Vorläufige Geschäftszahlen

DMK auf Kurs "Marge vor Menge"

Das Deutsche Milchkontor ist mit der bisherigen Entwicklung zum kunden- und konsumentenorientierten Lebensmittelhersteller zufrieden.

Das Deutsche Milchkontor (DMK) sieht sich auf Kurs: Die im Sommer 2017 eingeleitete Neuausrichtung des Molkereiunternehmens hin zu einem kunden- und konsumentenorientierten Lebensmittelhersteller spiegele sich in den stabilen Kennzahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres wider. So blieb 2018 nach vorläufigen Zahlen der Umsatz mit 5,6 Mrd. € (2017: 5,8 Mrd. €) nahezu auf Vorjahresniveau, das Ergebnis verbesserte sich leicht auf 30,6 Mio. € (2017: 29,6 Mio. €), berichtet das Unternehmen in einer Mitteilung.

„Wir haben in nur zwei Jahren ein weit verzweigtes, komplexes Unternehmen komplett neu strukturiert. Jetzt beginnen wir darauf aufbauend die Marktbearbeitung entsprechend neu auszurichten - Kurs Marge vor Menge. Das ist für ein Unternehmen unserer Größenordnung ein zeitlich extrem ambitionierter Plan, bei dem wir in der Umsetzung voll im Soll liegen“, sagt CEO Ingo Müller.

Auf die sechs Geschäftsfelder blickend, sieht Müller bereits abgearbeitete Baustellen, aber auch weitere Handlungsfelder. Handelsmarke und Marke hätten als zwei stark aufgestellte Business Units im letzten Jahr den Fokus auf „Mehrwert“ gelegt und hier entsprechend erfolgreich zum Ergebnis beigetragen. Das 2017 defizitäre Geschäftsfeld Eis sie wieder auf Kurs und dürfte laut DMK 2019 zurück in den schwarzen Zahlen sein. Das Geschäftsfeld Babynahrung habe Anfang des Jahres nach drei Jahren Bauzeit erfolgreich den neuen Standort in Strückhausen (Niedersachsen) anlaufen lassen und Ende März die Beikostmarke Alete übernommen, bis zum Ende des Jahres sollen im Bereich Baby alle Anschubmaßnahmen abgeschlossen sein. Das B2B-Geschäftsfeld Industrie stand 2018 vor der großen Herausforderung der Marktvolatilitäten im Bereich Molke und Pulver, so das DMK. Der Geschäftsbereich International arbeite an der stärkeren Fokussierung auf wesentliche Regionen, das solle auch 2019 eine wesentliche Aufgabe sein.

Müller: „All diese notwendigen, tiefgreifenden Veränderungen und die Investitionen, die uns mittel- und langfristig nach vorne bringen, dafür muss man den notwendigen Atem haben - und den haben wir eben auch aufgrund unserer Größe.“

Nach der Stabilisierung der neuen Organisation in sechs Geschäftsfeldern habe DMK zudem schon den Blick nach vorne ausgerichtet: „Wir müssen weiter stärker vom Kunden her denken. Reine Anbieter von Produkten sind austauschbar. Auf der Nachfrageseite spielt die Musik, dort können wir uns vom Wettbewerb unterscheiden. Und dort haben wir die Chancen, mehr Wertschöpfung zu holen. So wollen wir uns einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil gegenüber Wettbewerbern schaffen, die noch stark rein in Produkten denken, wie das für die Molkereibranche bislang normal ist“, so Müller. „Wir werden uns und unsere Marken weiter emotionalisieren und die Nüchternheit der Vergangenheit ablegen. Das wird eine lange Reise, die wir weiter in schnellem Schritt machen müssen, aber: Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.“

Artikel geschrieben von

Patrick Liste

Redakteur Rinderhaltung

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Diskussionen zum Artikel

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von Gerd Uken

Auf den Regionalversammlungen

Wird mehr über die Zahlen der Kündiger und über diejenigen die man zurückgeholt hat diskutiert. Was vor zwei Jahren war interessiert kaum jemand mehr man ist ja auf Erfolgseinkaufstour... Alete u d das Eisgeschäft läuft auch an mit Bahlsen- davon profitieren wir ha alle durch den höheren Milchpreis!

von Gerd Schuette

Bei so vielen positiven Meldungen werden die DMK-Mitglieder wohl zeitnah durch höhere Milchpreise am Erfolg partizipieren.

von Gerd Uken

Korrektur

Im niederländischen ist der Gewinn falsch für 2017 wiedergegeben 29,6 ist korrekt!! 2016 waren es 13,5

von Christian Sancken

Emotionalisieren

Das ist der Ausdruck der Stunde. Satt machen reicht nicht mehr. Wenn der Verbraucher unsere Milch getrunken hat soll er auch noch ein Lächeln im Gesicht haben und das Gefühl haben sich gesund und nachhaltig ernährt zu haben. Für 60 Cent den Liter. Und die Bauern die das Urprodukt herstellen, können von dem lächerlichen Milchgeld nicht leben, aber Hauptsache der Verbraucher hat ein gutes Gefühl. Und danach geht er mit seinem Hund durch unsere Feldmark und über unsere Flächen, um sich über die dummen Bauern aufzuregen, die nur Lärm, Staub (Feinstaub) und Gestank produzieren, die Gewässer verschmutzen und Tiere quälen. Einfach nur noch krank. Aber ich weiss natürlich auch, dass wir uns dem nicht entziehen können, und deshalb spielen wir alle wieder mit.

von Gerd Uken

Ich meinte 2017 hatten sie 19,6 Mio Gewinn?

Oder die haben in den Niederlanden andere Zahlen. R F/C zum Vergleich 11,3 Mrd.€ Umsatz und 203 Mio. € Gewinn. Die haben auch 550 Mio kg Milch verloren und -27 Mio.€ Gewinn.

von Renke Renken

Und wenn bei den

Milchproduzenten die Marge gestimmt hätte, wäre das mit dem Abhandenkommen von Milchmenge so auch nicht gekommen, aber vielleicht geht ja auch nicht beides .

von Renke Renken

Marge vor Menge

hätten die vor 10 / 12 Jahren auch schon haben können, nachdem ein MENGE Milch in den letzten Jahren abhanden gekommen ist, ist Marge vor Menge die wohl letzte Option, oder?

von Ottmar Ilchmann

Fluch und Segen der Größe

Den langen Atem hat das DMK aufgrund seiner Größe - aber nur, weil diese Größe die allermeisten Lieferanten daran hindert, die Molkerei zu wechseln! Man sehe sich nur die aktuelle Position im Milchpreisranking an!

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