bestehende Qualitätssicherungs-, Tierwohl- und Bioprogramme für Schweine, Rinder und Geflügel nach einem für alle Teilnehmer gültigen Anforderungskatalog in einem vierstufigen System ein. Die Organisation der Kennzeichnung erfolgt über die Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung mbH. Diese ist auch Trägerin der Initiative Tierwohl.

Die Kennzeichnung „Haltungsform“ ist so konzipiert, dass sie grundsätzlich vereinbar ist mit der geplanten staatlichen Tierwohlkennzeichnung. Die „Haltungsform“ steht weiteren Unternehmen offen. Vollständige Informationen zu den Kriterien der einzelnen Stufen erhalten Verbraucher auf der Webseite zur Haltungsform unter www.haltungsform.de.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Willy Toft

Ob das Fleisch trotzdem schmeckt?

Der Irrsinn nimmt seinen Lauf, auch am 1. April!

von Kirsten Wosnitza

Politikversagen

Nennt man das.

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