Milchkuhfütterung

Sind Mais-Bohnensilagen Ersatz für andere Proteinquellen?

Der Anbau von Gemengen aus Mais und Bohnen könnte im Rahmen der GVO-freien Fütterung von Milchkühen eine Rolle spielen. Erste Ergebnisse der LWK Nordrhein-Westfalen.

Der Anbau von Gemengen aus Mais mit Ackerbohne bzw. Sojabohne oder Stangenbohne könnte im Rahmen der GVO-freien Fütterung von Milchkühen eine Rolle spielen. Dafür muss es gelingen den Rohproteingehalt in der Gemenge-Silage gegenüber reiner Maissilage zu steigern. Deshalb untersuchte die Landwirtschaftskammer in Nordrhein-Westfalen den Futterwert dieser Gemenge.

Im Rahmen des Maisforums in Nordrhein-Westfalen stellte Jana Denißen von der Landwirtschaftskammer (LWK) die Ergebnisse der Untersuchung vor. Beim Einsatz der drei verschiedenen Gemenge in Hammeltests zeigten sich im Jahr 2018 deutliche Unterschiede in Nährstoffgehalten und Verdaulichkeiten der Mischsilagen abhängig von der Art und der Sorte der Bohne.

  • Mais-Stangenbohne: Der Rohproteingehalt der Mais-Stangenbohnen-Silage lag bei 73,5 g/kg TM. Der Energiegehalt im Gemenge lag bei 6,98 MJ NEL/kg TM.
  • Mais-Sojabohne: In der Gemengesilage aus Mais und Sojabohnen lag der Rohproteingehalt bei 81,5 g/kg TM. Der Energiegehalt des Gemenges lag im Mittel bei 6,96 MJ NEL/kg TM.
  • Mais-Ackerbohne: Im Versuch mit Mais und Ackerbohne pflanzte die LWK eine Bohnensorte gemischt mit Mais an und die gleiche Sorte im Beetanbau, also auf einem Feld im Wechsel mit Mais. Der Rohproteingehalt dieser Silagen lag im Mittel bei 80,6 g/kg TM. Im Mischanbau war er mit 73 g/kg TM deutlich geringer als im Beetanbau mit 88,1 g/kg TM. Der Energiegehalt lag bei 6,98 MJ NEL/kg TM.

Die reine Maissilage hatte in dem Anbaujahr 2018 einen Rohproteingehalt von 66 g/kg TM.

Insgesamt ist also der Rohproteingehalt im Gemenge gegenüber der reinen Maissilage um 11 bis 23 % höher. Die Stärkegehalte sind im Gemenge geringer als in der reinen Maissilage.

Bislang wirkte sich die Fütterung von Mais-Bohnensilagen nicht negativ auf die Leistung der Milchkühe aus. Eingesetzte Stangenbohnensorten sollten jedoch einen geringen Phasingehalt haben, um mögliche negative Auswirkungen zu vermeiden. Da die Proteingehalte in der Mischsilage durch den Gemengeanbau nur leicht stiegen, sieht die LWK darin bislang keine Alternative zu herkömmlichen Proteinquellen.


Diskussionen zum Artikel

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von Hermann-Josef Schaller

Warum immer alles so negativ sehen?

Rom wurde auch nicht an einem Tag gebaut , und eine Schwalbe nacht noch keinen Sommer ! Ich würde jedem Skeptiker mal empfehlen sich genauer bei der Fa. KWS zu erkundigen . Es gibt auch interressante Berichte im Internet unter dem Stichwort Mais Stangenbohnen anbau. Wir experimentieren schon im 6ten Jahr mit dem Gemischanbau und sind mittlerweile schon auf 45% der Maisäckerflächen mit dem Gemenge unterwegs . Mittlerweile ist schon seitens der Züchtung ein großer Erfahrungsschatz vorhanden und auch die passenden Sorten werden ständig weiterentwickelt . Seitens der Fütterung ergibt sich ein spannendes Untersuchungsfeld das sich lohnt genauer erforscht zu werden . Dies wäre eine Aufgabe für die Forschung . Aus unseren betrieblichen Versuchen heraus , bei denen mit einer Voll-TMR gearbeitet wird und mit einem Keenan-Mischwagen das Futter vorgelegt wird ,kam folgendes heraus. Mais /Stangenbohnensilagen füttern anders. Man muß lernen das die Kuh darauf anders reagiert. Die Ration muß "eingebremst"werden da sonst die Passagegeschwindigkeit in der Kuh zu schnell wird. Bei 6 verschiedenen Rationen die über mehrere Wochen gefüttert wurden,stellte sich im Vergleich zu einer reinen Maissilage folgendes heraus. Beim standartisierten FCM der Milch lagen die Kühe die mit Mais/Stangenbohnen gefüttert wurden bei falscher Handhabung auf dem letzten Platz, bei richtiger Handhabung auf dem ersten !!!!! Es gibt also was die Forschung angeht ,noch Luft nach oben. Nebenbei ergeben sich noch andere positiven Aspekte. Alle reden von Insektensterben in Mais/Stangenbohnenfeldern tummeln sich mehr Arten als in reinen Maisbeständen. Dies war 2018 so und wie es scheint ist es auch 2019 so , so jedenfalls ist der Eindruck beim kontrolieren der vom Thünen-Institut gestellten Insektenfallen . Außerdem entfällt beim Einsilieren des Gemenges ein Arbeitsgang ,der beim Dreschen von Erbsen oder Bohnen anstehen würde und die Kornfeuchte braucht auch nicht beachtet zu werden. Beim silieren gibt es auch keine Probleme. Man muß bedenken daß der höhere Eiweisgehalt nicht nur alleine auf die Korner zurückzuführen ist sondern die Restpflanze mit ihren Blättern trägt auch ihren Teil dazu bei . Es bleibt auch beim Erntetermin spannend , man kann nicht gerade die Mais- Sorte X mit der Bohnen-Sorte Y mischen nur weil die gerade zur Hand ist . da ist es schon besser man fragt bei der KWS-nach ! Noch eins, das Projekt hat viel Entwicklungspotential und es wird genügend Gegenwind erhalten, weil es manchen Händlern und Ölmühlen Marktanteile wegnehmen wird. Das Eiweiß das auf eigenem Acker wächst,das können sie einem nämlich nicht verkaufen ! Wie sah den die Fütterung in früheren Jahrzehnten aus ? Brauchte man Eiweiß dann freuten sich die USA daß sie ihre Soja nach Europa exportieren konnten . Und wieviel zigtausende Tonnen sind es jetzt weniger die durch Raps-schrot jetzt ersetzt werden seit es den 00-Raps gibt ? Und die 00-Rapssorten waren am Anfang ihrer Züchtung auch nicht so der Brüller ! Also nochmal: nicht gleich alles schlechtreden,einfach mal ausprobieren und sei es auch nur in kleinem Maßstab .und keine Angst die gröbsten Fehler wurden schon gemacht und in Wissen umgewandelt.

von Herbert Grassl

Konkurenz

Der Mais verträgt keine Konkurrenz. Lernt man schon in der Ausbildung. Warum also diese Experimente! Da würde ich eher über Luzerneanbau nachdenken.

von Michael Loitz

Praxis

Wir haben einen Versuch in diesem Jahr gestartet. 80000 Maiskörner und 80000 Ackerbohnenkörner pro ha in einer Reihe bei einem Reihenabstand von 75cm. Der Feldaufgang war gut. Läuse waren ab dem 4-Blattstadium an den Bohnen. Ab Ende Juni haben sich dann Mais und Bohnen ums Wasser gezankt. Heute ist der Mais 1,20m gross und die Bohnen schwarz und vertrocknet. Wir haben unser Lehrgeld bezahlt.

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