Regional vermarkten zu fairen Preisen

Familie Renz aus dem baden-württembergischen Ehingen vermarktet das Fleisch ihrer Sattelschweine regional. Abnehmer sind fünf Edeka-Frischemärkte, lokale Metzger und Feinkostläden.

Wir waren es damals leid, unsere Schweine am Schlachthof nur abzuliefern. Wir wollten sie stattdessen zu einem auskömmlichen Preis selbst vermarkten“, erinnert sich Nebenerwerbslandwirt Guido Renz aus dem baden-württembergischen Ehingen-Deppenhausen noch genau.

Vor rund zehn Jahren begann der 48-jährige, der sein Geld im Haupterwerb mit der Projektierung und Leitung von Bauvorhaben verdient, deshalb damit, den elterlichen Betrieb seiner Frau Karin mit Ackerbau und Schweinehaltung auf nachhaltige Produktion und regionale Vermarktung umzustellen.

Deutsches Sattelschwein

Im ersten Schritt hielt er Ausschau nach einer robusten, züchterisch wenig bearbeiteten Genetik, mit der er bei Fleischqualität und Geschmack punkten kann. Fündig wurde er schließlich bei dem ursprünglich im Nordosten Deutschlands beheimateten Deutschen Sattelschwein. Eine genügsame und fruchtbare Rasse, die sich durch einen hohen intramuskulären Fettgehalt und eine ordentliche Speckauflage auszeichnet. Denn Fett ist nun mal der Geschmacksträger beim Fleisch.

Mittlerweile ist Familie Renz Basiszuchtbetrieb für diese selten gewordene Schweinerasse. Bundesweit gibt es nur noch 250 Herdbuchsauen, ein Teil davon steht in den Ställen des „Schirmerhofes“ am Fuße der Schwäbischen Alb.

Belegt werden die Sauen mit Sperma von Piétrainebern. „Die Endprodukte vereinen dadurch eine hohe Fleischqualität und einen akzeptablen Muskelfleischanteil mit einem hohen Gehalt an intramuskulärem Fett“, lobt Tochter Stefanie Renz die Vorteile der Kreuzungsprodukte. Die 22-jährige schließt in Hohenheim gerade ihr Masterstudium in Agrarwissenschaften ab und ist im vergangenen Jahr mit in den elterlichen Betrieb eingestiegen.

Anfangs wurden die Schweine vom Schirmerhof der Familie Renz ausschließlich von zwei Metzgern aus der Region zerlegt bzw. verwurstet. Seit sechs Jahren wird ein Großteil der Mastschweine aber auch von dem mittelständischen Fleischverarbeiter Thomas Kurz aus Schorndorf veredelt.

Familie Renz transportiert die Tiere mit dem eigenen Pkw-Anhänger zum Metzgerschlachthof Göppingen, damit die Schweine möglichst wenig Stress ausgesetzt sind und die Fleischqualität nicht leidet. Vom Schlachthof holt dann die Firma Kurz die Hälften ab. Das Unternehmen ist als zertifizierter, EU-zugelassener Zerlege- und Verarbeitungsbetrieb seit mehr als 30 Jahren Partner der Firma Gebauer. Anschließend werden die Fleisch- und Wurstwaren in den fünf Edeka-Frischemärkten von Gebauer vermarktet.

Über 50 regionale Erzeuger

Der Kontakt mit Gebauer kam eher zufällig durch einen Metzger von der Schwäbischen Alb zustande. „Wir haben großes Interesse an regionalen Produkten und Spezialitäten“, betont Rolf Drohmann, Prokurist und bei Gebauer zuständig für den Einkauf und Vertrieb von Frischeprodukten. Die Fleisch- und Wurstprodukte vom Schirmerhof werden dort unter dem...

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