Bürokratiemonster

Brandenburger Bauern rechnen mit holprigen Start des Blühflächenprogramms

Für den LBV Brandenburg ist das Blühflächenprogramm nicht gut gemacht. Das Risiko bei Nichtgelingen trägt der Landwirt allein. Zudem ist Spezialtechnik erforderlich.

Der Landesbauernverband Brandenburg hatte die Landesregierung in den vergangenen Jahren immer wieder aufgefordert, ein Blühflächenprogramm zur Förderung der Biodiversität auf dem Acker anzubieten. Ab 2020 startet Brandenburg als letztes Bundesland mit einem eigenen Förderprogramm dieser Art. Doch nun ist zu befürchten, dass es von den Landwirten nur unzureichend in Anspruch genommen wird.

„Was wir wollten, war ein Förderinstrument, das uns dabei unterstützt, Blühflächen anzulegen. Bekommen haben wir ein unpraktisches bürokratisches Monstrum“, ärgert sich LBV-Präsident Henrik Wendorff. Das Problem sind die Fördervoraussetzungen. Förderfähig sind lediglich einjährige Blühmischungen mit 17 sowie mehrjährige Mischungen mit insgesamt 34 Wild- und Kulturarten, die lediglich von drei Produzenten angeboten werden. Das Risiko bei Nichtgelingen, beispielsweise aufgrund von Extremwetterlagen, trägt der Landwirt allein.

Darüber hinaus ist für die Ausbringung der besonderen Saatgutmischungen Spezialtechnik erforderlich, über die die meisten Landwirte nicht verfügen. Diese ist kostenintensiv und müsste extra angeschafft werden. Ökobetriebe erhalten zudem Abzüge bei der Ökoförderung, wenn sie sich beteiligen. Das Blühflächenprogramm ist gut gewollt, aber schlecht gemacht. "Schade für die Insekten", so der Verband.


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