Start-up

Kohle fürs Klima

Das Start-up „Kohlekumpels“ setzt auf Lebensmittel mit einem positiven CO2-Fußabdruck. Pflanzenkohle soll dabei helfen, Landwirten fruchtbareren Boden und mehr Kohle zu bescheren.

Bodenfruchtbarkeit ist die Grundlage für wirtschaftlichen Ackerbau. Darum ist wohl jeder Landwirt darum bemüht, seinen Boden zu schützen und die Fruchtbarkeit seines Ackers zu erhalten oder gar zu verbessern. Von dieser gängigen landwirtschaftlichen Praxis bekommt der Verbraucher jedoch nichts mit, wenn er abgepacktes Brot oder Kartoffeln einkauft. Ein Problem, das die Gründer des Start-ups „Kohlekumpels“ angehen wollen.

Hinter dem Unternehmen aus dem Allgäu stehen Daniel Ziegler und Michel Konder. Gemeinsam mit einem fünfköpfigen Team wollen sie Landwirten helfen, ihre Böden zu verbessern, klimaschädliches CO2 aus der Atmosphäre zu ziehen und gleichzeitig dem Verbraucher davon erzählen. Ihre Grundidee basiert auf dem Einsatz von Pflanzenkohle und Humusaufbau. „Unser Ziel ist es, den CO2-Fußabdruck eines Lebensmittels positiv werden zu lassen und durch Humusaufbau die Bodenfruchtbarkeit langfristig zu steigern“, erklärt Ziegler. Durch das Ausbringen von Pflanzenkohle auf den Acker soll mehr CO2 im Boden gespeichert werden, als bei der Erzeugung, Verpackung und dem Transport des Lebensmittels ausgestoßen wird. Die so erzeugten Produkte erhalten das Label des Start-ups und die Bezeichnung „klimapositiv“. Beides zusammen soll den Verbraucher dazu anhalten, einen höheren Preis zu zahlen.

KLIMASCHUTZ IM FOKUS

Ziegler hat zwar von Haus aus eine Verbindung zur Landwirtschaft, hinter der Gründungsidee steckt aber etwas anderes: „Es hört sich etwas schmalzig an, aber ich wollte in Nachhaltigkeit und die Zukunft meiner Kinder investieren.“ Dafür sehen die beiden Diplominformatiker ausgerechnet in der Landwirtschaft ihre größten Möglichkeiten. Beide kündigen ihre Jobs und widmen sich seither dem Klimaschutz. Das Wissen dafür eignen sie sich durch Recherche und Gespräche mit Experten an. „Bei unseren Nachforschungen sind wir auf den Einsatz von ‚Terra Preta‘ gestoßen – ein pflanzenkohlehaltiges Substrat“, erklärt Ziegler. „Es fördert den Humusaufbau im Boden, trägt zu einer höheren Bodenfruchtbarkeit bei und bindet klimaschädliches CO2 aus der Luft.“ Dabei steht die Menge der auszubringenden Pflanzenkohle in keiner direkten Abhängigkeit zum Nährstoffbedarf der Pflanze. Sie liegt neutral im Boden und wird als Bodenhilfsstoff im Düngemittelgesetz erfasst.

Die Wissenschaft ist sich bei ihrem Einsatz noch uneins: Viele Studien bestätigen zwar die positive Wirkung der Pflanzenkohle auf einige...