Berlin

Grüne Woche wird als Dialogplattform drängende Themen behandeln

Als Mittler zwischen den verschiedenen Ansichten zur Landwirtschaft sieht sich die Grüne Woche, die am 17. Januar in Berlin startet. Die Messe werde immer wichtiger, leider auch Ziel von Tierrechtlern

Gefragt wie lange nicht mehr sieht Lars Jaeger die Funktion der Internationalen Grünen Woche (IGW) als Plattform für den Austausch von Meinungen. „Wir gehen davon aus, dass die gegenwärtige Auseinandersetzung um den künftigen Weg der Landwirtschaft auch im Fokus der Messe 2020 stehen wird“, sagte der zuständige Projektleiter im Gespräch mit AGRA-EUROPE.

Jaeger erinnerte an die jahrzehntelangen Erfahrungen mit der Grünen Woche als neutrale Mittlerin zwischen unterschiedlichen Positionen. Die gesellschaftliche Diskussion über die und mit der Landwirtschaft sowie die Vermittlung auch voneinander abweichender Standpunkte innerhalb der Branche seien von jeher ein Kernanliegen der Ausstellung gewesen. Voraussetzungen dafür seien Sachlichkeit und gegenseitiger Respekt auf allen Seiten. „Ich habe den Eindruck, dass Versachlichung der teilweise hitzig geführten Auseinandersetzung gut tun würde“, so Jaeger.

Die Grüne Woche biete dafür eine hervorragende Gelegenheit. Dies gelte auch dann, wenn um die Messe herum größere Kundgebungen stattfinden sollten: „Wir laden die Vertreter ein, kommen Sie zu uns und bringen Sie in den zahlreichen Foren Ihre Anliegen vor.“ Jaeger räumte ein, dass zuletzt auch die Grüne Woche zur Zielscheibe der Kritik bestimmter Gruppierungen geworden sei. Als Kernthema der diesjährigen Messe bezeichnete der Projektmanager den Klima- und Ressourcenschutz. Kaum ein Ausstellungsbeitrag komme an diesen Fragen vorbei.

Die Internationale Grüne Woche 2020 öffnet am 17. Januar ihre Tore und dauert bis zum 26. Januar.

Keine Kommunikationsbereitschaft

Jaegers Angaben zufolge ist die Tierhalle Anlass für teilweise polemische Angriffe von Tierschützern geworden. Anstatt das Gesprächsangebot mit den Messeverantwortlichen anzunehmen, zeigten die Kritiker bislang keinerlei Kommunikationsbereitschaft. Ihnen gehe es stattdessen darum, überwiegend unsachliche Attacken über die sozialen Medien gegen die Präsentation von Tieren auf der Grünen Woche zu fahren.

Gerade auf der vergangenen Messe sei dies sehr deutlich geworden. Dies sei umso unverständlicher, als man seit Jahren Verbesserungen für die insbesondere in der Halle 25 präsentierten Tiere umsetze. Belege dafür seien eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung und eine umfassende veterinärmedizinische Versorgung.

Ungeachtet der teilweise polemischen Angriffe etwa über Facebook werde die Messe Berlin den Kritikern Rede und Antwort stehen. „Tiere sind für die Zukunft der Grünen Woche von elementarer Bedeutung“, betonte der Projektleiter. Er räumte ein, dass daneben stetig steigende Veterinärauflagen der Messegesellschaft zu schaffen machten.

Aktuell habe das Schweinepestgeschehen in Osteuropa die Verantwortlichen veranlasst, nach 2019 erneut keine Schweine auf der Grünen Woche auszustellen. Das Risiko sei einfach zu groß. Höhepunkt der Tierhalle ist in diesem Jahr die 4. Bundesschau der Robustrinderrassen vom 17. bis 19. Januar.

Landwirtschaft als Problemlöserin

Den ErlebnisBauernhof in Halle 3.2 nannte Jaeger als Beispiel für die dominierende Rolle, die der Klimaschutz mittlerweile auf der Grünen Woche einnehme. Die Besucher bekämen einen Einblick, wie die Landwirtschaft in diesem Bereich Verantwortung übernehme und wie sie ihrer Rolle als „Problemlöserin“ gerecht werden wolle.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) werde seine Klimaschutzstrategie mit Leben erfüllen und zusammen mit dem Forum Moderne Landwirtschaft (FML) und seinen 40 Partnern demonstrieren, was Landwirte schon heute tun, um klimagerecht zu wirtschaften.

Für die Vermittlung zwischen Landwirtschaft und Verbrauchern würden erneut 100 AgrarScouts sorgen, die den Besuchern als kompetente Gesprächspartner über alle Aspekte der Landwirtschaft zur Verfügung stünden. Für den Zentralverband Gartenbau (ZVG) mit seinem Leitthema „Klima2go“ stünden Zukunftsfragen beim bevorstehenden Messeauftritt ebenso im Mittelpunkt wie für die Lebensmittelbranche bei ihrer nunmehr dritten „Trendshow“ auf der Grünen Woche.

Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) und der Lebensmittelverband Deutschland präsentieren laut Jaeger Beispiele, wie Anforderungen an die Nachhaltigkeit, aber auch an die Gesundheit und soziale Verantwortung mit geschmacklicher Vielfalt in Einklang zu bringen seien.


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