Lieferbeziehung

DBV sieht Molkereien in der Pflicht

Molkereien und Milcherzeuger sollten eine gemeinsame Mengenplanung und Mengenabstimmung vornehmen, fordert der Bauernverband.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) sieht seine Positionen durch das Gutachten des Instituts für Ernährungswirtschaft (ife) in Kiel zur Gestaltung der Lieferbeziehungen bestätigt. Das Gutachten zeigt unterschiedliche Ansprüche und Wünsche an die Milchlieferbeziehungen (top agrar berichtete).

Erzeuger und Molkereien sollen Menge planen

Aus Sicht des DBV bedarf es daher grundsätzlich keiner staatlichen Einheitslösungen. Ziel des Milchsektors müsse es vielmehr sein, durch eine zeitgemäße Gestaltung der Lieferbeziehungen Schwankungen am Markt zu begegnen. Um in Deutschland die Anwendung von Artikel 148 zu verhindern, sollten Molkereien und Milcherzeuger endlich nachfrageorientierter eine gemeinsame Mengenplanung und Mengenabstimmung vornehmen, schreibt der DBV in einer Mitteilung. Eine bessere Balance zwischen den Absatzchancen von Milchprodukten einerseits und dem Rohmilchangebot andererseits wäre sowohl im Interesse der Molkereien als auch der Milchbauern.

Anwendung von Artikel 148 verhindern

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat die Verbände des Milchsektors in dieser Woche aufgefordert, bis zum Herbst 2019 eine Strategie 2030 vorzulegen (top agrar berichtete) – auch wenn die Strategie 2030 und die Gestaltung der Lieferbeziehungen für den DBV nicht zwingend inhaltlich zusammengehören. Die Strategie 2030 darf aus Sicht des Bauernverbandes jedoch nicht allein ein Papiertiger bleiben, dessen Ziel es ist, die Anwendung des Artikels 148 zu verhindern. Die Erarbeitung einer gemeinsamen Strategie des deutschen Milchsektors sei nur sinnvoll, wenn alle Beteiligten tatsächlich das Ziel verfolgen, den Sektor zukunftsorientiert und mit Blick auf die bereits bestehenden sowie kommenden Herausforderungen aufzustellen. Die Themen Absatzförderung, Branchenkommunikation und Standardsetzung ggf. organisiert über einen anerkannten Branchenverband stehen dabei ganz oben auf der Agenda des DBV.

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Artikel geschrieben von

Patrick Liste

Redakteur Rinderhaltung

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Diskussionen zum Artikel

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von Gerd Uken

Herr Müller

Recherchiert noch in 148/6 heißt es der Vertrag muss schriftlich sein und der Preis soll Produktions-u.Arbeitskosten decken. Das gilt auch für Genossenschaftsmolkereien ( Märzausgabe TA R4) kann man dort nachlesen . Bislang ist es immer gelungen die Genossen dort rauszuhalten......

von Matthias Zahn

Hallooooo Bernd Müller!

Heute gar kein Kommentar dazu, dass der Bauernverband nun auch eine Mengensteuerung fordert?

von Gerd Schuette

Der DBV und auch der Raiffeisenverband setzen alles daran eine Besserstellung der Milchbauern in der Wertschöpfungskette möglichst klein zu halten.

von Gerd Uken

Anscheinend fürchten

DBV u. RV sowie die Molkereien den 148 wie der Teufel das ..... Wenn man die Rohmilcherzeuger an der Wertschöpfung teilhaben lassen will dann muss man den Milchpreis nicht vom Weltmarktpreis herleiten sondern von der Kostenseite und da könnte man sich ja mal mit den Zahlen des Milchmarkerindexes befassen. Sich jetzt zurückzulehnen und zu sagen : seht her es steht doch im Ode Bericht wir müssen gar nichts verändern ist zu billig. Dann warten wir nun mal das zweite Gutachten ab, was da denn gesagt wird und wer es dann wie auslegt. Der jetzige Milchpreis ist tödlich u. nicht nachvollziehbar

von Matthias Zahn

Ein Sinneswandel!?

"Eine bessere Balance zwischen den Absatzchancen von Milchprodukten einerseits und dem Rohmilchangebot andererseits wäre sowohl im Interesse der Molkereien als auch der Milchbauern." Schade dass es erst mehrere katastrophale Milchpreiseinbrüche und viele bäuerliche Existenzen gekostet hat, um zu dieser Erkenntnis zu kommen. Aber es lässt hoffen, dass in der DBV Milchpolitik doch noch Vernunft einkehrt und es ein Ende mit diesem "am Markt vorbei" produzieren hat. Wenn der DBV es nun noch schaffen würde freiwillige Maßnahmen in Krisenzeiten zu unterstützen, wäre die Basis für eine zukunftsfähige Milchproduktion in Europa geschaffen. Ob es sich hier nun um einen "nachhaltigen" Sinneswandel handelt wird man sehn.

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