Russland

Ekosem-Agrar bald weltweit größer Milchproduzent?

Die von Stefan Dürr geführte Agrarholding „Ekosem-Agrar“ in Russland hat die Milchproduktion auf 2.000 t pro Tag gesteigert und will bis Ende 2019 der weltweit größte Milchproduzent werden.

Die Ekosem-Agrar AG ist eine deutsche Holdinggesellschaft der Unternehmensgruppe EkoNiva in Russland. Hauptgesellschafter und Vorstandsvorsitzender der Ekosem-Agrar ist der deutsche Unternehmer Stefan Dürr. Die Rohmilchproduktion ist Anfang April erstmals auf über 2.000 t pro Tag gestiegen. Damit hat der größte Milchproduzent Russlands eigenen Angaben zufolge die Milchleistung innerhalb von 15 Monaten verdoppelt und zähle zu den acht größten Rohmilchproduzenten weltweit. Realisiert wurde dieser Anstieg mit dem Ausbau der Milchkuhherde von knapp 45.000 Tieren zum Jahresende 2017 auf fast 75.000 Milchkühe per Ende März 2019. Zum 31. März umfasste die kontrollierte landwirtschaftliche Nutzfläche rund 535.000 ha, davon etwa 38 % in Eigentum.

Nach Unternehmensangaben produzierte Ekosem-Agrar im Geschäftsjahr 2018 insgesamt 484.000 t Rohmilch, ein Anstieg um 62 % gegenüber 2017 (ca. 298.000 Tonnen). Auf Basis der aktuellen Tagesleistung von 2.000 t ergäbe sich eine annualisierte Milchmenge von 730.000 t. Der in 2018 vorübergehend gesunkene Rohmilchpreis beeinträchtigt die Geschäftsentwicklung deutlich und wird sich auch im Ergebnis der abgelaufenen Berichtsperiode widerspiegeln. Während der Preis für ein kg Rohmilch im Jahr 2017 noch bei durchschnittlich 44 Euro-Cent lag, gab dieser im Geschäftsjahr 2018 auf durchschnittlich 35 Cent nach. Seit der zweiten Jahreshälfte 2018 hat sich der Milchpreis wieder deutlich erholt und liegt aktuell bei ca. 39 Cent.

Milchproduktion soll weiterwachsen

Getragen von den weiterhin guten Wachstumsbedingungen in der Milchproduktion, vor allem durch die staatlichen Fördermaßnahmen, will die Ekosem-Agrar den Ausbau der Herde und der Milcherzeugung weiter fortsetzen. 2018 begann die Gruppe mit dem Bau von 14 modernen Milchviehanlagen mit Stallplatzkapazitäten für über 45.000 Milchkühe. Einige dieser Anlagen wurden bereits in Betrieb genommen, die Inbetriebnahme aller Anlagen soll noch in 2019 erfolgen. Mit den dadurch entstehenden Kapazitäten plant die Gesellschaft, ihre Milchkuhherde auf über 100.000 Tiere zu erweitern und die Tagesproduktion der Gruppe auf ca. 3.000 t Rohmilch zu steigern. Damit wäre die Gesellschaft nach Einschätzung des Managements der größte Rohmilchproduzent weltweit.

Darüber hinaus arbeitet die Gesellschaft eigenen Angaben zufolge intensiv am Ausbau ihrer eigenen Milchverarbeitungskapazitäten. Dadurch soll die Abhängigkeit von der Volatilität des Rohmilchmarktes reduziert und die Wertschöpfungskette vertieft werden. Durch den Umbau zweier bestehender Molkereien in den Regionen Woronesch und Kaluga sollen die Produktionskapazitäten für höhermargige Produkte, wie Quark, Trinkjoghurt und Desserts im laufenden Jahr gesteigert werden. Darüber hinaus befindet sich eine kleine Käserei im Gebiet Woronesch im Bau, die 2019 fertiggestellt werden soll. Im Gebiet Nowosibirsk erfolgt derzeit der Bau einer großen Molkerei mit einer Verarbeitungskapazität von über 1.000 t Rohmilch pro Tag, die nach ihrer Fertigstellung Ende 2020 neben einer breiten Palette von Frischprodukten vor allem Käse für den russischen Markt und den Export produzieren soll.

Stefan Dürr, Hauptgesellschafter und Vorstandsvorsitzender der Ekosem-Agrar AG, erklärt: „Mit unserer Entwicklung im Bereich der eigenen Milchverarbeitung sind wir sehr zufrieden. Unsere neue Marke ‚EkoNiva’ ist bereits in zahlreichen Märkten mehrerer großer Supermarktketten erhältlich – darunter die Globus-Gruppe mit ihren umsatzstarken Hypermärkten in der Moskauer Region. Diese Marktpräsenz werden wir im laufenden Jahr deutlich auszuweiten und eine Zusammenarbeit mit zahlreichen weiteren Supermarktketten anstreben.“

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Artikel geschrieben von

Anke Reimink

Redakteurin Rinderhaltung

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Diskussionen zum Artikel

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von Christian Bothe

Ekosem

Einfach nur gut und jeder sollte sich den "Laden" von Dürr mal anschauen. Investitionen für eine industriemäßige LW vom feinsten. Nix mit dieser regulierten Kleinkrämerei in Deutschland und den unmöglichen landwirtschaftsfeindlichen Regularien auf nationaler und europäischer Ebene und kein Grüner,Tierschützer oder NGOler schreit,wenn eine Kröte über die Straße läuft oder 2 Insekten weniger gezählt werden...Habeck,Hofreiter und seine Vasallen würden dort vom Glauben abfallen,denke ich.

von Thomas Blöthner

Applaus

das beste was Russland passieren konnte! Für die Spielwiese Deutschland werden in Zukunft nur noch Landschaftsgärtner gebraucht, hochwertige Nahrungsmittelproduktion ist ja keine Gemeinwohlleistung mehr - so die Meinung in Berlin ?! Nahrungsmittel können wir dann beim Stefan Dürr einkaufen..... lg

von Gerhard Steffek

Ein kleiner Vorgeschmack -

dessen was los sein wird, erwacht der russische Bär vollends. Wenn er dann auch noch sein Gewicht in die Waagschale wirft, wird es an vielen Orten lange Gesichter geben.

von Rudolf Rößle

Osten

wir dieser künftig professionell landwirtschaftlich bewirtschaftet, werden die Getreidepreise bröckeln.

von Christian Bothe

Dürr

Sehr gut,was Dürr da macht und zeigt die Reserven der russischen LW mit allen Facetten wenn ein gutes (deutsches) Management vor Ort ist. Dort kann man wenigstens noch LW betreiben wie man es gelernt hat und heutzutage auch nachhaltig und industriell. Das betrifft den Feldbau und auch die Tierproduktion. Einfach toll!

von Josef Doll

Hätte Putin

nicht die Krim überfallen . Dann hätten wir mindestens 100 Durchgeknallte "Bauern "/ Oligarchen wie Dürr in Rußland . Und bei den Schweinen .......... Hühner ........... Alles ohne Düngeverordnung und Tierwohl .................

von Gerd Uken

Da passt das ja wunderbar

Das DMK dort bei Bobrowskij 2016 eingestiegen ist die verarbeiten 350 to Milch täglich zu Käse u. wollen auf 600 to steigern........ Morzerella, Mascapone Stefan Dürr hat doch auch Putin beraten beim Boykott bestimmt nicht ohne Eigennutz.

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