Interview - „Das Antibiotika-Monitoring verzerrt die Realität“ Premium

Die bayerischen Rindermäster wollen raus aus dem Antibiotika- Monitoring. Im Interview mit Südplus erklärt Mästerin Franziska Klenkert die Gründe dafür.

Das neu gegründete Netzwerk Rindermast, in dem Sie Mitglied sind, fordert, dass Rindermäster aus dem staatlichen Antibiotika-Monitoring herausgenommen werden. Warum?

Franziska Klenkert: Zunächst einmal gehen nur etwa 3,8 % der MRSA-Fälle auf die Tierhaltung zurück. Der Rest ist durch die Humanmedizin verschuldet. Deshalb sollte man den Fokus vor allem auf diesen Bereich legen und nicht so sehr auf die Tierhaltung. Außerdem suggeriert das Monitoring, dass wir Antibiotika minimieren müssten. Doch kein Rindermäster behandelt seine Tiere aus Spaß, sondern nur, wenn sie krank sind! Alles andere wäre ein Verstoß gegen den Tierschutz. Außerdem sehen wir bei der Aussagekraft des Monitorings erhebliche Schwächen.

Welche sind das konkret?

Klenkert: In der Rindermast reicht zum Beispiel allein eine Behandlung bei einem Tier, das über acht Monate alt ist, aus, um die Kennzahl des Monitorings zu überschreiten. Das heißt, der Betrieb muss wegen...

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Artikel geschrieben von

Berenike Kröck

Redaktion Südplus

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Silvia Lehnert

Redakteurin SÜDPLUS

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Diskussionen zum Artikel

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von Willy Toft

Sie bringt die es auf den Punkt!

Die ganzen Restriktion beruhigen nur die Protagonisten, die sich damit rühmen, etwas für die Gesundheit der Menschen getan zu haben.

von Gerhard Steffek

Nur 3,8 % der MRSA-Fälle -

gehen auf die Tierhaltung zurück. Warum wird das nicht entsprechend publiziert? Selbst für den Fall das mal ein DBV-Vertreter in einer jener unsinnigen Talkshows zu Wort kommt, kommen sollte, wird dort von denen nur flachgründiger Nonsens abgeliefert, anstatt Tacheless zu reden. Wie sagte es einst Helmut Markwort, Gründer der Zeitschrift Focus: "Fakten, Fakten, Fakten, sonst nichts". Ich mach immer wieder die Erfahrung, wenn man diesen "ahnungslosen Möchtegernbesserwissern" die Fakten entsprechend um die Ohren haut, dann bemerkt man sehr schnell deren Hilflosigkeit gegenüber wahren Tatsachen. Kaschiert wird diese dann meistens mit dem Versuch von ideologischer Polemik. Hier muß man dann aber auch aufpassen. Nicht umsonst heißt es: "Diskutiere nie mit Idioten. Zuerst ziehen sie dich auf ihr Niveau runter und dann schlagen sie dich mit ihrer Erfahrung".

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