NOZ

Tierschutzbund fordert strengere Vorgaben für Haltung von Milchkühen

Der Tierschutzbund fordert strengere Vorgaben für Haltung von Milchkühen. Eine neue Studie würde die Probleme in der Tierhaltung zeigen. Die Regierung prüft nun, ob Handlungsbedarf besteht.

Der Deutsche Tierschutzbund hat die Bundesregierung aufgerufen, die Haltungsbedingungen von Milchkühen in Deutschland zu verbessern. Es herrschten "teilweise miserable Bedingungen in der Milchviehhaltung", sagte Präsident Thomas Schröder der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Er reagierte damit auf die Ergebnisse einer breit angelegten und vom Bundeslandwirtschaftsministerium geförderten Studie. Wissenschaftler hatten darin den Gesundheitszustand von Zehntausenden Kühen auf insgesamt 756 Betrieben in Deutschland untersucht.

Studienleiterin Martina Hoedemaker von der Tierärztlichen Hochschule Hannover sagte der "NOZ", es gebe zwar kein generelles Tierschutzproblem in dem Bereich Milchviehhaltung, "aber es gibt dringenden Handlungsbedarf auf vielen Betrieben."

Hoedemaker nannte die Ergebnisse in Teilen besorgniserregend. Laut Studie lahmte in Nord- und Ostdeutschland etwa jede fünfte Kuh, in Süddeutschland sogar jede dritte. "Lahme und auch abgemagerte Kühe sind auf vielen Betrieben zur Normalität geworden. Das darf eigentlich nicht sein", sagte Hoedemaker. Auch bei der Versorgung der Kälber gebe es Probleme. "Jedes zehnte Kalb erreicht den vierten Lebensmonat nicht. Das ist eine ziemliche Hausnummer. Das sind in absoluten Zahlen ca. 280.000 Kälber im Jahr", so Hoedemaker.

Das Bundesagrarministerium prüft nach Angaben einer Sprecherin derzeit, ob sich aus den Ergebnissen "Rechtssetzungs- oder Förderbedarf ergibt." Die meisten in der Studie aufgezeigten Probleme könnten aber "mit einem guten Betriebsmanagement gelöst werden". Der Handlungsbedarf bestünde auf den Betrieben.

Vom Bauernverband hieß es dazu: "Die Studie weist auf zum Teil bekannte Problemfelder hin, bei denen eine Verbesserung der Situation erfolgen muss." Im Bereich der Tierzucht werde bereits umgesteuert und statt der Milchleistung verstärkt auf Merkmale wie Gesundheit und Robustheit gezüchtet. "Dieser Weg muss weiter beschritten und intensiviert werden", teilte der Verband auf Anfrage der "NOZ" mit.


Diskussionen zum Artikel

von Hermann Helmers

Die Zuchtverbände

sollten auch mal ihr Zuchtziel überdenken. Höchstleistung war noch nie für Tierwohl verantwortlich. An den letzten 10% der Leistung verdienen nur die Tierärzte, Spezialfutterberater und auch die Zuchtverbände... also muss man das letzte raushohlen damit diese auch überleben ... mehr anzeigen

von Kirsten Wosnitza

Tierhalter fachlich unterstützen, anstatt Stimmung zu machen

Es ist schon traurig genug, dass wir Landwirte von einer Tageszeitung über die Veröffentlichung einer wichtigen Studie informiert werden - und nicht in einer Kurz Meldung online von einem "Fachblatt" wie top agrar. Im Gegenteil versucht die Redaktion hier sogar noch Konflikte zu ... mehr anzeigen

von Peter Beiersdorfer

Presse

Das ist genau so gewollt, in diesen Land kann man mit Themen aus der Landwirtschaft schön von den eigentlichen wichtigen Themen im Staate ablenken, dann noch Tierschutzbund Hallo die setzen sich doch ein für die Nutztiere(Haustier fragt keine Sau) Die Presse wird gesteuert. Jetzt ist ... mehr anzeigen

von Kirsten Wosnitza

Enttäuschend

Dass top agrar eine Aussage des Tierschutzbundes in die Überschrift stellt anstatt sich auf die Fachleute zu beziehen, welche die Studie erstellt haben. Von einer Zeitschrift, die sich als Fachzeitschrift verstehen will, wäre da deutlich mehr zu erwarten gewesen. Von Bild Zeitungs ... mehr anzeigen

von Wilfried Brade

Danke Frau Wosnitza

für Ihren Kommentar mit gleichzeitiger Richtigstellung z.B. der Lahmheitsquote im Osten....

von Gerhard Steffek

Stark abgemagerte Kühe!!!

Na hoffentlich haben sie bei einer Holstein-Frisian nicht den Maßstab für ein Fleckvieh genommen. Unseren heutigen "Experten" traue ich das mittlerweile ohne weiteres zu.

von Wilfried Brade

Top agrar zitiert die falschen Personen und die falschen Verbände - das nenne ich unseriös

Diese äußerst wertvolle jüngste Studie wurde unter Leitung von Frau Prof Hoedemaker von der Tierärztlichen Hochschule Hannover (Rinderklinik, TiHo) in mehreren Regionen erarbeitet und jetzt veröffentlicht. Erstmalig werden seriöse und aktuelle Studienergebnisse vorgestellt. Ich ... mehr anzeigen

von Rudolf Rößle

War

so klar, dass da was kommt nach dem Kastenstandurteil. Die kippen selbst die Borchert Kommission.

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