Dachverband Kulturpflanzen und Nutztiervielfalt kritisiert EU-Saatgutrecht

Kritik am Saatgutrecht der Europäischen Union hat der Dachverband Kulturpflanzen- und Nutztiervielfalt geübt. Beim 7. Symposium Kulturpflanzen und Nutztiervielfalt, das zum Monatswechsel in Witzenhausen stattfand, wies der Dachverband auf die geplante Reform des EU-Saatgutrechts „mit seinen bürokratischen Hürden für den Verkauf von Saatgut“ hin.

Kritik am Saatgutrecht der Europäischen Union hat der Dachverband Kulturpflanzen- und Nutztiervielfalt geübt. Beim 7. Symposium Kulturpflanzen und Nutztiervielfalt, das zum Monatswechsel in Witzenhausen stattfand, wies der Dachverband auf die geplante Reform des EU-Saatgutrechts „mit seinen bürokratischen Hürden für den Verkauf von Saatgut“ hin.

Geplant seien bisher jedoch vor allem Vorteile für die Agroindustrie, und zwar durch die Stärkung ihrer Lizenzansprüche und der Marktzulassung für Industriesorten. Die Konzentration auf wenige Unternehmen würde weiter beschleunigt, kritisierte der Dachverband Kulturpflanzen- und Nutztiervielfalt. Auch die Ernährungssouveränität sei gefährdet, denn das industriefreundliche Saatgutrecht werde Entwicklungsländern im Zuge der Handelsliberalisierung aufgezwungen und verdränge das bäuerliche Saatgut. Die bäuerliche Produktion in Europa und auch die Biozüchter müssten sich auf noch mehr Nachteile gefasst machen.

Gefährdet sieht der Dachverband die landwirtschaftliche Biodiversität auch durch die Gentechnik. Er verwies in dem Zusammenhang auf eine Ausstellung von Apfel-Zufallssämlingen, die ohne Züchtung beispielsweise aus weggeworfenen Apfelkernen entstanden seien. Die hohe Zahl der Sämlinge aus einem einzigen Landkreis beweise, dass sich auch gentechnisch veränderte Äpfel ungehindert verbreiten würden. (AgE)

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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