planet e.

"ZDF-Doku über den Kampf für Sortenvielfalt auf den Äckern

Auf der Welt gibt es unzählige Sorten, die Landwirtschaft nutzt aber nur einen immer gleichen Bruchteil dieser Vielfalt. Die ZDF-Doku planet e. "Vielfalt vom Feld - Wie alte Sorten unser Überleben sichern" begleitet Forscher bei der Sicherung alter Genetik.

Gibt es Rettung für die Vielfalt auf den Äckern?, fragt das ZDF-Magazin planet e. und begleitet Forscher und Landwirte in ihrem Kampf für die Sortenvielfalt. Zu sehen ist die Dokumentation Sonntag-Nachmittag um 16.30 Uhr im ZDF. Der Film zeigt auf, dass die alten Nutzpflanzen einen unverzichtbaren Beitrag für die Ernährungssicherheit leisten.

Weltweit setzen Bauern auf Menge statt auf Vielfalt. Immer weniger robuste Sorten werden angebaut. Weizen, Mais und Gerste machen rund die Hälfte der täglich zugeführten Kalorien aus. Die deutsche Landwirtschaft bedient sich 25 verschiedener Getreide-, 70 Gemüse- und 30 Obstpflanzen. Die Bauern könnten aus einer Fülle von einigen 10.000 Pflanzenarten weltweit schöpfen. Doch angebaut werden zumeist nur ertragreiche Hochleistungssorten, heißt es in der Sendung.

Während der Apfel vor einem Jahrhundert noch in gut 1000 verschiedenen Sorten angebaut wurde, zählt die weltweite Züchtung heute gerade mal sechs Apfelsorten, die für den Massenkonsum geeignet sind.

Agrar-Experte Prof. Dr. Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung setzt sich mit den Reisbauern im philippinischen Hochland dafür ein, die traditionellen Reisterrassen zu bewahren. Dieses Weltkulturerbe kommt als geschlossenes Ökosystem ohne Dünger und Pestizide aus. Doch die riesigen Monokulturen im Tiefland dominieren mit Höchsterträgen - dort wird gespritzt und gedüngt, so planet e. weiter.

Um das komplette Aussterben der alten Sorten zu verhindern, sammelt Dr. Ulrike Lohwasser vom Leibniz-Institut für Pflanzengenetik die Samen. In der institutseigenen Genbank lagern bei minus 18 Grad Celsius 150.000 verschiedene Muster von fast 3000 Pflanzenarten. Die Sammlung in Gatersleben gehört zu den weltweit größten Einrichtungen ihrer Art - ohne solche Banken würde die genetische Vielfalt alter Sorten unwiederbringlich verloren gehen.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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von Rudolf Rößle

Personalmangel

Spezialisierte Betriebe, die keine Arbeitszeit frei haben, können so etwas nicht leisten. Zusätzliches Wissen und noch mehr Bestellarbeit sind erforderlich. Das ist Liebhaberarbeit und wird zu hohen Preisen im Direktverkauf getätigt oder als Geschenke für Freunde und Verwandte, die dann auch mal bereit sind mit anzupacken bei der Saat und Ernte.

von Lars Henken

Anbauen was niemand kaufen will?

Natürlich ist es sinnvoll die genetische Vielfalt zu erhalten, aber wie soll ein Landwirt das leisten? Natürlich könnte ich meine Fruchtfolge weiter stellen, könnte Runkelrüben, Dinkel, Emmer und was weiß ich nicht alles in die Fruchtfolge aufnehmen. Das Problem ist nur, dass solche Produkte so gut wie nicht vermarktbar sind. Solche Dinge mögen auf Bio-Betrieben mit Direktvermarktung funktionieren, aber doch nicht für die Masse der Landwirtschaft. Für den Landwirt ist es in erster Linie wichtig einen guten Deckungsbeitrag zu erzielen. Ich muss die Löhne meiner Mitarbeiter und den Unterhalt meiner Familie erwirtschaften, da soll ich ein solches Risiko eingehen, um dann auf Produkten sitzen zu bleiben die niemand in relevanten Mengen kaufen möchte? Danke, aber nein danke.

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