SystemVergleich

Aufsatteln oder anbauen? Premium

Mehr Furchen – höheres Gewicht – größere Hebelkräfte. Ist bei größeren Pflügen der Aufsattelpflug besser unterwegs als der Anbaupflug? Wir haben beide Systeme miteinander verglichen.

Anbaupflüge sind oft Stand der Technik. Allerdings steigt auch die Nachfrage nach größeren Arbeitsbreiten – also mehr Furchen pro Pflug. Damit wachsen aber nicht nur die Gewichte, sondern auch die Hebelkräfte und somit auch die Ansprüche an den Schlepper und das Hubwerk. Als Alternative zum Anbaupflug Juwel bietet Lemken den Diamant Aufsattelpflug an. Wir wollten wissen, wie man mit einer aufgesattelten Maschine arbeitet und welche Vor- und Nachteile dieses System im Gegensatz zum Anbaupflug bringt. Für unseren Vergleich haben wir zwei, je sechsfurchige Modelle, gegeneinander antreten lassen.

Die Pflüge im Vergleich

Sowohl der Diamant als auch der Juwel kamen zum Test mit hydraulisch verstellbarer Schnittbreite, also als Vario-pflüge. Beide hatten 100 cm Körperabstand und Streifenkörper. Der Juwel 8 trat ohne Onland-Ausstattung zum Test an, die es aber optional gibt (siehe dazu top agrar-Ausgabe 10/2018). Die Neigung des Pfluges ließ sich im Test elektrohydraulisch einstellen, ebenso wie die Arbeitstiefe am Tastrad und die Vorderfurchenbreite. Die Schlepper-Pflug-Zuglinie mussten wir bei unserem Juwel mechanisch mit einer Spindel einstellen.

Beim Aufbau unterscheidet sich der Aufsattelpflug in vielen Punkten vom Anbaupflug. Der Pflugturm ist hier in einem Drehgelenk gelagert. Damit läuft der Diamant ähnlich wie ein Anhänger mit starrer Achse dem Schlepper hinterher. Das Gewicht der Maschine liegt zum großen Teil auf dem Aufsattelrad. Zwei mehrstufige Hydraulikzylinder drehen den Pflug. Über zwei verstellbare Anschläge lässt sich die Neigung des Pfluges mechanisch einstellen. Die Anschläge sind zudem steckbar. Zum An- und Abbau des Pfluges muss man diese aus der Buchse nehmen, damit der Pflug weit genug zur Seite drehen kann und der Turm somit gerade steht. Die Arbeitstiefe stellt man hydraulisch über das Stützrad und die Vorderfurchenbreite über eine mechanische Spindel am Trägerrahmen des Pfluges ein. Will man mit dem Aufsattelpflug Onland pflügen, lässt sich mit dieser Spindel der Abstand zur Furche einstellen. Optional gibt es dies beim Diamant auch hydraulisch.

Unser Diamant verfügte über das optionale Opti-Line-System. Damit ist die Schlepper-Pflug-Zuglinie nun auch beim Aufsattelpflug hydraulisch anpassbar. Ein Zylinder wirkt gegen die auftretenden Kräfte am Pflugturm und reduziert dadurch den Seitenzug. Hebt man den Pflug über das Aufsattelrad aus, schaltet das System den Zylinder drucklos, um am Vorgewende problemlos drehen zu können. Ebenso an Bord hatten wir den optionalen Traktionsverstärker Opti-Trac. Dabei überträgt ein Hydraulikzylinder zwischen Pflugturm und -rahmen Gewicht auf die Hinterachse des Schleppers, um die Traktion zu erhöhen. Dieser Zylinder schaltet beim Ausheben des Aufsattelrades ebenfalls drucklos. Zwei Druckuhren am Pflugturm helfen dem Fahrer beim Einstellen des Drucks beider Systeme.

Nur auf dem Rad legal

Beim Straßentransport kann der Diamant trumpfen. Im Transportmodus sind auch bei 40 km/h noch niedrige Reifendrücke am Schlepper möglich. Zum Umstellen auf den Transportmodus muss man lediglich...

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