Frühjahrspressekonferenz

Die Versorgungssicherheit rückt wieder in den Fokus

Die Firma Syngenta setzt in Pflanzenschutz und Saatgut auf Innovation und Technologie, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Hier die Kernaussagen der heutigen Pressekonferenz.

Auf ihrer gestrigen Frühjahrspressekonferenz stellten die Syngenta Geschäftsbereiche Agro und Seeds Produkte und Dienstleistungen vor, die sie in diesem Jahr in den Markt einführen wollen. Beide Geschäftsführerinnen, Frau Dr. Anja Pires für Syngenta Agro und Frau Dr. Heike Köhler für Syngenta Seeds gaben dabei einen Ausblick, wie sich Syngenta in den nächsten Jahren auf die Herausforderungen im Agrarmarkt einstellen wird.

Die Herausforderungen wachsen

Für Dr. Alexander Tokarz, Leiter globale Strategie bei Syngenta Group, ist neben der Ernährung einer wachsenden Bevölkerung der Klimawandel die größte Herausforderung für die globale Landwirtschaft der Zukunft. Der Ackerboden wird dabei zunehmend zum wichtigsten Kapital. „Die Unterstützung und Entlohnung der Landwirte bei der Erhaltung bzw. Verbesserung der Bodengesundheit und des Ökosystems ist entscheidend auch mit Blick auf die Erhaltung der Produktivität“, bekräftigte Tokarz. Im Zuge der Debatte könnten Märkte entstehen, die den Landwirten neue wirtschaftliche Optionen öffneten, etwa durch eine gute Humuswirtschaft und die damit verbundene Reduktion von Treibhausgas-Emissionen. Die rasch wachsende globale Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten und die Grenzen, an die die Tierproduktion weltweit stoße, macht aus seiner Sicht die Erschließung neuer Proteinquellen unerlässlich, vor allem solcher basierend auf pflanzlichen Proteinen.

Die aktuelle Ukraine-Krise mit all dem unnötigen menschlichen Leid verdeutliche, wie sehr landwirtschaftliche Wertschöpfungsketten von weltweiter Produktion und Handel abhingen, aber auch wie verletzlich diese Systeme im Falle einer Krise seien. Und mit Blick auf Europa: Mit dem Green Deal wurde die kritische Haltung der europäischen Gesellschaften in ein politisches Programm gegossen. Als Antwort darauf müsse man Innovationshorizonte neu definieren, um das Ziel einer ressourcenschonenden und klimaneutralen Landwirtschaft zu erreichen. Laut seiner Prognose wird die Bedeutung der datengestützten Landbewirtschaftung deutlich wachsen.

Mehr Handlungsspielraum für die Landwirte

Köhler und Pires nahmen die Ukraine-Krise zum Anlass, um auf die jetzt wieder sichtbare Bedeutung der Ernährungssouveränität und Versorgungssicherheit hinzuweisen. „Die Landwirte benötigen „Handlungsspielraum“, um produktiv und nachhaltig zu wirtschaften“, sagte Pires und nutzte das Bild des Werkzeugkoffers. „Wenig Werkzeug stellt jeden Handwerker vor Probleme, das gilt erst recht für die Erzeugung unserer Nahrungsmittel“. Im laufenden Jahr setze Syngenta auf die Kombination eines starken Portfolios, neuer Produkte und digitalen Services im Bereich Pflanzenschutz und Saatgut. „Wir werden unter dem Motto „Jeder Hektar zählt“ den Züchtungsfortschritt beschleunigen und unsere Züchtungsziele danach ausrichten“, sagte Seeds Geschäftsführerin Dr. Heike Köhler. „Perspektivisch setzen wir auf die Neuen Züchtungsmethoden, um unsere Sorten rasch an die neuen Herausforderungen anpassen zu können“. Im Pflanzenschutz stehen Produkt- und Anbauoptimierung und besonders die Ertragssicherung in den wichtigen Ackerbaukulturen im Mittelpunkt. Im Bereich neuer Technologien führt Syngenta 2022 erstmals auch Biostimulanzien ein. Darüber hinaus baut das Unternehmen die digitalen Services mit den Komponenten Spray Assist, Seed Selector und Seed Planting weiter aus.

Neue Pflanzenschutz- und Saatgutlösungen für die Saison

„Vor dem Hintergrund der aktuellen Versorgungsengpässe rückt die Frage der Ertragsoptimierung und -sicherung wieder in den Mittelpunkt“, sagte Marketingleiter Seeds Christian Wösthoff. Bei Getreide, Mais und Ölsaaten verzeichne man Preisrekorde. Bei Raps und Sonnenblumen rechnet er mit einem deutlich steigenden Anbau. Syngenta lege hier besonderes Augenmerk auf die Züchtung robuster Sorten gepaart mit einer guten Nährstoffeffizienz. Ein Beispiel sei die neue Rapssorte SY Glorietta. Bei Sonnenblumen stelle Syngenta mit NK Delfi die marktführende Sorte und habe Suomi erfolgreich neu eingeführt. „Effizienz steht im Mittelpunkt unserer Maiszüchtung, die Powercell-Maissorten für eine effiziente Fütterung, SY Liberty und SY Amfora für eine hohe Biogasausbeute und die Artesian-Genetik für Wassereffizienz bei Trockenstress“, sagte Wösthoff.

Im Pflanzenschutz stellt sich Syngenta auf die veränderten Rahmenbedingungen im Maisanbau ein. Aufgrund neuer Auflagen für den Wirkstoff Terbuthylazin und zunehmenden Herbizidresistenzen von Hirsen muss Pflanzenschutz neu gedacht werden. „ Wir sind gerüstet und können mit Peak eine Terbuthylazin-Ersatzlösung ohne Auflagen anbieten“, sagte Dr. Thomas Räder, Marketingleiter Agro. Peak wird u. a. in den neuen Komplettlösungen Callisto P Dual Pack und Callisto P Pack angeboten. Mit den Zintan- und Elumisprodukten habe man weitere bewährte Herbizide im Angebot, die standortspezifisch eingesetzt werden können, um z.B. ALS-Resistenzen vorzubeugen oder den Anforderungen des Grundwasserschutzes gerecht zu werden.

Mit Blick auf die bereits sichtbaren Folgen des Klimawandels setzt Syngenta bei Getreide weiter auf die Hybridzüchtung. „Die Eigenschaften von Hybridgerste bewirken eine überlegene Anbau- und CO2-Effizienz“, sagte Wösthoff. Mit Blick auf die Getreidekrankheiten haben die letzten Jahre gezeigt, dass es keine dominierende Krankheit in Getreide gibt. „Umso mehr kommt es auf die sichere Bekämpfung aller Krankheiten an. Mit Elatus Era stehe ein Basisfungizid zur Verfügung, das alle wichtigen Krankheiten in Getreide bekämpft. Gegen Ramularia können wir in dieser Saison wieder auf Basis einer Notfallgenehmigung die Kombination Elatus Era Max anbieten“, so Räder.

Neben der klassischen Chemie ergänze Syngenta den Werkzeugkoffer. Bei der Einführung unserer ersten Biostimulanzien nutze man die langjährige Erfahrung des Spezialisten Valagro. Die neuen Produkte Megafol und Quantis helfen den Pflanzen im Umgang mit abiotischem Stress in Getreide und Kartoffel - weitere Produkte folgen. Ein weiteres Werkzeug sind die digitalen Service-Angebote unter der Dachmarke Cropwise. In dieser Saison bietet Syngenta neue digitale Helfer zur Sortenwahl und Aussaat an, sowie Protector – ein Service zur Krankheitsprognose wichtiger Getreidekrankheiten, der hilft, den optimalen Applikationszeitpunkt zu finden.

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