Artenvielfaltsprojekt F.R.A.N.Z mit Deutschem Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet

Im Rahmen des Deutschen Nachhaltigkeitstages wurde am 7. Dezember der Gewinner des Deutschen Nachhaltigkeitspreises Forschung bekannt gegeben.

Das von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung betreute Projekt „Für Ressourcen, Agrarwirtschaft & Naturschutz mit Zukunft“ (F.R.A.N.Z.) hat den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2018 in der Kategorie Forschung gewonnen.

Das Dialog- und Demonstrationsprojekt der Umweltstiftung Michael Otto und des Deutschen Bauernverbandes (DBV) entwickelt seit 2016 effiziente Naturschutzmaßnahmen und Bewirtschaftungskonzepte. Naturschützer und Landwirte erproben gemeinsam auf zehn modernen landwirtschaftlichen Demonstrationsbetrieben Maßnahmen, die dem Naturschutz dienen und zugleich praxistauglich sowie wirtschaftlich sind.

Der umfassende und interdisziplinäre Ansatz des F.R.A.N.Z.-Projekts überzeugte die Jury. In der Begründung heißt es: „Die Landwirtschaft ist einer der wesentlichen Austragungsorte für den Erhalt der Biodiversität in Deutschland. Der Schutz und die nachhaltige Nutzung der Biodiversität können jedoch nur gelingen, wenn alle relevanten Stakeholder aktiv eingebunden werden und Naturschutz und Landwirtschaft partnerschaftlich zusammenarbeiten. Das Projekt F.R.A.N.Z. ermöglicht einen frühen Praxis-Check und liefert wissenschaftlich fundierte Ergebnisse, die an politische Entscheidungsträger kommuniziert werden. Auf diese Weise findet eine praxistaugliche Weiterentwicklung der Umwelt- und Agrarpolitik von der lokalen bis hin zur internationalen Ebene statt.“

Umfassende Begleitforschung

Eine begleitende ökologische und sozio-ökonomische Forschung erfasst die Auswirkungen der Naturschutz-Maßnahmen. Die ökologische Begleitforschung widmet sich der Frage, wie die Populationen von Amphibien, Bienen, Feldhasen, Pflanzen, Schmetterlingen und Vögeln auf die Maßnahmen reagieren. Sie untersucht auch, ob die Maßnahmen die Bestäubung und bodenbiologische Aktivität fördern. Die sozio-ökonomische Begleitforschung beschäftigt sich mit den betriebsindividuellen Maßnahmenkosten. Hindernisse und Perspektiven für mehr Biodiversität in der Agrarlandschaft sind ebenfalls Forschungsgegenstand.

„Das F.R.A.N.Z.-Projekt setzt zukunftsweisende Impulse für den Schutz der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft. In intensiver Zusammenarbeit von Naturschutz und Landwirtschaft, ergänzt durch eine begleitende Forschung des Projektes, werden Lösungen für mehr Artenvielfalt entwickelt“, betonte der Stifter und Unternehmer Prof. Dr. Michael Otto am Rande der Preisverleihung.

Auch DBV-Präsident Joachim Rukwied freut sich sehr über den Preis: „Diese Auszeichnung zeigt, dass es notwendig ist, die Landwirte in die Gestaltung von Naturschutzmaßnahmen mit einzubinden und partnerschaftlich zusammenzuarbeiten. Erfolgreiche Strategien für den Naturschutz in der Landwirtschaft erfordern Maßnahmen, die nicht nur die Artenvielfalt fördern, sondern gleichzeitig auch in die Betriebsabläufe integrierbar und wirtschaftlich tragfähig sind. Nur so lassen sich in der breiten Landwirtschaft biodiversitätsfördernde Maßnahmen umsetzen. Die Verleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises sehe ich als Auszeichnung für die Anstrengungen der beteiligten Landwirte, Betriebsberater und Forscher, Naturschutz und produktive Landbewirtschaftung miteinander zu vereinen.“

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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