Brauchen Saugferkel mehr Eisen? Plus

Reicht die einmalige Gabe von 200 mg Eisendextran pro Saugferkel auch für moderne, frohwüchsige Herkünfte? Und wirken Eisenpasten genauso zuverlässig wie die Injektion?

Saugferkel brauchen in den ersten Lebenstagen eine zusätzliche Eisengabe. Da der Ferkelorganismus das Spurenelement aber nicht selbst bilden kann, muss es von außen zugeführt werden. Das lernt bereits jeder Berufsschüler. Eisen ist wichtig für den Sauerstofftransport im Blut und die Energiegewinnung. Auch an den roten Muskelfarbstoff Myoglobin ist Eisen gebunden. Eisenmangel kann deshalb die körperliche Leistungsfähigkeit deutlich einschränken.

Wenig Eisen in der Milch

Saugferkel haben einen täglichen Eisenbedarf von etwa 10 mg. Die Sauenmilch ist jedoch von Haus aus sehr eisenarm und kann diesen Bedarf daher bei weitem nicht decken.

Wobei der geringe Eisengehalt der Muttermilch kein Systemfehler der Natur ist, sondern ein natürlicher Schutzmechanismus vor Infektionen. Das gilt besonders für Durchfallerkrankungen durch Bakterien. Denn alle Keime bzw. Krankheitserreger benötigen Eisen und einige Schwermetalle für ihren Stoffwechsel.

In der Natur tritt dieser Eisenmangel nicht auf. Denn unter natürlichen Bedingungen können Frischlinge im Waldboden wühlen, der je Gramm Erde 5 mg bis 35 mg dreiwertiges Eisen enthält (Fe³+). Um vom Organismus des Ferkels aufgenommen zu werden, muss das dreiwertige Eisen aber noch zu zweiwertigem Eisen (Fe2+) reduziert werden.

Wie viel Eisen die Saugferkel benötigen, hängt auch von ihrer Wachstumsgeschwindigkeit ab. Saugferkel moderner Hybridherkünfte wachsen dreimal schneller als Wildschweinfrischlinge. Dementsprechend hoch ist auch ihr Eisenbedarf, der für die Blut- und Muskelbildung benötigt wird.

Sobald die Ferkel festes Beifutter aufnehmen können, entschärft sich das Problem in der Regel sehr schnell. Denn der Eisengehalt der Prestarter reicht in den meisten Fällen aus, um den Bedarf der Ferkel mehrfach zu decken.

So weit die Theorie. Alle praktischen Erfahrungen zeigen jedoch, dass sich die Beifutteraufnahme der Ferkel kaum abschätzen lässt. 75% der Beifutteraufnahme eines Wurfes erfolgen erst in der vierten Säugewoche.

Bei guter Milchleistung der Sauen und konventioneller, trockener Beifütterung haben die gut entwickelten Ferkel bis zum Absetzen häufig kaum Beifutter aufgenommen, bei dreiwöchiger Säugezeit oftmals überhaupt kein Beifutter.

Geringe Körperreserven

Um abzuschätzen, wie viel Eisen den Saugferkeln zusätzlich zugeführt werden sollte, muss man zunächst die Eisenreserven abschätzen, mit denen die Tiere geboren werden. Der Eisenvorrat neugeborener Ferkel beträgt etwa 40 bis 60 mg/kg Körpergewicht. Das reicht unter dem Strich knapp bis zum zweiten oder dritten Lebenstag.

Zwischen den Würfen kann der Wert jedoch erheblich schwanken. Ein Teil der Ferkel wird bereits mit einem Eisendefizit geboren. Es ist daher praxisüblich, den Ferkeln zur Sicherheit am dritten bis vierten Lebenstag 200 mg Eisen in Form von Eisendextran in der Kniefalte unter die Haut oder in die Nackenmuskulatur zu spritzen.

Eisengabe splitten?

Die einmalige Eisengabe drei bis vier Tage nach der Geburt erfolgt vor allem aus arbeitswirtschaftlichen Gründen. Dabei wird ein Eisendepot angelegt, dass nach und nach vom Ferkel verbraucht wird und...


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Auf Kommentar antworten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen