Ärger

Landvolk fordert echten Ausgleich der Gänseschäden

Für Touristen und Naturliebhaber sind die Gänse ein beliebtes Naturschauspiel, den Landwirten verursachen sie handfeste Schäden

In Ostfriesland sowie im weiteren Küstenraum und an den großen Flussläufen erneuern Landwirte die Forderung nach einem Ausgleich der durch Gänse verursachten Schäden. Nonnen- und Graugänse haben sich deutlich vermehrt, der gute Erhaltungszustand ist bei diesen Arten bei weitem erreicht. Eine für alle betroffenen Landwirte befriedigend geregelte Abwicklung der verursachten Schäden dagegen lässt weiter auf sich warten.

Das Landvolk Niedersachsen verweist auf die bereits vorhandenen Modelle zur Schadenseinschätzung und will die bisher praktizierten Obergrenzen oder Selbstbehalte einer ebenso grundlegenden Überprüfung unterziehen wie die bislang gültigen Gebietskulissen. „Landwirte, die auf ihren Flächen Gänseschäden erleiden, müssen dafür ohne Wenn und Aber den finanziellen Schaden ausgeglichen bekommen“, sagt Carl Noosten. Er bewirtschaftet bei Dornum an der ostfriesischen Küste einen Ackerbaubetrieb. Dort verursachen die Gänse ebenso deutliche Schäden wie auf den Wiesen und Weiden in der Grünlandregion.

Im Ackerbau schädigen die Gänse die Winterkulturen wie Winterweizen oder Winterraps, auf dem Grünland fressen sie das Futter weg und schädigen die Grasnarbe. Die Tiere haben sich in den vergangenen Jahrzehnten dank des uneingeschränkten Schutzstatus nicht nur exponentiell vermehrt, sie bleiben mittlerweile auch häufig in den hiesigen Küsten- und Flussmarschen, um sich hier dem Brutgeschäft zu widmen. „Wir haben also mehr Gänse, und sie bleiben länger vor Ort, damit sind die Schäden in zweifacher Hinsicht gestiegen“, verdeutlicht Noosten.

Für Touristen und Naturliebhaber sind die Gänse ein beliebtes Naturschauspiel, den Landwirten verursachen sie handfeste Schäden. „Es gibt genügend Modelle zur Schadenseinschätzung, allein der bisher angebotene Ausgleich bleibt weit hinter dem tatsächlichen Schadausmaß zurück“, kritisiert Noosten. Das Land habe diesen Bedarf mittlerweile erkannt, es müsse nun unabhängig von der Gebietskulisse zu seinen Zusagen stehen. Die bisherigen Schutzbemühungen wertet Noosten als großer Erfolg für den Artenschutz und warnt davor, dass sich die Gänse auf Kosten der Wiesenbrüter oder anderer Arten noch weiter vermehren könnten.

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Das niedersächsische Innenministerium hatte zwei Milchbauern 39.000 Euro Entschädigung für Gänseschäden zugesagt. Das Umweltministerium ist dagegen und zog vor Gericht.


Diskussionen zum Artikel

von Gerd Uken

@ Renke Hubschrauber auch nicht.

Die sind erlaubt in Vogelschutzgebieten, das womit du Krach machen Willst aber nicht. Und leider halten die Gänse sich nicht an die Grenzen und außerhalb der Schutzgebiete gibtces keinen Vertragsnaturschutz- das das bisherige System nicht funktioniert sollten alle begriffen haben

von Renke Renken

Böller und

Sylvesterraketen mögen die Dinger gar nicht.

von Gerd Uken

In einem Punkt

Widerspreche ich und zwar bleiben sie nicht nur länger vor Ort sondern die Graugans brütet hier schon seit Jahren. Zu beobachten am Großen Meer und auch an der Hieve. Und das bedeutet nicht nur Kot im Futter!!

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