Konsequenz und Kuhverstand

Familie von Bodelschwingh aus Schleswig-Holstein darf sich top agrar-Zellzahlprofi nennen. Sie investiert täglich viel Zeit in die Tierbeobachtung, um früher reagieren zu können.

Einfache Systeme, konsequent umgesetzt – so lässt sich die Formel für gute Eutergesundheit auf dem Milchkuhbetrieb der Familie von Bodelschwingh beschreiben. Die Betriebsleiter Meike und Bernhard von Bodelschwingh halten in Brokenlande (Schleswig-Holstein) 106 Milchkühe und die weibliche Nachzucht. Ein weiteres Standbein des landwirtschaftlichen Betriebes ist der Anbau von 45 ha Speise-, Saat- und Industriekartoffeln.

Neuer STall zahlte sich aus

Viele unterschiedliche Bausteine bilden auf dem Betrieb die Basis für eine gute Eutergesundheit. Einer ist die Haltung der Kühe. „Vor fünf Jahren haben wir den neuen Kuhstall gebaut. Rückblickend hätten wir das schon viel früher machen sollen“, sagt Meike von Bodelschwingh, die im Betrieb für die Kühe verantwortlich ist. Denn damit verbesserte sich die Tiergesundheit insgesamt deutlich. Die beiden wichtigsten Details an dem Stall sind aus ihrer Sicht das isolierte Dach und die bequemen Tiefliegeboxen.

Das Sandwichdach sorgt auch im Sommer für ein angenehmes Klima im Stall. Mit der Folge, dass die Zellzahlen in der heißen Jahreszeit nur leicht ansteigen. Die Liegeboxen befüllten sie nur beim Bezug des Stalles einmal mit Mist. Seitdem streut die Familie einmal täglich geschnittenes Stroh mit einer Partikellänge von 5 bis 15 cm mit der Einstreuschaufel am Radlader nach. Dafür sind etwa 400 g pro Liegebox nötig. Am darauffolgenden Morgen heißt es Nacharbeiten: Das Stroh-Mist-Gemisch, das die Kühe aus den Boxen getreten haben, wird manuell in den Kopfbereich der Boxen geworfen. „So füllen wir jeden Tag etwas Stroh und Mist nach. Die Liegeboxen werden nicht leerer, sondern sehen immer gleich aus“, erklärt Bernhard von Bodelschwingh.

Jetzt liegt die Zellzahl der Herde im Schnitt bei 77000/ml Milch. Der Anteil eutergesunder Kühe, also von Kühen mit weniger als 100000 Zellen in der letzten Milchkontrolle liegt bei 85%. Milchkuhbetriebe in Deutschland erreichen hier im Schnitt etwas über 50%.

Neben der Eutergesundheit verbesserte sich mit dem Einzug in den neuen Stall aber auch die Klauengesundheit der Kühe deutlich. Ein Klauenbad gegen Mortellaro ist nicht mehr nötig. Die Betriebsleiterin begründet das damit, dass die Tiere deutlich mehr liegen: „Boxenmaße und Strohmatratze sind offenbar genau passend. Die Kühe betreten die Box und legen sich sofort hin.“ Auch die planbefestigten Laufgänge mit Schieberentmistung tragen zur guten Klauengesundheit bei, da die Kühe sich darauf sicher und viel bewegen. Brunsten zeigen sich...


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