Bayern

BBV tauscht sich mit Kaniber aus

Die BBV-Präsidentenkonferenz hat Bayerns Landwirtschaftsministerin auf die Sorgen der Bauern hingewiesen und bessere Bedingungen für die Landwirtschaft gefordert.

Die Corona-Pandemie bestimmt weiterhin das politische und gesellschaftliche Leben. Um über aktuelle Themen und Probleme in der Land- und Forstwirtschaft zu sprechen, traf sich die BBV-Präsidentenkonferenz letzte Woche Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber.

Neben Bauernpräsident Walter Heidl und Landesbäuerin Anneliese Göller waren die Bezirkspräsidenten sowie hauptamtliche Führungskräfte des BBV und des Landwirtschaftsministeriums beteiligt, teilt der Verband mit.

Gegenüber Staatsministerin Kaniber und Amtschef Hubert Bittlmayer haben die Mitglieder der Präsidentenkonferenz angesichts der jüngsten Diskussionen sowie der harten Entscheidungen in der Tierhaltung – insbesondere für Zuchtsauenhalter – deutlich gemacht, dass die Landwirte eine leistbare Nutztierstrategie von der Politik erwarten. Die Staatsregierung müsse Bayern als starken Tierhaltungsstandort mit bäuerlichen Betriebsstrukturen erhalten.

Rabattschlachten im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) bei Fleisch, Milch, Gemüse, Obst und anderen Grundnahrungsmitteln müssen durch ein Verbot preisgebundener Werbung verhindert werden. Die Staatsregierung wurde aufgefordert, den LEH als Glied in der Lebensmittelkette zu verantwortungsvollem Handeln zu zwingen, sodass die Bauernfamilien als Erzeuger von Lebensmitteln von ihrer Arbeit und ihren Produkten leben können.

Für eine erfolgreiche Zukunft im Ackerbau, sichere Ernten und hohe Qualitäten muss aus Sicht des Bauernverbandes Sorge dafür getragen werden, dass auch künftig der nötige Pflanzenschutz und eine bedarfsorientierte Düngung gewährleistet bleiben. So sind bei der Gülleausbringung wissenschaftliche Erprobungen und weitere Alternativen zur streifenförmigen Ausbringung voranzubringen. Im Ökolandbau muss die Nachfrage für heimische Bioprodukte gestärkt werden.

Außerdem wird die Staatsregierung aufgefordert, die Forschung im Bereich Land- und Forstwirtschaft massiv zu verstärken. Unter anderem braucht es unbedingt den angekündigten Trockenforschungsstandort in Schwarzenau und ein bayernweites Netz an Praxisbetrieben, mit denen in Kooperation angewandte Forschung zu Fragen der Flächenbewirtschaftung und der Tierhaltung stattfindet. Für die bayerischen Betriebs- und Flächenstrukturen gilt es zudem, die Chancen der Digitalisierung für eine noch präzisere Landwirtschaft nutzbar zu machen. Voraussetzung dafür ist flächendeckend leistungsfähiges Internet auf dem Land und auf jedem Hof.

Aufgrund der jüngsten Wolfsrisse wurde die Staatsregierung nochmals aufgefordert, die Weidetierhaltung in Bayern mit allen Mitteln zu schützen und zu erhalten. Außerdem macht die dramatische Lage, für die Borkenkäfer, Trockenheit und hohe Schadholzmengen in den Wäldern sorgen, gezielte finanzielle Unterstützung beim Aufarbeiten, Lagern und für alternative Holzverwertung - zum Beispiel Energiegewinnung - notwendig.


Diskussionen zum Artikel

von Günter Schanné

Preisbindung

Der Vergleich mit Zootieren hinkt, weil es sich um fühlende Lebewesen handelt. Bei Milch und Fleisch beispielsweise handelt es sich um Sachen. Beim Preis für Produkte der Handelsmarken unterliegt auch der LEH dem Diktat des Weltmarktes. Die Staatsregierung ist nur eine ... mehr anzeigen

von Rudolf Rößle

Auf

diesem Bild und Gremium fehlen eindeutig junge Menschen die jetzt neu in der Praxis drin sind und ihre Familie ernähren müssen und sicher auch andere Lebensansprüche haben werden.

von Ulrich M. Sorg

Alle, die eine Familie haben, wollen diese gut ernähren!

Die jungen Bäuerinnen und Bauern bringen sicher auch gute neue Ideen ins Gespräch; die älteren Herrschaften bringen die Erfahrung mit! Wir alle wollen doch unsere Familie mit wertgeschätzter Arbeit ernähren!

von Wilhelm Grimm

Zu viele Themen auf einmal versanden zu schnell.

Das wird nix !

von H. Bogen

Verbot der preisgebunden Werbung für Grundnahrungsmittel

Das wäre zwar mal eine spitzen Idee (Im Zoofachhandel darf ja auch nicht mit Tieren preisgebunden geworben werden) und würde jede Menge Papier sparen, aber ich glaube nicht das der LEH das mit sich machen lässt. Schließlich sind der Butter und Milchpreis so wichtig weil fast jeder ... mehr anzeigen

von Erwin Schmidbauer

Meinungsaustausch

Es gibt den bekannten, wenn vielleicht auch nicht besonders lustigen Witz: Meinungsaustausch ist, wenn ich mit meiner Meinung zum Chef gehe und mit der Meinung des Chefs zurück komme. Wenn man bedenkt, dass etwa die Hälfte der Kosten des BBV durch den bayerischen Staat "gesponsert" ... mehr anzeigen

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