Milchmarkt

Braucht die Bayern MeG ein Update? Premium

Die Bayern MeG verhandelt im Auftrag der Bauern mittlerweile 5,7 Mrd. kg Milch. Doch was kann sie damit in einem gesättigten Milchmarkt erreichen?

Bessere Milchpreise, einheitlichere Lieferkonditionen und ein intensiverer Informationsaustausch über den Markt – das waren die Erwartungen der Milchbauern an die Bayern MeG, als sie vor 13 Jahren an den Start ging.

Sie sollte bayerischen Milcherzeugergemeinschaften (MEG), die an Privatmolkereien liefern, durch Bündelung ihrer Milch eine bessere Verhandlungsposition verschaffen, ohne ihre Eigenständigkeit anzutasten. Der Austausch über Preise und Mengen sowie gemeinsame Vertragsverhandlungen sollten durch sie kartellrechtlich möglich sein.

Wo stehen wir heute? Mit knapp 5,7 Mrd. kg von 137 MEGs bundesweit hat die Bayern MeG inzwischen ordentliches Gewicht (siehe Karte). Kann sie diesen Trumpf in den Verhandlungen mit rund 40 Molkereien ausspielen? Wie ist die aktuelle Bilanz und wird die Dachorganisation, die mit 3,5 % der europäischen Milchmenge die erlaubte Bündelungsgrenze erreicht hat, den künftigen Herausforderungen gerecht? Eine Umfrage in der Branche.

Großes Netzwerk

Einheitlichere, transparente Lieferbedingungen sowie eine flächendeckende Koordination von mittlerweile rund 15 000 Lieferanten. Das sind laut Milcherzeugern und Marktexperten die größten Verdienste der Bayern MeG.

Dass Privatunternehmen heute überhaupt mit ihren Erzeugern über Kaufverträge und Milchpreise verhandeln und mehrjährige Lieferverträge abschließen, gehe auf das Konto der Dachorganisation. Die Molkerei Zott hat z. B. vor nicht allzu langer Zeit ihre Milchpreise noch selbst festgelegt.

Viel Wert sei auch die beratende Funktion der Bayern MeG zu Verhandlungsstrategien und zur Vertragsgestaltung. Der vor Kurzem mit einer bayerischen Privatmolkerei ausgehandelte gestaffelte Tierwohlzuschlag von 1 bis 1,5 ct/kg für Laufstallbetriebe und Kombinationshalter – bei den Privaten bisher einmalig – trägt die Handschrift von Geschäftsführer Markus Seemüller. Vorstand Stefan Schäfer von der MEG Milchland Baden-Württemberg sieht ein weiteres Plus im Austausch monatlicher Milchpreise und aktueller Marktinformationen sowie im großen Netzwerk, das sich Seemüller in der Branche inzwischen aufgebaut hat.

Besonders in Krisenzeiten scheint sich das auszuzahlen. „Nur...

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Zwei bayerische Erzeugergemeinschaften haben eine Warenkreditversicherung für ihre Milch abgeschlossen. Grund sind die Pleite der B.M.G. und das steigende Risiko am Milchmarkt.

Vorstand und Aufsichtsrat der Bayern MeG fordern von den Beteiligten der Wertschöpfungskette Milch, den Mut, bisherige Denk- und Handlungsweisen ohne Tabus zu überdenken.

Artikel geschrieben von

Silvia Lehnert

Redakteurin SÜDPLUS

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von Erwin Schneiderbauer

Herr Seemüller ist ein sehr fähiger Mann,

aber, wenn die Meg Mitglieder(Milchbauern) sich nichts zutrauen, bzw. keine Eier in der Hose haben, ist Herr Seemüller allein an der Front.... Es ginge sehr viel mehr, gerade im jetzigen Mainstream zum Thema Klima, Tierschutz, Regionalität . Aber man muss halt agieren, nicht reagieren, und da sind die Mitglieder gefordert die Herrn Seemüller den Auftrag geben, ansonsten ist er Machtlos, wenn ihm dann die Bauern in den Rücken fallen...….mal drüber nachdenken, nicht andere für sich denken lassen!!

von Erwin Schneiderbauer

Herr Seemüller ist ein sehr fähiger Mann,

aber, wenn die Meg Mitglieder(Milchbauern) sich nichts zutrauen, bzw. keine Eier in der Hose haben, ist Herr Seemüller allein an der Front.... Es ginge sehr viel mehr, gerade im jetzigen Mainstream zum Thema Klima, Tierschutz, Regionalität . Aber man muss halt agieren, nicht reagieren, und da sind die Mitglieder gefordert die Herrn Seemüller den Auftrag geben, ansonsten ist er Machtlos, wenn ihm dann die Bauern in den Rücken fallen...….mal drüber nachdenken, nicht andere für sich denken lassen!!

von Matthias Zahn

Eigenständigkeit der Landwirte

Wie mein Vorredner bereits erwähnte, sind wir Bauern oftmals nicht in der Lage, dass wir unsere Leute selbst bezahlen. Weil dann sofort über zu hohe Mitgliedsbeiträge gejammert wird. Bezüglich der Milchmenge ist es das gleiche! Alle jammern über den Milchpreis, die Verantwortung für diesen, durch eine angepasste Anlieferung, will aber keiner übernehmen. Es ist immer das gleiche. Ob BDM, MilchBoard oder Bayern MEG, diese Organisationen sind genauso stark wie die Basis die sie trägt. Wenn wir also über die Zukunft der BayernMEG diskutieren wollen, müssen wir unten anfangen-bei den Bauern!!!

von Norbert Post

MEG

Es ist immer dasselbe: wenn man sich die Verwaltungskosten schon von den Molkereien bezahlen lässt, wie will man dann Preise verhandeln? Ist die Landwirtschaft nicht in der Lage die eigenen Leute selbst zu bezahlen? Für mich ist genau dies das Dilemma. Wir können nicht kreativ und selbstbewusst genug sein, weil es immer irgendwie gehemmt ist und starke Einflüsse von außen da sind, die uns einen Weg aus der "Abhängigkeit" zeigen

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