Tipps aus Österreich

So senken Sie die Emissionen im Rinderstall Plus

Erhöhte Fressstände, Harnabfluss-Rinnen oder Rillenböden – wir zeigen, mit welchen Maßnahmen Sie die Ammoniak-Emissionen reduzieren können. Auch Laufhöfe und Weidegang haben eine positive Wirkung.

Je größer die mit Kot und Harn verschmutzten Oberflächen sind, desto höher sind die Ammoniak-Verluste. Daher haben Laufställe deutlich höhere Emissionen als Anbindebetriebe. Während in Anbindeställen nur rund 4 kg Ammoniak (NH3) pro Stallplatz und Jahr freigesetzt werden, sind das in Laufställen durchschnittlich 12 kg – also das Dreifache!

Nun hat sich aber das Verhältnis der Anbinde- zu Laufstallhaltung in Österreich seit dem Jahr 2005 völlig umgedreht. Wurden damals noch etwa zwei Drittel der Rinder in Anbindeställen gehalten, befinden sich heute mehr als zwei Drittel der Rinder in Laufställen.

Diese Veränderung hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Ammoniak-Emissionen in Österreich seit dem NEC-Basisjahr 2005 gestiegen sind. Gemäß EU-NEC-Richtlinie muss Österreich bis 2030 mindestens 12 % der Ammoniak-Emissionen reduzieren. Die Verluste im Stall haben mit 37 % den zweitgrößten Anteil an den Emissionen aus der Tierhaltung.

Tier- oder Umweltschutz?

Daraus ergeben sich Zielkonflikte zwischen Tier- und Umweltschutz. Denn in offenen, tiergerechten Milchviehställen mit viel Luft und Licht sind die großdimensionierten Laufflächen die Hauptquelle für Ammoniakemissionen! Hier liegt das größte Potenzial, um Emissionen zu verringern. Wie Laufflächen gestaltet werden können, zeigen Projekte aus den Niederlanden und Dänemark. Dort sind nur noch Rinderställe mit emissionsmindernden Laufflächen genehmigungsfähig.

Harn ist Ammoniaktreiber

Urin ist DER „Ammoniaktreiber“! Der Harn von Rindern enthält Harnstoff; dieser wird mithilfe von Bakterien aus dem Kot in Ammoniak und Kohlendioxid zersetzt. Dieser Prozess findet auf der Lauffläche und im Güllekeller statt und erreicht bereits zwei Stunden nach Absetzen des Harns seinen Höhepunkt.

Die chemische Umsetzung in Ammoniak erfolgt aber nur, wenn der Harnstoff auf Stalloberflächen auftrifft, die bereits vorher mit einem Kot-Harngemisch verunreinigt waren. Dann sind auch die für den enzymatischen Umsetzungsprozess verantwortlichen Mikroorganismen vorhanden. Trifft das Kot-Harngemisch auf saubere Oberflächen bzw. trockene Verhältnisse, kann die Harnstoffbildung erheblich reduziert werden.

Maßnahmen im Stall

Grundsätzlich führen alle Maßnahmen, welche die Lebensbedingungen für Bakterien verschlechtern zu einer reduzierten Ammoniakbildung. Hier die...

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Diskussionen zum Artikel

von Kurt Brauchle

Hört sich vielversprechend an,

nur wird dies von Behörden und Umweltschützern anerkannt und uns positiv angerechnet? Oder heißt es wieder außer Spesen nix gewesen?

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