top agrar plus Streuen bis zur Feldkante

Mineraldünger: Grenzstreueinrichtungen im Vergleich

Wie können verschiedene Grenzstreueinrichtungen den Dünger bis an die Feldkante streuen? Das hat die Innovation Farm in Österreich anhand von vier Techniken und Verfahren geprüft.

Ein Fachbeitrag von Markus Gansberger, Franz Handler, Florian Krippl, Josef Penzinger von der Innovation Farm in Österreich.

Dünger, der im Randbereich über die Grenze hinausfliegt, fehlt auf der Fläche und führt zu Mindererträgen entlang der Feldgrenzen. Je kleinstrukturierter Flächen sind, desto höher ist der Anteil des Randbereichs an der Gesamtfläche der Schläge. Größere Arbeitsbreiten führen ebenfalls zu höherem Randanteil. Deshalb ist der Anspruch hoch, den Dünger perfekt bis an die Grenze zu platzieren.

Doch auch umweltpolitische Auflagen fordern eine genaue Ausbringung, damit die Nährstoffe nicht auf der Straße oder im Gewässer landen. Diese Kombination aus ökonomischen Anforderungen der Betriebe und den gesetzlichen Vorgaben bringt immer neue Grenzstreutechniken hervor. Doch welche Technik passt auf welchen Betrieb? Die Innovation Farm in Österreich hat dazu vier verschiedenen Systeme von Amazone miteinander verglichen.

Drei Arten des Grenzstreuens

Das Streubild eines Zentrifugalstreuers ist meist trapezförmig oder dreieckig. In den Randbereichen kommt also weniger Dünger an, als in der Fahrspur. Um in den Randbereichen gleich viel Dünger zu streuen, muss bei der Anschlussfahrt hier ebenfalls Dünger landen. Deshalb muss die Wurfweite größer als die Arbeitsbreite sein, meist etwa doppelt so groß.

In der Fläche ist dies kein Problem und sorgt so für eine gute Querverteilung. An der Feldgrenze hingegen soll und darf in vielen Fällen kein Dünger über die Grenze fliegen. Hier kommen verschiedene Grenzstreueinrichtungen ins Spiel, die die Applikation auf einer Seite der Maschine anpasst. Die Einstellung erfolgt dabei meist nach Tabellenwerten und kann nach unterschiedlichen Anforderungen justiert werden:

  • Ertragsorientiert: Grenzt ein eigenes Nachbarfeld an, streut man etwas über die Grenze, um den Randbereich vollständig zu düngen.
  • Umweltorientiert: An z. B. Grünstreifen streut man bis an den Rand, hier dürfen nur sehr wenige Körner über die Grenze fliegen.
  • Grabenstreuen: Hierbei bleibt man bewusst etwas von der Grenze entfernt, um sicher einen Gewässereintrag zu verhindern.

Um zu untersuchen, welche Grenzstreueinrichtung am genauesten arbeitet, hat die Innovation Farm aus Österreich an den Standorten Wieselburg und Mold die Grenzstreusysteme mit dem Normalstreuen verglichen.

Die vier möglichen Systeme von Amazone sind folgende:

  • Lamellenblock: Limiter
  • Hydro: Verstellung der Drehzahl
  • AutoTS: Verstellung der Schaufeln
  • BorderTS: Streuen vom Feldrand

Die Funktionsweise der einzelnen Systeme erklären wir weiter unten in diesem Beitrag. Alle vier Verfahren stellten die Techniker nach den Tabellenwerten für das umweltorientierte Grenzstreuen ein – einmal mit 18 m und einmal mit 36 m Arbeitsbreite.

Um die Wirkung der Grenzstreueinrichtungen besser bewerten zu können, streuten die Versuchstechniker im ersten Durchgang mit den normalen Einstellungen für die Flächendüngung. Bei jedem Durchgang sollten die Maschinen 140 kg/ha eines 27 %-stickstoffhaltigen, gekörnten Düngers ausbringen.

Bei beiden eingestellten Arbeitsbreiten war beim Normalstreuen deutlich ein dreieckiges Streubild zu erkennen. An der Feldgrenze kamen nur noch etwa 50 % der...

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