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Das Nährstoffpotenzial der Böden mit Zwischenfrüchten erhöhen

Mit der Verschärfung der Düngeverordnung (DüV) gilt es nun, das Nährstoffpotenzial der Böden für die Hauptfrucht nutzbar zu machen. Lesen Sie, welche Rolle Zwischenfrüchte hierbei spielen.

Unser Autor: Dr. Ulrich Lehrke, LWK Niedersachsen

Die Gründe, warum sich Zwischenfrüchte von den Feldern nicht mehr wegdenken lassen, sind vielfältig. Aufgrund der novellierten Düngeverordnung rücken vor allem die Vorzüge in den Fokus, die helfen, der Hauptfrucht mehr Nährstoffe zur Verfügung zu stellen.

Wichtiger Lückenfüller

Zwischenfrüchte schließen die Lücke zwischen zwei Hauptkulturen. In diesem Zeitraum nehmen Sie eine wichtige Rolle im Ökosystem Boden ein und beeinflussen die Bodenfruchtbarkeit und Nährstoffdynamik auf z. B. folgende Arten und Weisen.

Erschließung von Wurzelraum: Die wachsenden Wurzeln unter einem Zwischenfruchtbestand stabilisieren die Bodenstruktur. Durch den ständigen Wechsel zwischen Dicken- und Längenwachstum können die Wurzeln Bodenkrümel seitlich verschieben und deren Verbundsystem verbessern.

Mischungen aus verschiedenen Zwischenfruchtarten mit unterschiedlichen Wurzelsystemen und -tiefen haben den Vorteil, dass diese für eine gewisse Verzahnung des Oberbodens mit dem Unterboden sorgen. So kann die folgende Hauptkultur leichter bis in tiefe Bodenschichten wurzeln. Je tiefer eine Pflanze wurzeln kann, desto sicherer ist die Wasser- und Nährstoffversorgung.

Stickstofffixierung: Zahlreiche Leguminosen, wie z. B. Alexandrinerklee, Perserklee, Wicke, Lupine und Serradella eignen sich gut für den Zwischenfruchtanbau. Durch die Symbiose mit Knöllchenbakterien können sie Luftstickstoff fixieren und diesen später der Folgekultur zur Verfügung stellen. Wichtig: Leguminosenhaltige Zwischenfrüchte müssen bei der Düngebedarfsermittlung der Folgekultur berücksichtigt werden und ihr Düngebedarf im Herbst ist geringer.

Nährstoffkonservierung: Zwischenfrüchte sind in der Lage, Nährstoffe zu binden und der Folgefrucht zur Verfügung zu stellen. Dieser Aspekt ist besonders bedeutsam, wenn im Herbst viel Stickstoff mineralisiert wird, weil a) die Entzüge durch die Ernte gering waren oder b) eine Leguminose angebaut wurde und aufgrund der Fruchtfolgekonstellation keine Winterung folgen kann. Auch zur Zwischenfrucht ausgebrachte organische Dünger rettet diese über den Winter.

Zudem profitieren die Hauptkulturen auch davon, dass manche Zwischenfruchtarten durch Symbiose mit Mykorrhizapilzen – oder indem sie Säuren ausscheiden – in der Lage sind, festgelegte Nährstoffe wieder verfügbar zu machen. So können z. B. Phacelia organischen und Buchweizen anorganischen Phosphor aufschließen. Öllein kann dagegen Silizium mobilisieren.

Die zuvor in den Zwischenfrüchten gebundenen Nährstoffe stehen der Folgekultur wieder zur Verfügung, sobald die organische Substanz mineralisiert wurde.

Bodenleben und Krümelstruktur: Im Rahmen der Fotosynthese nutzen Zwischenfrüchte Sonnenenergie und wandeln diese u. a. in Zucker um. Ein Großteil dieser Assimilate, die in der vegetativen Wachstumsphase produziert werden, wird an die Kleinstlebewesen in der Rhizosphäre abgegeben. Diese Mikroorganismen bilden...


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