Welche Gerstensorte für Ihren Acker? Premium

Im Norden dominieren zwar die mehrzeiligen Sorten. Auf leichten Böden sind jedoch die Zweizeiler eine echte Alternative, da sie sichere hl-Gewichte liefern. Tipps zur Sortenwahl gibt Dr. Ulrich Lehrke, LWK Niedersachsen.

Vor allem Betriebe in Veredlungsregionen spielen aktuell mit dem Gedanken, wieder mehr Wintergerste anzubauen. Weil man sie auch nach neuer Düngeverordnung im Herbst mit Gülle und Gärresten düngen darf, wird sie Triticale, Roggen oder Winterweizen in viehstarken Regionen voraussichtlich zurückdrängen.

Dennoch: Der Anbau von Wintergerste bleibt wirtschaftlich schwierig. Wie bei allen anderen Getreidearten ist es fraglich, ob sie die Vollkosten von ca. 18 bis 19 €/dt in der kommenden Anbauperiode erreichen wird. Daher gilt es, die Erträge auch künftig weiter zu steigern und die Anbaukosten zu senken. Mit der richtigen Sorte für Ihren Standort beeinflussen Sie beide Größen.

Bauen Sie daher im Herbst ertrag-reiche, gesunde, standfeste und halmstabile Sorten an. Belastbare und regionale Infos zu allen wichtigen Sorteneigenschaften liefern nur die mehr-jährigen Ergebnisse der Landessortenversuche (LSV). Diese finden an mehreren Standorten statt und sind die Grundlage für Kleinparzellenversuche in den Regionen. Aber auch Ihre eigenen Erfahrungen, z.B. zur Druschfähigkeit einer Sorte, sollten mit in die Entscheidung einfließen.

Ertrag – kaum Zuchtfortschritt:

Die Erträge der wichtigsten Wintergerstensorten liegen auf vergleichbaren Standorten seit einigen Jahren eng beieinander. Die letztjährigen Relativerträge der Sorten und die Ertragseinstufung des Bundessortenamtes (BSA) entnehmen Sie der Übersicht 1. Im letzten Jahr prüfte die Landwirtschaftskammer Niedersachsen die Wintergerstensorten an sechs Standortgruppen (Marsch, leichte Lehme, Sand West, Sand Nord, Löss und Hügel). Hier die wichtigsten Ergebnisse:

Die mittleren Kornerträge variierten deutlich von 83 dt/ha auf den Sandböden Nordhannovers bis 100 bzw. 104 dt je ha auf den Marsch- und Lehmstandorten. Kaum Unterschiede zeigten dagegen die Relativerträge der einzelnen Sorten innerhalb der jeweiligen Standortgruppe. Einzige Ausnahme: Die frühe Sorte Joker konnte ihr – vom Bundessortenamt mit der Note 9 als sehr hoch bewertetes – Ertragsniveau nur auf den Höhenlagen unter Beweis stellen (104%). Auf den fünf übrigen Standorten blieb sie mit Relativerträgen von 98 bzw. 99% unter dem Standard.

Das Ertragspotenzial der wichtigsten Wintergerstensorten hat sich in den letzten Jahren insgesamt kaum verändert. Spitzensorten wie z.B. Quadriga, Wootan, KWS Kosmos, KWS Meridian oder Tamina lieferten 2016 Relativerträge von 100 bis 102%. Dieses Niveau erreicht jedoch auch die nur noch auf Lehmstandorten geprüfte ältere Sorte Lomerit (Zulassung 2001). Dies ist ein klarer Beleg für den geringen Zuchtfortschritt in den letzten Jahren.

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