Novelle überarbeiten

Horper: TA Luft-Auflagen beschleunigen Strukturwandel

Präsident Hoper fordert von der Politik eine sachgerechte Abwägung zwischen den Zielen des Tierwohls und der Luftreinhaltung. Und man müsse die Kosten je Tierplatz im Blick behalten.

Die technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft) wird derzeit in den Ausschüssen des Bundesrates verhandelt. Mit dem aktuellen Entwurf steht zu befürchten, dass deren Umsetzung zu einem neuerlichen Beschleuniger des Strukturwandels wird, warnt Michael Horper, der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau.

In einem Schreiben an die rheinland-pfälzische Finanzministerin Doris Ahnen und den Landwirtschaftsminister Dr. Volker Wissing macht Horper auf die Folgen der Umsetzung des aktuellen Entwurfs der TA Luft aufmerksam. Er fordert die verantwortlichen Politiker zudem auf, vor Verabschiedung der rechtlichen Vorgabe eine sachgerechte Abwägung zwischen den Zielen des Tierwohls und der Luftreinhaltung vorzunehmen und die technischen Anforderungen an die Luftreinhaltung unter Berücksichtigung der Kosten der jeweiligen Tierhaltungsform festzulegen.

Scharf kritisiert Horper, dass auf europäischer Ebene eine breite Liste an emissionsmindernden Techniken als Standard vorgesehen sei, während nach dem Entwurf der Bundesregierung für größere Stallanlagen eine Abluftreinigung vorgeschrieben werde. Dies sei eine erhebliche Verschärfung europäischer Vorgaben und stehe einer europäischen Harmonisierung der Standards entgegen.

Auch die geplante Regelung, dass Bestandsanlagen innerhalb von fünf Jahren auf den neuesten Stand sehr teurer Emissionsminderungstechnik nachgerüstet werden sollen, sei überhaupt nicht umsetzbar. Des Weiteren seien die für kleinere Stallanlagen vorgesehenen alternativen Emissionsminderungsmaßnahmen völlig überzogen, praxisfremd und unverhältnismäßig.

„Es ist ein unerhörter Vorgang, dass nur die anspruchsvollsten Verfahren zur Reduzierung von Emissionen in Deutschland zur Anwendung kommen sollen, während andere europäische Länder ihren Landwirten das gesamte Spektrum der best verfügbaren Techniken anbieten.“

Außerdem, so Horper, müsse über die Novelle der TA Luft eine Abwägung zwischen den Belangen des Tierwohls und der Luftreinhaltung vorgenommen werden. Darüber hinaus müsse für eine sinnvolle Anpassung der TA Luft an das Baurecht für Stallanlagen und somit auch eine Änderung des Bundes-Imissionsschutzgesetzes Anwendung finden.

Die landwirtschaftlichen Betriebe, betonte Horper, hätten unter der Umsetzung der Düngeverordnung und verschiedenen Tierschutzregelungen bereits heute wirtschaftlich schwer zu leiden. Daher seien in jedem Fall substanzielle Änderungen an der TA Luft erforderlich, wenn es nicht zu einem weiteren Kahlschlag in der bäuerlichen Tierhaltung kommen solle.

Er fordert die beiden Minister auf, die Landwirtschaft und insbesondere die Tierhalter in Rheinland-Pfalz in den anstehenden Beratungen um die Novellierung der TA Luft zu unterstützen und sich dabei ihrer Verantwortung für die regionale Vermarktung und Versorgung der Verbraucher bewusst sein.


Diskussionen zum Artikel

von Gregor Grosse-Kock

Ammoniak

Brauchen wir!!!! Jede Wandlung von Stickstoff der Pflanzenverfügbar ist geht über die Ammoniakstufe! Es werden nur Maschinen und Gerätehersteller am Leben gehalten - siehe Bauermilliarde - nur noch eine Mrd. muss auch aus der Lw dazu gezahlt werden - das wird sehr viele Betriebe ... mehr anzeigen

von Fritz Gruber

Solidarität

Und Selbstbewusstsein ist das was uns fehlt auf einem Käpi von BASF steht Landwirt der wichtigste Beruf auf der Erde genauso ist es gegessen wird jeden Tag und wir erzeugen es nicht die Politik der Schlachthof die Molkerei oder der Supermarkt also liegt es in unserer eigenen Hand für ... mehr anzeigen

von Willy Toft

Wie die TA Luft bei unseren Rinderställen umgesetzt werden, dass schau ich mir an!?

Wenn bisher alles nichts geholfen hat, den Bauern das Leben schwerer zu machen, wird die TA- Luft den Gnaden- Schuss auslösen......

von Fritz Gruber

Herr Beiersdorfer

Das ganze muss spontan ohne Vorwarnung und auf einen Schlag erfolgen 3 Wochen dürften reichen nur Produktion kürzen bringt nichts wird durch Import aus Drittländern wieder ausgeglichen es geht nur über einen lockddown der Landwirtschaft das ist zwar schwierig aber in unserer medialen ... mehr anzeigen

von Peter Beiersdorfer

Ja Schockreaktion aber!!! Herr Gruber

nur da müssten halt alle Kollegen solidarisch sein! Denn es geht nicht das die Milchviehbetriebe 3 Wochen 20% weniger abliefern, da müssen alle mit ziehen (Momentaufnahme). Nein das geht nur wenn über einen längeren Zeitraum weniger geliefert wird. Denn ich glaube es wird zwar immer ... mehr anzeigen

von Wilfried Maser

Es muß

doch immer noch gut Geld in der Landwirtschaft verdient werden, warum sonst wird immer noch soviel investiert, dass die Landtechnik Industrie auf lange Lieferfristen hinweist. Die paar kleine Landwirte die da nicht mithalten können sind doch sowieso nicht relevant, denken viele Politiker.

von Fritz Gruber

Die

Politik hört doch gar nicht richtig zu die lachen doch nur über uns reden bringt uns nicht weiter es müssen Taten folgen das Angebot einstellen nur mit leeren Regalen bringst du die Leute auf unsere Seite erst dann wird hinterfragt werden was und wieso man den ganzen Zirkus mit den ... mehr anzeigen

von Peter Beiersdorfer

Herr Gruber

dann sollten wir doch einmal versuchen die Marktkräfte spielen zulassen!! Wir produzieren deutschlandweit besser EUweit, jeder landw. Betrieb produziert 20% weniger Getreide, Milch, Fleisch usw. und wenn wird dann weniger beim Landhändler (Dünger usw.) kaufen, bzw. Landtechnik ... mehr anzeigen

von Karlheinz Gruber

Das ist doch alles so gewollt

Das letzte Freihandelsabkommen kam auf Druck durch die LDW Seite nicht zu stande. Also muß der Druck, hier die LDW Erzeugerseite beseitigt werden. Und das geht immer, indem man die Masse, hier die Betriebe, verringert. Danach kann man als ja so großes Industrieland, mehr Nahrungsmittel ... mehr anzeigen

von Gregor Grosse-Kock

Welche Industrie

Die Sozialisten haben schon alles kaputt - die machen nur noch so weiter, weil Sie dumm sind!

von Erwin Schmidbauer

Es muss einen nicht gefallen, aber man muss es zur Kenntnis nehmen!

Politisch sind sowohl Reduzierung der Tierbestände als auch der Emissionen, Reduzierung der Fleischproduktion und insbesondere der Exporte erwünscht. Darum hat doch kaum ein politischer Akteur Interesse daran, der Landwirtschaft entgegen zu kommen.

von Hans Nagl

Genau so ist es.

Wir werden über kurz oder lang unsere Tierhaltung an den Verbrauch anpassen. Es funktioniert nicht das wir Soya aus Brasilien nach Deutschland fahren Schweine füttern und dann nach China liefern.

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