Niedersachsen

Die Invasion der Mäuse Premium

Feldmäuse haben in Niedersachsen 150 000 ha Grünland zerstört – und damit die Futtergrundlage etlicher Milchviehbetriebe. Politik und Beratung reagieren.

Es war einmal hoch intensiv genutztes Schnittgrünland, saftig und grün. Jetzt sind diese Flächen braun und sehen aus wie umgebrochen. „Das waren die Mäuse“, erzählt der niedersächsische Landwirt Fiete Strodthoff-Schneider.

Kopfschüttelnd steht der 33-Jährige auf einem der betroffenen Schläge. Zwei Drittel seiner 200 ha intensiven Grünlands sind nahe dem Totalausfall. Damit fehlt nach zwei trockenen Jahren auch 2020 die entscheidende Futtergrundlage für die rund 370 Milchkühe des Betriebes.

Strodthoff-Schneider ist damit nicht alleine. In ganz Niedersachsen sind 150 000 ha Grünland durch Mäuse stark geschädigt. Auch im Rest der Republik treten Mäuse verstärkt auf und schädigen häufig regional extrem.

Die Politik reagiert

Dass die Populationen zunehmen, war vor dem Winter abzusehen. Strodthoff-Schneider hat vorgesorgt und den Bewuchs der Flächen mit einem späten Schnitt niedrig gehalten, um die Prädatoren der Mäuse zu fördern. Geholfen hat es nichts. „Mit der Legeflinte haben wir gegen die Nager keine Chance“, sagt der Landwirt. Zu viele Löcher liegen dicht an dicht auf den Flächen.

Da breitflächig auch keine Biozide zugelassen sind, ist Umbruch und Neuansaat die einzig gangbare Lösung. Das Problem: Ein Antrag ist zwingend notwendig. Rechtliche Regelungen für einen erleichterten Umbruch stehen in Niedersachsen in Aussicht. Details dazu finden Sie unter „Grünlandumbruch“.

Neue Narbe in drei Etappen

Um die Mäuse zu stressen, wirken bereits einfache Maßnahmen wie Striegeln oder Schleppen. Ein Arbeitsgang allein vertreibt die Nager allerdings nicht in Massen....

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Diskussionen zum Artikel

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von Willy Toft

Und jetzt, Pflügen dürfen wir nicht, aber Mäuse ernähren, oder was?

Hier kann sich die Politik beweisen, dass sie auch mal Flexibel sein können!

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