Automatisierung

Starkes globales Marktwachstum für Agrarroboter erwartet

Der Agrarroboter-Markt wird in Zukunft ein echter Boomsektor. Die Prognosen sind sehr vielversprechend, wie die Geschäfte mit Stallrobotern jetzt schon zeigen.

Der weltweite Markt für Agrarroboter dürfte in den kommenden Jahren kräftig wachsen. Das prognostiziert die niederländische Bank ABN Amro in einer aktuellen Studie.

Demnach soll sich der betreffende Jahresumsatz bis 2025 auf 12,4 Mrd. € erhöhen; bezogen auf das laufende Kalenderjahr wäre dies eine Verdopplung. Dabei beziffern die Analysten den Erlös durch den Verkauf von Agrarrobotern im eigenen Land für 2020 auf insgesamt 715 Mio. €.

Nach ihrer Einschätzung dürfte diese Kenngröße binnen dieses Jahrzehnts auf 2,5 Mrd. € steigen. Im laufenden Jahr entfielen in den Niederlanden der Studie zufolge insgesamt rund 630 Mio. € auf Stallroboter; dazu gehören zum Beispiel Melk-, Fütterungs- und Entmistungsroboter. Der betreffende Marktumsatz in zehn Jahren soll bis 2030 auf 1,05 Mrd. € steigen, was einer jährlichen Wachstumsrate von „nur“ 5 % entspräche.

Als aktuell zweitgrößtes Marktsegment im Heimatland identifizieren die Experten die Hardware für das Precision Farming, darunter Pflanzenschutzspritzen, Miststreuer und Bewässerungssysteme, mit einem Umsatz von insgesamt 60 Mio. €. Das diesbezügliche Marktpotential für 2030 veranschlagen die Analysten auf 250 Mio. €, was einer jährlichen Zuwachsrate von 15 % entsprechen würde.

Das größte jährliche Marktwachstum wird aber mit 53 % im Schnitt für die derzeit noch umsatzschwache Produktgruppe „Software, Sensoren, Datenanalyse sowie Plattformen und Services“ erwartet. Hier sollen die Erlöse von schätzungsweise aktuell erst rund 16 Mio. € auf 1,155 Mrd. € im Jahr 2030 steigen. Derweil wird für das Segment „Agrardrohnen und entsprechende Dienstleistungen“ ein Zuwachs um insgesamt 22 Mio. € oder jährlich 14 % auf 30 Mio. € prognostiziert.

Auch Maschinenführer sind rar

Die ABN Amro begründet ihre optimistischen Voraussagen für die Agrarrobotik vor allem mit der Knappheit an Arbeitskräften in der Landwirtschaft. Insbesondere das Angebot an Saisonarbeitern könne häufig den Bedarf nicht decken. Die Corona-Pandemie habe dieses strukturelle Problem noch verstärkt. Viele Arbeitsmigranten seien wegen der Krise nach Hause gefahren, was die Ernte von verschiedenen Produkten beeinträchtigt habe.

In den Niederlanden hätten Anfang dieses Jahres 18 % der landwirtschaftlichen Betriebe unter Arbeitskräftemangel gelitten. Bis August habe sich der Anteil zwar auf 14 % verringert; das seien aber immer noch 11 Prozentpunkte mehr gewesen als vier Jahre zuvor. Schwer zu finden seien aber unter anderem auch Mitarbeiter für die Milchviehhaltung und für Baumschulen. Probleme gebe es außerdem bei der Suche nach Maschinenführern im Ackerbau, etwa für Traktoren, Sä- und Erntemaschinen sowie für Maschinen zur Versorgung der Pflanzen.

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