Schweinefleischproduktion

Corona-Situation bei deutschen Fleischverarbeitern vergleichsweise ruhig

Während Coronatests in deutschen Fleischbetrieben relativ wenige Positivbefunde ergaben, sorgt das Virus in Dänemark und Belgien für Einschränkungen

Während in Deutschland in der vergangenen Woche keine größeren Corona-Infektionen von Mitarbeitern in Fleischbetrieben bekannt geworden sind, hat das Virus vor allem in Dänemark und Westflandern für Einschränkungen gesorgt. Bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück wurde derweil wieder im Zweischichtsystem gearbeitet. Laut Unternehmensangaben konnten damit mehr als 15.000 Schweine am Tag geschlachtet werden, das sind etwa zwei Drittel im Vergleich zur der Zeit vor der Corona-Schließung. In Bayern haben die neuen Reihentests in Fleischbetrieben der Gesundheitsministerin Melanie Huml zufolge bis Anfang voriger Woche lediglich eine Corona-Infektion ergeben. „Wir haben 5.706 Personen in 33 Betrieben getestet. Nur ein Befund war positiv. Das ergibt eine Positivrate von 0,018 %“, berichtete die Ministerin in der vergangenen Woche. Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) handelt es sich bei der infizierten Person um eine Reinigungskraft, die zuletzt elf Tage vor dem Befund in dem Betrieb gearbeitet hatte. Daher gilt ein Zusammenhang mit der Arbeit als unwahrscheinlich.

Danish Crown mit Werkschließung

Der Corona-Ausbruch Anfang August in der Schlachtstätte Ringsted hatte für den Schlachtkonzern Danish Crown (DC) weitere Konsequenzen. Nachdem der Betrieb zuvor bereits eingeschränkt worden war, schloss das Unternehmen den Standort auf behördliche Anordnung am vergangenen Montag (10. August) vorerst für eine Woche. Die Zeit sollte unter anderem genutzt werden, um die Infektionsketten nachzuverfolgen. Bis Samstag, 8. August, war das Virus im Zuge der kontinuierlichen Tests bei weiteren 22 Betriebsangehörigen nachgewiesen worden. Insgesamt waren damit knapp 150 von 600 Mitarbeitern in Ringsted infiziert. DC-Vorstandschef Jais Valeur betonte, nach den weiteren Corona-Befunden sei eine Schließung der Schlachtstätte - auch zum Schutz der Mitarbeiter - unumgänglich geworden. Anders als erhofft, sei es nicht gelungen, die Infektion nach dem Ausbruch sofort einzudämmen. Die Mitarbeiter in Ringsted müssten sich in häusliche Quarantäne begeben. Danish Crown schlachtet in Ringsted wöchentlich rund 35.000 Mastschweine. Die Produktion wurde teils auf andere Schlachtstätten ausgelagert. Nach der vollständigen Schließung sollten nun aber zumindest noch die Kühlläger vor Ort geleert werden.

Westvlees macht weiter

Der Schweinefleischanbieter Westvlees im westflämischen Staden durfte vergangene Woche weiter produzieren, obwohl dort bis zum 11. August insgesamt 74 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Wie belgische Medien berichteten, standen zuletzt 225 Mitarbeiter des Betriebs unter Quarantäne. Nur die Zerlegeabteilung sei geschlossen worden, weil in den anderen Bereichen bislang keine Covid-19-Infektionen festgestellt worden seien. Nach Ansicht des Bürgermeisters von Staden, Fancesco Vanderjeugd, wäre eine komplette Schließung des Betriebes unverhältnismäßig. Westvlees habe präventive Maßnahmen gegen die weitere Verbreitung des Virus ergriffen. In der Gemeinde gelte seit dem vergangenen Samstag eine allgemeine Maskenpflicht im öffentlichen Raum. Westvlees schlachtet nach eigenen Angaben rund 1,4 Mio. Schweine pro Jahr und erzeugt etwa 120.000 t Schweinefleisch. Das Unternehmen gehört zur Belgian Pork Group, dem größten Schweinefleischanbieter in dem Nachbarland.


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