Getreide: Ohne Resistenzgefahr gegen Ungräser Premium

Bekämpfen Sie Ungräser mit einer Kombination aus Ackerbau- und Herbizidmaßnahmen. Wenn Sie die Wirkstoffe über die Fruchtfolge wechseln, senken Sie zudem das Resistenzrisiko. Empfehlungen geben Lars Beke-Bramkamp und Dr. Bernhard Werner, LWK Niedersachsen.

Eine optimale Pflanzenschutzstrategie beginnt bereits bei der Saat. Denn neben dem Herbizideinsatz spielen vor allem der Saattermin, die Fruchtfolge und die Bodenbearbeitung eine entscheidende Rolle bei der Unkrautkontrolle. Die Gründe: Bei früher Saat können sich die Ungräser und Unkräuter über einen langen Zeitraum entwickeln. Das gilt insbesondere in den immer öfter auftretenden milden Wintern. Enge Getreidefruchtfolgen selektieren zudem bestimmte Unkrauttypen heraus, die oft schwerer bekämpfbar sind.

Notwendig ist ein gutes Herbizidmanagement besonders bei konservierender Bodenbearbeitung. Dies fängt schon bei der Ernte der Vorfrucht an. So sollte man bereits bei der Getreideernte unbedingt auf eine gleichmäßige Strohverteilung achten. Je mehr Ernterückstände auf der Oberfläche verbleiben und je ungleichmäßiger diese verteilt sind, desto „verzettelter“ ist der Ungras- und Unkrautauflauf. Bei der Saat ist eine gleichmäßige Tiefenablage und ein feinkrümeliges Saatbett wichtig. Gelingt dies, sind die Voraussetzungen für einen verträglichen Herbizideinsatz bei guten Wirkungsgraden gegen die Schadgräser gegeben. Zusätzlich sorgt ein homogener Feldaufgang dafür, dass die Kultur zügig bei der Unkrautunterdrückung mithelfen kann.

Problematisch sind zurzeit die zunehmenden Resistenzen bei Ackerfuchsschwanz, Windhalm und auch Kamille. Um diese Kandidaten dennoch in Schach zu halten, ist es nötig, die richtige Strategie für jeden einzelnen Schlag auszuwählen.

Gibt’s was Neues?

Wirkliche Neuheiten sind in der Palette der Herbstherbizide nicht am Markt. Neu zugelassen wurde Carpatus SC. Es enthält 400 g/l Flufenacet sowie 200 g/l Diflufenican und entspricht damit dem bekannten Herold SC. Bei Einsatz von 90% abdriftmindernden Düsen liegt der Gewässerabstand allerdings bei 15 m. Die maximale Menge beträgt 0,6 l/ha in Winterweizen, -roggen, -triticale und Dinkel.

Zudem ist das Herbizid Sempra mit 500 g/l Diflufenican für die Herbstbehandlung erhältlich. Mit 90% abdriftmindernden Düsen sind 10 m Abstand zu Gewässern einzuhalten. Das Mittel lässt sich in Winterweizen, -gerste und -roggen mit 0,375 l/ha von EC 10 bis EC 29 einsetzen.

Ein weiterer Baustein in Herbizidstrategien könnte das neu zugelassene Fence sein. Das rein Flufenacet-haltige Mittel mit 480 g/l Wirkstoff ist in Winterweizen und -gerste von EC 00 bis 23 zugelassen. Die maximale Aufwandmenge liegt bei 0,5 l/ha. Zu Gewässern ist der länderspezifische Mindestabstand einzuhalten.

Wirkstoffklassen wechseln!

Neue Wirkstoffklassen sind demnach nicht in Sicht. Weil lediglich neue Mittel mit bekannten Wirkstoffen zur Verfügung stehen, ist es notwendiger denn je, den Herbizideinsatz auf der Fläche über die gesamte Fruchtfolge zu planen. Setzen Sie resistenzgefährdete Gruppen, wie die ALS-Hemmer (HRAC-Klasse B), möglichst nur einmal in der gesamten Fruchtfolge ein (siehe Übersicht 1).

Grundsätzlich unterscheidet man bei den Resistenzen zwischen der metabolischen und der...

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