Fendt stellt erste Neuheiten zur Agritechnica 2017 vor

AGCO Fendt hat am Dienstag erste Neuheiten zur Agritechnica im Herbst vorgestellt, da diese bereits ab Juni bei den Händlern bestellbar sind. Neu sind die Ausstattungsvariante PowerPlus, die integrierte Spurführung ab Werk beim 300er ProfiPlus, flachdichtende Kupplungen sowie ein Kuppelschild.

Fendt Neuheiten 2017 (Bildquelle: AGCO)

AGCO Fendt hat am Dienstag erste Neuheiten zur Agritechnica im Herbst vorgestellt, da diese bereits ab Juni bei den Händlern bestellbar sind. Neu sind die Ausstattungsvariante PowerPlus, die integrierte Spurführung ab Werk beim 300er ProfiPlus, flachdichtende Kupplungen sowie ein Kuppelschild.
 
Zunächst aber ging Peter-Josef Paffen, Vorsitzender der AGCO/Fendt Geschäftsführung auf die Marktsituation ein. So habe das Unternehmen aus Marktoberdorf keinen einzigen Tag Kurzarbeit anmelden müssen. Erfreulicherweise habe sich der Markt viel schneller von der Krise erholt als gedacht. „Wir haben einen ordentlichen Auftragseingang und werden die Produktion nun wieder ausweiten, die Nachfrage ist da“, sagte Paffen. Mit großen Sprüngen gehe es inzwischen wieder Richtung Boom-Phase, das erste Quartal 2017 habe man über dem eigenen Plan erfüllt. „Bei einigen Modellen haben wir bereits wieder einige Monate Lieferzeit. Die Stimmung bei den Bauern ist besser geworden und wir erkennen einen gewissen Nachholbedarf“, so der Manager im Telefongespräch mit top agrar.

Zur Lely-Übernahme wollte sich die Geschäftsführung dagegen noch nicht ausführlich äußern, bevor die Übernahme in der zweiten Jahreshälfte vollständig wasserdicht sei. Fest stehe aber, dass Fendt u.a. mit Wolfenbüttel neue Standorte hinzugewinne. Ob es auf der Agritechnica Lely-Technik in Fendt-Grün geben wird, bleibt offen. Laut Paffen habe man aber natürlich verschiedene Überlegungen auf dem Tisch.

Erfreut zeigte sich die Geschäftsführung über Platz 1 bei der Händlerzufriedenheit sowie die Statistik, die Fendt-Traktoren auf den vorderen Platzierungen der meistverkauften Schlepper ausweist: Platz 1 der Fendt 724 mit 630 Stück letztes Jahr, Platz 2 Fendt 516 mit 553 Stück, Platz 3 Fendt 313 mit 440 Stück sowie Fendt 718 auf Platz 5 mit 331. Die Marktanteile von Fendt wuchsen in Westeuropa um 1,6 % und in Osteuropa um 1,3 %.

Strategie Fendt 2020

Vom neuen Fendt 1000 haben die Bayern 2016 rund 180 Stück gebaut, 60 unter der Flagge Challenger für den US-Markt. Für 2017 sind über 500 geplant, wobei die Hälfte in die USA geht. Das führte Paffen zu der Strategie 2020, bei der die Marktoberdorfer in drei Jahren 20.000 Schlepper (aller Modelle) herstellen wollen. Zum Vergleich: 2013 lag die bisherige Höchstmarke bei 17.837 und 2016 bei 13.667 Traktoren.
Neben dieser Produktionssteigerung umfasst die neue Strategie außerdem folgende Punkte:

Neuheiten 2017: PowerPlus-Einführung und neue Kupplungen

Als Neuheiten präsentierte Fendt am Dienstag u.a. die Ausweitung der PowerStrategie: Die bisherigen Ausstattungsvarianten Power, Profi und ProfiPlus werden ab Juni 2017 um die Variante PowerPlus ergänzt, zunächst für die Modelle 500 und 700. Diese richtet sich an Grünlandbetriebe, für die Gülleausbringung oder Isobus-Anwendungen wie beim Ladewagen. Gedacht ist PowerPlus für Kunden, die nicht die volle technische Ausstattung wie bei PofiPlus benötigen, sich aber Spurführung (VarioGuido mit NovAtel oder Trimble) und Isobus wünschen. Bis 2018 soll der Anteil der PowerPlus-Modelle bei 25 % liegen, wünscht sich Paffen.

Generell wachse der Anteil der VarioGuide Maschinen deutlich und dürfte Ende 2017 bei 50 % liegen.

Weitere Neuheit: Den Fendt 300 Vario ProfiPlus gibt es in Kürze erstmals mit integrierter Spurführung ab Werk. Mehr in der Fotostrecke unten...

Flachdichtende Hydraulikkupplungen

Die bisher bei den Maschinen verwendeten Halbzoll-Hydraulikkupplungen entsprechen laut Fendt nicht mehr den heutigen Anforderungen in Sachen Druck, Durchflussmenge, Sauberkeit und Dichtheit (Ölverlust). Daher gibt es jetzt bei den 800ern und 900ern neue flachdichtende Kupplungen. Damit die alten Halbzöller der Anbaugeräte aber auch noch passen, bietet Fendt eine Kombination am Heck an: Über ein Steuergerät können die alten sowie die neuen Steckplätze versorgt werden. So sei eine schrittweise Umrüstung der Schläuche an den Arbeitsgeräten gewährleistet. Die neuen Kupplungen besitzen eine Abreißfunktion und sind unter Druck kuppelbar.

Ebenfalls neu ist das Kuppelschild „Plug & Work“ für ein schnelles Kuppeln mehrerer Schläuche. Die Platte ist an den Schläuchen des Arbeitsgeräts fest montiert, die Schläuche sind dadurch in der richtigen Position für den Anschluss am Schlepper. Dort braucht man dann lediglich die Platte zu montieren und alle Kupplungen sitzen an der korrekten Position. Erhältlich ab Juni für die 800er. 900er und 1000er Baureihe.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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