Ferkelkastration

Isofluran: Knapp 1.400 Förderanträge für Narkosegeräte

Die Bundesregierung geht davon aus, dass der Marktanteil der unter Isoflurannarkose kastrierten Ferkel mit Beginn des kommenden Jahres bei rund 50 % liegen wird.

Bis Mitte März sind bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) knapp 1.400 Anträge auf Förderung der Anschaffung eines Narkosegeräts zur Ferkelkastration eingegangen. Das hat die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion mitgeteilt. Die Regierung geht davon aus, dass der Marktanteil der Kastration unter Isoflurannarkose nach Inkrafttreten des Verbots der betäubungslosen Ferkelkastration mit Beginn des kommenden Jahres bei rund 50 % liegen wird, während 30 % auf Ebermast und 20 % auf Immunokastration entfallen. Dies würde bedeuten, dass etwa 4.000 Betriebe die Isoflurannarkose wählen.

Wie aus der Antwort weiter hervorgeht, sind bislang noch keine Narkosegeräte zertifiziert. Zertifizierungen würden derzeit durch die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) durchgeführt. Sichergestellt sei, dass nur die Anschaffung solcher Geräte gefördert werde, die unter anderem im Hinblick auf die Anwendersicherheit und den Umweltschutz zertifiziert seien. Bei letzterem werde beispielsweise geprüft, dass die Geräte keine Leckagen aufwiesen, aus denen Isofluran in die Umgebungsluft entweiche. Die Regierung stellt zudem klar, dass es die Ferkelbetäubungssachkundeverordnung Landwirten ermögliche, die Ferkelkastration unter Isoflurannarkose selbst durchzuführen. Gleichzeitig stehe es aber jedem Tierhalter frei, die Durchführung der Isofluranbetäubung durch einen Tierarzt vornehmen zu lassen oder sich für eine der anderen verfügbaren Alternativen, Ebermast oder Immunokastration, zu entscheiden

Die Redaktion empfiehlt

Die DLG-Prüfung der ersten Isoflurangeräte für die Ferkelnarkose soll bis Ende April abgeschlossen sein.


Diskussionen zum Artikel

von Christian Metz

Viel Spaß weiterhin...

wer noch immer nicht begriffen hat, wo die Reise hingeht, dem wünsche ich viel Spaß auf dem weiteren Leidensweg...Wen wir es diesmal nicht schaffen Kante zu zeigen, indem die Produktion richtig runter geht, werden wir alle kaputt geregelt!

von Harald Finzel

Für kleine Betriebe auch mit 50% Förderung viel zu teuer

Laut den aktuellsten Zahlen auf bmel-statistik.de gibt (gab) es 2016 noch 11900 Betriebe mit Zuchtsauenhaltung. Davon: 3100 mit bis zu 9 Zuchtsauen; 2000 mit 10-49 Zuchtsauen; 1600 mit 50-99 Zuchtsauen; 2300 mit 100-199 Zuchtsauen; 2200 mit 200-499 Zuchtsauen; 700 mit 500 oder mehr ... mehr anzeigen

von Hinrich Eckhoff

Falsche Berechnung

Nicht 4000 setzen auf Isofluran, sondern 1400 Betriebe! Der Rest steigt aus der Ferkelproduktion aus....Oder glaubt die Politik wirklich, das 100 % der Ferkelerzeuger, diese Eierei um die Nutztierhaltungsverordnung weiter mitmachen!

von Heinrich Albo

Das Isofluran..

gelangt IMMER in die Umwelt...wohin sonst? Spätestens wenn es die Ferkel nach der Narkose wieder ausathmen wird auch der Landwirt geschädigt.

von Gesa Harms

Isofluran in der Umwelt

Sorry, aber die Geräte, die sich derzeit in der Zertifizierung der DLG befinden, saugen sämtliches Isofluran ab und sammeln es im Filter.

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