Beregnung

Gegen den Pflanzendurst Premium

Beregnungsanlagen müssen heute hoch effizient arbeiten. Wir geben einen Überblick über die Technik.

Das effiziente Bewässern steht bei vielen Investitionen in Beregnungsanlagen im Vordergrund. Das Wasser soll ohne große Verluste direkt an die Pflanze. Die verschiedenen Beregnungssysteme sind zwar nicht grundlegend neu, neue Steuerungssysteme helfen aber die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen. Wir haben uns über die unterschiedlichen Systeme informiert.

Drei Stationen

Bewässerungsanlagen bestehen aus drei Elementen. Am Anfang steht meist ein Tief- bzw. Flachbrunnen oder Oberflächengewässer mit einer entsprechenden Pumpe. Über ober- oder unterirdische Rohrleitungen geht es weiter zur Verteiltechnik. In Gebieten mit intensiver Beregnung gibt es häufig ein fest installiertes Hydrantennetz. Hier liegen die überwiegend aus Kunststoff (PVC, teilweise PE) bestehenden Wasserleitungen unterirdisch. Beim Umsetzen der Beregnungsanlagen spart man so viel Zeit, da das Verlegen von Zuleitungen entfällt. Liegt kein Brunnen in der unmittelbaren Nähe und ist kein Hydrantennetz vorhanden, muss man oberirdische Leitungen legen. Diese bestehen heute meist aus flexiblen Druckschläuchen. Mit entsprechenden hydraulisch angetriebenen Schlauchhaspeln wickelt man die Schläuche einfach auf und ab. Je nach Größe der Haspeln und des Schlauchdurchmessers lassen sich so mehrere Hundert Meter Schlauch mitführen.

Von der Quelle zum Regner

Pumpe ist nicht gleich Pumpe. Die nötige Förderleistung der Pumpen hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Die Art der Regneranlage sowie die zu beregnende Fläche,
  • Entwicklungsstadium der Pflanzen, also der Wasserbedarf variiert hier sehr stark,
  • Wasserrecht, wie viel Wasser darf man in welcher Zeit schöpfen,
  • Wirkungsgrade der Regneranlagen, variiert zwischen den verschiedenen Bewässerungssystemen,
  • Niederschlag, Boden, Verdunstung.

Bedenken Sie: 1 mm Niederschlag entsprechen einer Menge von 10 m³ pro Hektar. Bei einer beregneten Fläche von 20 ha und einer Wassergabe von 30 mm pro Gabe entspricht das 6000 m³. Will man diese Menge in acht Tagen auf seiner Fläche ausbringen, um dann mit einem neuen Durchgang starten zu können, muss die Pumpe täglich 750 m³ Wasser fördern. Für steigende Verdunstungsraten bei Wind oder intensiver Sonneneinstrahlung bzw. hohen Temperaturen sowie eventuell höhere Wassergaben in bestimmten Entwicklungsstadien der Pflanzen sollte die Pumpe deshalb eine gewisse Mehrleistung bringen. Sind zudem lange Rüstzeiten nötig, muss die Leistung der Pumpe ebenfalls höher sein.

Wichtig ist auch der Druck der Pumpe. Dieser muss zur Anlage passen. Beachten Sie dabei die Strömungsverluste im Rohrleitungssystem und den Höhenunterschied zwischen Pumpe und Regner. Hier lassen sich beispielsweise durch größere Querschnitte der Wasserleitungen erheblich Kosten beim Pumpenbetrieb sparen. Auch bei der Anlage der Bohrlöcher sollte man einiges beachten. Bei Bohrlöchern mit größerem Durchmesser lassen sich später auch Pumpen mit größerem Durchmesser installieren. Dadurch bringen die Pumpen mehr Leistung und Standzeiten lassen sich verlängern.

Welche Pumpe, welcher Antrieb?

Lässt sich das Wasser aus flachen Bohrlöchern oder Oberflächengewässern entnehmen, kann man mit einfachen öberflächlich aufgestellten Kreiselpumpen arbeiten. Problem: Überschreitet die Saughöhe 7 m, kommt es zur Kavitation (Dampfbläschen, die schlagartig kondensieren können und so die Pumpe beschädigen). Mit Bohrlochwellenpumpen oder Unterwassermotorpumpen lässt sich Wasser auch aus tieferen Brunnen pumpen. Dabei arbeiten die Pumpen unter dem Wasserspiegel und je nach Pumpe bis zu 70 m tief. Aber: Je tiefer Sie das Wasser schöpfen müssen, desto geringer ist die Leistung der Pumpen und die Wirtschaftlichkeit der Beregnung nimmt ab.

Beim Antrieb der verschiedenen Pumpen gibt es mehrere Möglichkeiten. Die in der Anschaffung günstigste Lösung ist die zapfwellenbetriebene Pumpe. Allerdings müssen Sie dafür ständig einen Schlepper vorhalten, wodurch die Effizienz dieses Antriebes gering ist. Als mobile Lösung ohne Schlepperantrieb gibt es Dieselaggregate. Meist kommen diese Geräte als Anhänger. Dabei treibt ein auf einen Rahmen geschraubter Dieselmotor die Pumpe an. Der Rahmen dient dabei als Dieseltank (300 bis zu 1000 l Dieselvorrat). Durch das Fahrgestell lassen sich die Pumpen relativ einfach umsetzen und somit an...

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Artikel geschrieben von

Andreas Huesmann

Redakteur Landtechnik

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