65. Weltpflügermeisterschaft in Kirchentellinsfurt

Hoch über Kirchentellinsfurt liegt das Hofgut Einsiedel, der Ort, an dem die weltweite Pflügerelite bei der 65. Weltmeisterschaft im Pflügen am 1. und 2. September 2018 aufeinandertrifft. Der Niedersachse Florian Sander und der Westerwälder Sebastian Murkowski wollen den vermeintlichen Heimvorteil nutzen.

Hoch über Kirchentellinsfurt (Landkreis Tübingen) liegt das Hofgut Einsiedel, der Ort, an dem die weltweite Pflügerelite bei der 65. Weltmeisterschaft im Pflügen am 1. und 2. September 2018 aufeinandertrifft. Der Niedersachse Florian Sander und der Westerwälder Sebastian Murkowski wollen den vermeintlichen Heimvorteil nutzen.

Bereits im vergangenen Herbst begann die heiße Phase der Vorbereitung in unmittelbarer Nähe zu Stuttgart. Nicht nur die Teilnehmer nahmen die lange Reise auf sich, sondern auch die Wettbewerbsgeräte von Lemken, Kverneland und Fendt.

Nahezu die gesamte Weltelite reist mit eigenem Wettkampfpflug, der mit dem Standard-Ackerpflug kaum mehr was gemeinsam hat, und Schlepper an. Die ersten Container wurden in Neuseeland bereits Anfang Juni beladen und auf die Reise um die halbe Welt geschickt. Kaum in Deutschland angekommen, haben sich die beiden Pflüger von der anderen Seite der Weltkugel, Bob Mehrtens und Ian Woolley, nach einer Übungsfläche umgesehen. In der Ortenau sind sie fündig geworden und üben nun dort.

Die Titel sichern sich diejenigen, die am Ende der beiden Wettbewerbstage die meisten Punkte erreichen. Im vergangenen Jahr waren das John Whelan aus Irland in der Kategorie Drehpflügen und der Amerikaner Gene Gruber im Beetpflügen. Beide sind auch bei der 65. Weltpflügermeisterschaft in Kirchentellinsfurt mit dabei – mit einem kleinen, aber feinen Unterschied. Der Amerikaner ist „nur“ Trainer. Das ist nicht selten, doch man muss wissen, dass er seine erst 16-jährige Tochter Hailey betreut. Das macht die Situation besonders.

Sebastian Murkowski erklärt mit Blick auf seine frisch gezogenen Furchen: „Um bei der WM beim Kampf um die Trophäen eingreifen zu können, muss ich auf eine Menge Kriterien achten, die über Sieg oder Niederlage entscheiden. Das sind sehr viele, die kann ich gar nicht alle aufzählen. Am wichtigsten ist die Geradheit, die springt jedem zuerst ins Auge. Auch dem absoluten Laien auf dem Acker.“ Das wissen auch die Richter. Mit einer krummen Furche kann der Pflüger schon bei der allerersten Fahrt seine Titelambitionen verspielen.

Über die Punktvergabe entscheidet an beiden Seiten der Parzellen je ein Richterteam, das anhand eines Bewertungskatalogs der Weltpflügerorganisation die Arbeit der Teilnehmer bewertet. Mehrmals muss der international zusammengesetzte Trupp die Parzellen passieren. Knapp 600 Meter Wegstrecke einfach zurücklegen, um vom ersten bis zum letzten Wettkampfbeet zu kommen.

Im Beetpflügen werden pro Richterteam täglich 130 Punkte vergeben, im Drehpflügen 140. Die erste große Herausforderung der Beetpflüger ist der Zusammenschlag, der unmittelbar nach der Bewertungspause ansteht. Bei den Drehpflügern ist der Anschluss an den Keil einer der Höhepunkte, den sich die Zuschauer nicht entgehen lassen sollten. Rund eine Viertelstunde vor Ende des Wettbewerbs wird es dann nochmals hektisch auf den Parzellen. Wer hat sich die Zeit richtig eingeteilt, um die Schlussfurche in Ruhe auspflügen zu können. Die letzte Fahrt bleibt offen liegen und allen in Erinnerung. Wer hier unter Zeitdruck steht, wird schnell unachtsam und vergisst womöglich, eine Einstellung bei seinem Arbeitsgerät vorzunehmen.

„Bei entsprechendem Wetter werden etwa 30.000 Gäste erwartet“, erklärt der Vorsitzende des Kuratoriums Weltpflügen 2018 e.V, Helmut Wolf. Neben den Wettbewerben erwartet die Besucher auf dem Hofgut Einsiedel ein hochattraktives und abwechslungsreiches Rahmenprogramm, das für jeden Besucher etwas bietet: Hohenheimer Feldtag mit Dampfpflugvorführung, Pferdepflügen, Landmaschinenvorführungen, Kinderland, regionaler Spezialitäten- und Kreativmarkt, Modellflugvorführungen und vieles mehr.

Ein Highlight für Technikfans wird die einzigartige Oldtimerschau Traktoren „Made in Südwest“ mit zahlreichen Raritäten sein: 66 Traktoren gibt es in der Sonderschau Südwest zu bestaunen, 33 Traktoren kommen aus anderen Regionen. Eine Zusammenstellung, die es bisher noch nie gegeben hat.
Weitere Informationen erhalten Sie online unter www.weltpfluegen2018.de

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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