EU-Vertragsverletzungsverfahren

Bundesregierung plant weitere Verschärfungen in der Düngeverordnung Premium

Die Bundesregierung legt auf Druck der EU zur Düngeverordnung erneut nach. Sie schlägt nochmal längere Sperrfristen und weitere Verschärfungen für Hanglagen vor.

Auf dem heutigen Düngegipfel zwischen Bund und Ländern wollen Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Umweltministerin Svenja Schulze weitere Verschärfungen der Düngeverordnung vorschlagen. Wie im Vorfeld bekannt wurde, soll die Sperrfrist für Festmist und Kompost in den roten, mit Nitrat belasteten Gebieten künftig bereits vom 1. November - anstatt wie bisher vorgesehen vom 1. Dezember an - bis zum 31. Januar gelten. Gewässerschonend wirtschaftende Betriebe sollen von der Verlängerung ausgenommen werden. Außerhalb belasteter Gebiete soll die Sperrfrist um zwei Wochen vom 1. Dezember bis zum 15. Januar verlängert werden.

Längere Sperrfrist für Grünland in roten Gebieten

Die Düngung von Grünland mit flüssigen organischen und organisch-mineralischen Düngemitteln soll in belasteten Gebieten künftig vom 1. Oktober bis zum 31. Januar verboten sein; das sind zwei Wochen mehr als bislang vorgesehen. Zudem soll die Düngung vom 1. September bis zum Beginn der Sperrfrist auf 60 kg Gesamtstickstoff je Hektar begrenzt werden. Bislang sollte die Obergrenze bei 80 kg liegen.

3 Meter Gewässerabstand in Hanglagen

Die von der Bundesregierung im Frühsommer vorgeschlagenen Restriktionen für die Düngung von Flächen mit mehr als 10 % Hangneigung sollen nunmehr bereits für Flächen mit einer Hangneigung ab 5 % gelten. Zudem soll der vorgeschlagene Gewässerabstand ab 5 % Hangneigung von zwei auf drei Meter vergrößert werden. Eine von der Kommission geforderte dauerhafte Begrünung der Gewässerrandstreifen soll in den Landeswassergesetzen geregelt werden.

Neue Sperrfrist für Phosphatdüngemittel

Stärker reglementiert werden soll auch die Phosphatdüngung. In ausgewiesenen phosphatsensiblen Gebieten sollen Phosphatdüngemittel vom 1. November bis zum 31. Januar nicht aufgebracht werden dürfen. Die Vorschriften sollen im März 2020 in Kraft treten. Im Juni hatte sich die Bundesregierung nach zähen Verhandlungen bereits auf ein Paket geeinigt, dass künftig nur noch eine flächenscharfe Düngung erlaubt. Nur für die roten Gebiete sieht es mit einigen...

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Vor dem morgigen Düngegipfel zeigt das Bundeslandwirtschaftsministerium auf die Bundesländer. Fünf - darunter Niedersachsen - müssen ihre Nitrat belasteten Gebiete noch ausweisen.

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Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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Diskussionen zum Artikel

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von Roland Opitz

Solange Bürokraten...

und Minister und Ministerinnen über Sachen entscheiden von denen Sie offensichtlich nicht das Mindeste verstehen, wird dieser Wahnsinn wohl kein Ende nehmen. Auch zu überlegen ist warum uns Brüssel vorschreibt wie und was wir Düngen dürfen. Manchmal kann man die Engländer schon verstehen. Ein vereintes Europa ist sicherlich schön und bringt Vorteile für den Einzelnen. Aber dennoch plädiere ich deutlich für die Souveränität der einzelnen Mitgliedsstaaten.

von Tobias Rausch

Meinungsfreiheit

Die Meinungsfreiheit bei Top Agrar ist hin. Ich glaube nicht an den durch CO2 verursachten Klimawandel, das scheint der Redaktion überhaupt nicht zu schmecken so wie den Medien auch nicht. Die Kündigung des Abos folgt. Ich bin sehr enttäuscht von Top Agrar.

Anmerkung der Redaktion

Sehr geehrter Herr Rausch, wie bereits gemailt, haben wir keinen Kommentar von Ihnen gelöscht, das muss ein technisches Problem gewesen sein, bitte versuchen Sie es erneut.

von Norbert Schulze-Darphorn

Heuchlerisch

Einerseits soll die Landwirtschaft die CO2 Bilanz entlasten und so zur Rettung des Klimas beitragen, andererseits beraubt man uns der "guten fachlichen Praxis" und schreibt uns " betreutes ackern nach Art des Bundesumweltministeriums vor. Hat schon Mal jemand der klugen Köpfe ausgerechnet wieviel CO2 aus den Böden zusätzlich entweicht wenn diese Regelung mit der 20 prozentige Reduktion des Stickstoffs so durch geht ? Ob dann noch Humus im gewohnten maße aufgebaut wird bezweifle ich doch stark. Stickstoff ist nun Mal, sinnfoll angewand, ein mächtiges Werkzeug im Bezug auf Humusbildung und dazu gehört insbesondere wenn man den Studien https://www.topagrar.com/acker/news/bodenzustandsbericht-wie-humusreich-sind-deutsche-aecker-10123704.html trauen kann organische Düngemittel dazu.

von Gerd Uken

Auszugsweise aus dem irischen

Kalkung erforderlich Alle diese Unternehmen müssen die nach dem 15. April 2020 noch vorhandene Gülle emissionsarm nutzen. Ab dem 12. Januar 2021 muss die gesamte Gülle emissionsarm eingesetzt werden. Darüber hinaus sind die betroffenen Unternehmen verpflichtet, ab 2020 zu kalken. Ab diesem Zeitpunkt müssen alle Landwirte auch Exportformulare mit allen Gülletransporten pro Kalenderjahr ausfüllen. Dabei geben die irischen Kühe nur 5000 kg pro Jahr!

von Wilhelm Grimm

Mit 2 Ministerinnen nach Brüssel,

um den Offenbarungseid ab zuliefern, lächerlich. Um die Nitratlüge richtig zu stellen, würde schon der Hausmeister genügen. Und die Stellungnahme des Bauernverbandes ist auch lächerlich dünn. Da kommt aber auch garnichts. Das macht mich sprachlos.

von Willy Toft

Gegen vernünftige Vorschläge, wie Abstandsregelung, hat auch Keiner was einzuwenden, nur....

Pauschal die Betriebe durch ein Dünge- Verbot(Reduzierung) in die Enge zu treiben, grenzt an Berufsverbot. Wie will die Politik diesen Betrieben das Überleben sichern, oder sollen die weg? Das ist Enteignung, zwar zugunsten der Gesellschaft, aber für den Einzelnen eine Katastrophe!

von Alexander Audrit

Frau Klöckner und Frau Schulze...

...bitte legen Sie mit sofortiger Wirkung Ihre Ämter nieder! Wegen Unwissenheit und meiner Meinung nach auch wegen Meineid! Sie haben geschoren zum Wohle des Deutschen Volkes zu handeln (dazu gehört auch die Landwirtschaft) und das tun Sie nicht nur meiner Meinung nach nicht! Wann werden endlich reale Messzahl und nicht 10 Jahre alte und vor allem willkürlich ausgewählte Zahlen nach Brüssel gemeldet? Immer sind wir Bauer die Deppen, es reicht! Wir haben die Schn.... gestrichen voll von Ihrer Willkür und Heuchelei. Aber irgendwie muss die deutsche Landwirtschaft zu Gunsten der Agrarimporte platt gemacht werden. Danke auch!

von Jörg Meyer

gewässerschonende wirtschaftende Betriebe?

wer fällt den darunter? Kann das definiert werden? LEX Bio?

von Heinrich-Bernhard Muenzebrock

Egal

Nach meiner Meinung wird sich Art und Weise und Menge der Ausbringung der Wirtschaftsdünger nichts ändern. Selbst in den roten Gebieten behält man die Kosten im Auge. Somit ist die nächste und übernächste Verschärfung der Düngeverordnung schon in Sicht. Irgendwann dürfen die Landwirte in den roten Gebieten nur noch 50 % der normalen Menge an Wirtschaftsdünger ausbringen. Was dann?...

von Gerd Uken

Jetzt wird dann ja richtig Geld verdient

An der Gülle , die muss jetzt ja aus den roten Gebieten raus. Herbstdüngung wird dann eh problematisch. Die Nuederländer mussten letztes Jahr ihre Sperrfrist nach hinten verschieben wegen der Dürre- es geht eben nicht nur nach Kalenderdatum 1.9. aber das dürfte denen in Berlin egal sein.

von Rudolf Rößle

Wintertourismus

Im Winter wird Gülle gefahren. Jeden normalen Bürger wundert es. Nicht auf das Feld, sondern eine Urlaubsreise zu Aufgabebetrieben, die ihre Lager zur Verfügung stellen. Im Frühjahr ist die Urlaubsreise dann wieder zu Ende und der Straßenstau in Richtung Heimat ärgert die Autofahrer.

von Renke Renken

Es ist Zeit

für Randale, das Landvolk wettert dagegen an, aber dann ist das Pulver auch schon verschossen, so geht es nicht weiter

von Ansgar Tubes

Dumm, dümmer, BMU!

Und alles nur, weil im Umweltministerium absolute Nichtskönner am Ruder sitzen!! Diese Stümper sind bis heute nicht in der Lage, die realen Daten aus einem repräsentativen Messnetz an die EU zu melden. Die Deutschen sind mal wieder die Mess-Deppen innerhalb der EU!!

von Gerd Uken

In Irland und auch NL. Gibt

Es sogar noch die Degorationsregelung - 250 kg/ ha.

von Harald Finzel

Es macht keinen Spaß mehr

Da wundern sich noch Leute, warum gerade die kleinen und mittleren Betriebe die Segel streichen?

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