Umstrittenes Handelsabkommen

Mortler: Mercosur droht Preise für Landwirte nach unten zu drücken

Das geschlossene Handelsabkommen Mercosur trifft auf erhebliche Vorbehalte. Landwirte fürchten Preisverfall. Grünen sorgen sich um Biodiversität und Lebenmittelstandards

Im Agrarausschuss rührt sich Widerstand gegen das Mercosur-Handelsabkommen. Bei einer Anhörung im Agrarausschuss zu Wochenbeginn diskutierten die EU-Abgeordneten mit Wirtschafts- und Lebensmittelhandelsvertretern sowie Agrarexperten die Auswirkungen des Handelsabkommens mit den südamerikanischen Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay auf Preise und Standards von europäischen Lebensmitteln.

„Wir können nicht immer höhere Anforderungen an unsere Landwirte stellen, aber gleichzeitig ein Handelsabkommen abschließen, durch das landwirtschaftliche Produkte freien Marktzugang erhalten, die diese Auflagen nicht erfüllen müssen und auch nicht können. Das führt nicht nur zu einem unfairen Wettbewerb gegenüber den europäischen Landwirten. Vielmehr ist es ein Schlag ins Gesicht derer, die sich tagtäglich unermüdlich dafür einsetzen, die Bewirtschaftung ihrer Agrarflächen noch nachhaltiger und ihre Viehhaltung noch tierfreundlicher zu gestalten“, erklärte die EU-Abgeordnete Marlene Mortler in Brüssel nach der Anhörung.

„Das Mercosur-Abkommen wird die Preise für bestimmte landwirtschaftliche Produkte in Europa noch weiter nach unten drücken“, fürchtet die CSU-Europaabgeordnete. Darüber seien sich alle Fachleute bei der Anhörung im EU-Parlament einig gewesen.

Wer einer wettbewerbsfähigen Landwirtschaft in der EU das Wort rede, müsse in der Praxis überzeugen und nicht auf dem Papier. „Das bedeutet: strikte und klare Vorgaben, die von beiden Seiten einzuhalten sind und bei Verstößen auch entsprechend sanktioniert werden“, so die Agrar- und Ernährungspolitikerin aus Bayern.

CSU und Grüne ziehen bei Mercosur an einem Stang und verteidigen EU-Qualitätsstandards

Die Grünen im EU-Parlament teilen die Bedenken der CSU-Europaabgeordneten. Am Mittwoch wollen die grünen EU-Abgeordneten Anna Cavazzini und Yannick Jadot sowie die Mercosur Expertin Luciana Ghiotto eine neue Studie zu den Auswirkungen des Mercosur-Abkommens insbesondere auf Umwelt- und Klimaauswirkungen von Agrarprodukten aus den südamerikanischen Ländern in der EU vorstellen.

Artikel geschrieben von

Thomas A. Friedrich

Korrespondent Brüssel/Straßburg

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Diskussionen zum Artikel

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von Rudolf Rößle

Blauzunge

obwohl die Kälber gesund sind und die meisten Betriebe geimpft , sind die Kälberpreise ins Bodenlose abgesackt. Mit wenn und aber lassen sich ohne Grund die Preise senken.

von Willy Toft

Zumindest hat es Psychologisch auf den Markt schon eingewirkt, und wurde gleich eingepreist!

Wir haben jetzt schon über ein halbes Jahr ca. 40 Cent Preisverfall bei Rindfleisch gehabt, wenn denn tatsächlich mehr Rinder kommen, wie soll das den werden? Wir bekommen so die Enden in der Rinder- Mast nicht mehr zusammen!

von Gerd Uken

Da ist dann ja vielleicht doch was hängen geblieben

Von den Demos...... Wie schnell man einen Preis kaputt machen kann sieht man doch bei den Kälberpreisen. Ich weiß ja nicht wieviel mehr eingestallt wurde in NL aber es genügte um den Fleischpreis um 1€/kg zu senken und den Absatz zum Erliegen zu bringen!

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