Milchviehhaltung

Abgangsanalyse beim Milchvieh Plus

Wer die Hauptursachen für unfreiwillige Kuhabgänge und eine geringe Lebensleistung beheben will, muss diese zuerst ermitteln. Ein Milchviehhalter aus Rheinland-Pfalz hat nachgeforscht.

Wenn eine Kuh den Betrieb verlässt, gibt es dafür meist zwei Gründe: Selektion oder Merzung. Das heißt, entweder hat der Betrieb den Abgang zur Zucht oder wegen geringer Leistung geplant oder die Kuh geht aufgrund ihrer Gesundheit unfreiwillig ab. Gerade Letzteres gilt es zu vermeiden.

Für den Milchviehhalter Stefan Freuen aus Rheinland-Pfalz war ein Anteil von 38,4 % an Kühen, die seinen Betrieb bereits vor der dritten Laktation verließen, Anlass für die Suche nach den Ursachen der frühen Abgänge. Daran arbeitete er in Zusammenarbeit mit Professor Steffen Hoy von der Universität Gießen (Hessen).

23 Jahre Datensammlung

Der Betrieb hält 200 Holstein-Kühe plus der weiblichen Nachzucht. Die Herde hat gegenwärtig im Schnitt eine Milchleistung von 11.200 kg mit 3,66 % Fett sowie 3,36 % Eiweiß. Die Zellzahl liegt bei durchschnittlich 146.000 pro ml. Die Lebensleistung ist mit 33.459 kg pro Kuh überdurchschnittlich hoch. Das Erstkalbealter liegt im Mittel bei 23,6 Monaten. Die mittlere Zahl an Laktationen der gemerzten Kühe beträgt 3,37 und ist damit höher als der landesweite Durchschnitt von 2,8 Laktationen.

Für den Betrieb liegen für 901 unfreiwillig abgegangene Kühe mit einem Geburtsjahr zwischen 1994 und 2016 unter anderem folgende Daten vor:

  • Geburtsjahr und -jahreszeit,
  • Erstkalbealter,
  • Anzahl erreichter Laktationen,
  • Nutzungsdauer,
  • Lebenstagsleistung,
  • Abgangsalter und
  • Abgangsursache.

Zusätzlich dazu ermittelt Freuen die täglichen Zunahmen in der Aufzucht. Dazu schätzt der Betriebsleiter die Geburtsgewichte der Kälber und teilt diese in vier Klassen von 35 bis 50 kg Lebendgewicht ein. Im Alter von elf bis zwölf Monaten bestimmt er dann das Gewicht des Jungviehs anhand eines Maßbandes.

Der wahre Abgangsgrund

Die Auswertungen zeigen, dass fast die Hälfte der abgegangenen Kühe den Betrieb wegen Unfruchtbarkeit (30,0 %) und Klauen- sowie Gliedmaßenerkrankungen (17,9 %) verließ. Darauf folgten Euterkrankheiten (16,1 %), Stoffwechselprobleme (9,3 %), sonstige Erkrankungen (7,5 %) und sonstige Gründe (6,1 %). Wegen Störungen der Melkbarkeit gingen 1,4 % der Kühe ab. 11,7 % der Kühe selektierte Freuen aufgrund der Leistung aus (Übersicht 1).

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