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Düngung 2020: Das kommt auf das Grünland zu Premium

Die Düngeverordnung wurde erst 2017 novelliert. Nun rollen bereits die nächsten Verschärfungen auf die Betriebe zu. Diese betreffen in vielen Teilen auch das Grünland.

Kaum novelliert, steht schon die nächste Änderung der Düngeverordnung (DüV) an. Zwar hat die EU-Kommission noch immer kein grünes Licht für die Vorschläge der Bundesregierung gegeben, es ist aber davon auszugehen, dass die Landwirtschaft um die bisher genannten Verschärfungen nicht herumkommen wird.

Dabei betreffen bestimmte Anpassungen alle Betriebe, viele zielen aber speziell auf Flächen in den sogenannten roten Gebieten ab. Auf folgende Maßnahmen auf Grünland müssen sich alle Betriebe einstellen:

  • Abschaffung des Nährstoffvergleichs (Feld-Stall-Bilanz). Stattdessen wird voraussichtlich eine schlagbezogene Aufzeichnungspflicht für jede Düngungsmaßnahme gelten.

  • Im Herbst werden maximal noch 80 kg N/ha auf Grünland erlaubt sein.

  • Auf oberflächlich gefrorenem Boden darf man über Festmist künftig maximal 120 kg Nges/ha oder 60 kg/ha verfügbaren Stickstoff ausbringen.

  • Die Sperrfrist für Festmist von Huf- oder Klauentieren verlängert sich. Sie gilt dann vom 1.12. bis 15.1.

  • Die Gewässerabstände auf geneigten Flächen sollen erweitert werden.

In roten Gebieten ist auf Grünland mit folgenden Änderungen zu rechnen:

  • Reduzierter Düngebedarf um 20% – die in Aussicht gestellte Ausnahme für Dauergrünland steht zurzeit wieder in der Diskussion.

  • Die 170 kg N-Grenze soll in diesen Gebieten künftig schlagbezogen gelten.

  • Verlängerte Sperrfristen im Herbst für Grünland vom 1.10. bis zum 31.1.

  • Vom 1.9. bis zu Beginn der Sperrfrist soll nur noch eine N-Gabe von maximal 60 kg Nges/ha zulässig sein.

Die Bundesregierung will mit diesen deutlichen Verschärfungen die landwirtschaftlichen Betriebe dazu bewegen, weniger Stickstoff (N) und Phosphor (P) einzusetzen und somit Überschüsse zu reduzieren. Allerdings schränkt die geänderte DüV besonders die intensiv wirtschaftenden Grünlandbetriebe stark ein. Vor allem in roten Gebieten haben es Landwirte künftig schwerer, Vielschnittgrünland ausreichend zu düngen sowie die notwendigen Futterreserven anzulegen. Das zeigt die folgende Analyse der für Grünland wichtigen Punkte.

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Stoffstrombilanz: Achtung bei Phosphor!

Erst 2017 wurde der Nährstoffvergleich auf Basis der Feld-Stall-Bilanz für Milchviehbetriebe um die „Plausibilisierung“ erweitert. Mit den geplanten Änderungen soll die Feld-Stall-Bilanz mit den dazugehörigen Salden jetzt komplett entfallen. Viele Praktiker dürften das begrüßen – brachten doch gerade in Betrieben mit Tierhaltung die Salden wenig Hilfe für das betriebliche Nährstoffmanagement.

Anstelle der Feld-Stall-Bilanz soll nun  eine Aufzeichnungspflicht der Düngung binnen zwei Tagen  gelten. Zwar sollte jeder Betrieb eine Ackerschlagkartei führen, aber das enge Zeitfenster ist gerade für Familienbetriebe ohne Dokumentationssysteme zusätzlich herausfordernd. Zudem ist es kaum möglich, diese Dokumentation zu kontrollieren.

Unabhängig davon müssen weiterhin viele Landwirte (z. B. Betriebe mit mehr als 50 GV oder mehr als 2,5 GV/ha) eine Stoffstrombilanz erstellen. Die entsprechende...

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