Aufregung in Spanien über Neuregelung zur Gülleausbringung

In Spanien sorgen neue Vorschriften für eine emissionsärmere Gülleausbringung weiter für Aufregung in der Landwirtschaft. Am 1.1. war ein im November erlassenes Dekret in Kraft getreten, wonach EU-Fördergelder nur noch an Betriebe überwiesen werden, die bei der Ausbringung von Gülle emissionsärmere Techniken nutzen.

Güllefass (Bildquelle: Bröker)

In Spanien sorgen neue Vorschriften für eine emissionsärmere Gülleausbringung weiter für Aufregung in der Landwirtschaft. Am 1. Januar war ein im November erlassenes Dekret in Kraft getreten, wonach Fördergelder der Europäischen Union nur noch an Betriebe überwiesen werden, die bei der Ausbringung von Gülle emissionsärmere Techniken nutzen.

Maschinen zum Beispiel mit Pralltechnik, Pendelverteilung oder Güllekanonen dürften nicht mehr zum Einsatz kommen. Die Regierungen der Autonomen Gemeinschaften seien aber befugt, Ausnahmegenehmigungen zu erlassen, etwa wegen besonderer topographischer Standortbedingungen.

In der spanischen Landwirtschaft, in der bisher vor allem die emissionsreicheren Formen der Gülleausbringung genutzt wurden, ebbt seit dem Dekretbeschluss die Kritik nicht ab. So forderte die Vereinigung der Bauern in Kastilien und León (Unión de Campesinos de Castilla y León - UCCL) noch am 24. Januar die Aufhebung der Neuregelung. Deren Umsetzung sei den Betrieben aus Kostengründen nicht möglich, weil sie nicht über die notwendige Technik verfügten und das Geld für neue Maschinen mit emissionsärmerer Technologie kurzfristig nicht aufbringen könnten.

Ähnlich hatten Tage zuvor bereits die Bauernverbände ASAJA, COAG und UPA argumentiert. Sie warfen der Regierung außerdem vor, Einwände aus dem Berufsstand im Vorfeld der Beschlussfassung nicht berücksichtigt zu haben. Madrid habe sehr zügig Fakten geschaffen, ohne sich auch nur um einen Minimalkonsens mit der Landwirtschaft bemüht zu haben.

Ihren Ärger brachten COAG und UPA auch mit Bauerndemonstrationen auf der Straße zum Ausdruck. Landwirtschaftsministerin Isabel García Tejerina zeigte sich indes unbeeindruckt. Mit der Regelung würden EU-Vorgaben zur Emissionsminderung umgesetzt. Und das sei angesichts der zu hohen Ammoniakemissionen Spaniens, die größtenteils auf die Landwirtschaft zurückgingen, auch nötig. Gegenüber der Presse verwies die Ministerin auf die Möglichkeit von Ausnahmegenehmigungen. Daneben werde es eine Förderung für die Anschaffung neuer Maschinen geben.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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