Aktivitäten für die Biodiversität sichtbar machen

Der Deutsche Bauernverband (DBV) ruft dazu auf, Maßnahmen für die Artenvielfalt offensiver zu zeigen. Ausreichend verfügbare Mittel für die Kompensation muss die GAP liefern.

Der Erhalt der Artenvielfalt ist für die Landwirtschaft von hoher Relevanz. „Neben dem Klima- und Wasserschutz ist der Schutz der biologischen Vielfalt ein zentrales umweltpolitisches Thema, in dem der Bauernverband mit seinen Mitgliedern auch verstärkt eigene Initiativen und Projekte anstößt“, sagte der stellvertretende DBV-Generalsekretär Udo Hemmerling auf einem Feldtag des DBV zum Thema Biodiversität bei Magdeburg. Kooperationen zwischen Landwirten für eine gemeinsame Naturschutzausrichtung ihrer Region bezeichnet Hemmerling als ein gutes Modell. Dazu brauche es aber eine starke Beratung, die auf intensive Erfahrungen mit verschiedenen Beispielen zurückgreifen könne. Für den DBV sei dabei das Sichtbarmachen der Aktivitäten wichtig, betonte Hemmerling. Er betonte dazu auch die Wichtigkeit einer „vernünftigen Ausrichtung der grünen Architektur“ der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) in der neuen Förderperiode. Die Basisprämie der Ersten Säule werde jedoch weiterhin eine wichtige Rolle für das Betriebseinkommen spielen, sagte Hemmerling weiter.

Dalbert will sich für starke „grüne Architektur“ der GAP einsetzen

Für eine starke „grüne Architektur“ der GAP will sich Sachsen-Anhalts Landwirtschaftsministerin Prof. Claudia Dalbert (Grüne) stark machen. Dabei gehe es nicht nur um den Schutz der Umwelt, „sondern dass auch ausreichend Mittel für die Kompensation zur Verfügung stehen“, betonte Dalbert auf dem Feldtag des DBV. Umwelt- und Klimaschutz könnten nur gemeinsam mit der Landwirtschaft umgesetzt werden, so Dalbert weiter.

Landwirte sollten Chancen der Projekte nutzen

Die Menschen hätten im vergangenen Jahr „die Klimakrise mit Händen fassen“ können. Daher sei eine größere biologische Vielfalt, die auch eine genetische Vielfalt darstelle, von steigender Bedeutung. Die Landwirtschaft müsse die Chancen der Projekte nutzen, so Dalbert weiter. Zugleich hob die Ministerin die Bedeutung des intensiven Austauschs zwischen Naturschutz und Landwirtschaft hervor. Sie verwies hierzu auf die zusätzlich erschwerten Produktionsbedingungen auf Grund ausbleibender Niederschläge in vielen Regionen Deutschlands, mit denen die Landwirte derzeit konfrontiert seien.

Modellregionen erproben Naturschutzmaßnahmen

Der Präsident des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt, Olaf Feuerborn, unterstrich die gesamtgesellschaftliche Verantwortung für die Förderung der Biodiversität in der Agrarlandschaft, die nur in Kooperation mit den Landwirten gelingen könne. Der Feldtag fand im Rahmen des Verbundprojektes „Lebendige Agrarlandschaften - Landwirte gestalten Vielfalt!“ statt. Im Fokus stand die Besichtigung von Maßnahmen- und Schauflächen in der Region Hohe Börde. In den drei Modellregionen im Rheinland, im Münsterland und an der Mosel sind durch die Projektpartner Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, Stiftung Westfälische Kulturlandschaft und den Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau (BWV) bereits mehrere Maßnahmen identifiziert worden, die in landwirtschaftliche Betriebsabläufe integrierbar sind. Solche erfolgreich erprobten Naturschutzmaßnahmen werden nun auf andere Regionen Deutschlands übertragen.

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Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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Diskussionen zum Artikel

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von Wilhelm Grimm

Herr Hemmerling und der DBV machen sich überflüssig und zum Gespött der Grünen.

Nahrung aus deutschen Landen frisch auf den Tisch ist gestorben. Heute zählt nur noch "Grüne Architektur".

von Bernd Müller

Herr Meyer,

super Kommentar!

von Jörg Meyer

deutlicher kommunizieren!

Es muss deutlicher kommuniziert werden, dass die moderne innovatiove Landwirtschaft viel für die umweltpolitischen Ziele leisten kann und das dieses für die Gesellschaft zielführender und kostengünstiger ist als die grüne APO Architektur! Es gibt sogar Meinungen, die sehen bei einem kompletten Verzicht der Förderung 1. und 2. Säule mehr Ziele erreicht als mit! Diese Förderung schadet vor allem dem überwiegenden Teil der Betriebe oberhalb der Wachstumsschwelle, weil hier über Pachtanteile von über 70 % ein Großteil dieser Förderungen an die Landeigentümer geht! Alte Zöpfe müssen abgeschnitten werden! Und dazu gehört auch die ausufernde Bürokratie!

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