Farm to Fork Strategie

EU-Kommission stellt Corona Bonus bei "Farm to Fork" und Biodiversitäts-Strategie in Abrede

Verschiebung, Verzögerung und Verunsicherung sind die Hoffnungen und Ängste der Landwirte. Die EU-Kommission hält bei Farm to Fork an deutlicher Reduktion beim Pflanzenschutz fest

Wer geglaubt hatte, dass die EU-Kommission im Sog der Corona-Krise von ihrem Flaggschiffprojekt des Europäischen Green Deal Abstand nimmt und die europäischen Landwirte zunächst schonen wolle, sieht sich seit dieser Woche eines Besseren belehrt.

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides und EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkeviceus machten im Agrarausschuss und im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments (EP) klar, dass der Agrarsektor sich auf eine nachhaltige Produktion und Erzeugung in Zukunft einstellen müsse.

Am Montag betonte Kyriakides im EP-Agrarausschuss, dass die EU-Kommission mit der Farm to Fork Strategie, "klare und ehrgeizige Ziele für einen nachhaltigeren Pflanzenschutzmitteleinsatz vorlegen" werde.

Dass die EU-Kommission eine Halbierung von riskanten und gesundheitsschädlichen Pflanzenschutzmitteln bis 2030 anstrebe, wollte die EU-Gesundheitskommissarin auf Nachfrage von Agri-Abgeordneten jedoch nicht bestätigen.

An den quantitativen Reduzierungszielen und den statistischen Grundlagen für die "Verminderung von Pestiziden", so Kyriakides, werde noch gearbeitet.

Kyriakides: "Corona-Krise darf keine Ausrede für eine Verschiebung sein"

Die Corona-Krise dürfe aber keine Ausrede für eine Verschiebung der Strategie sein, unterstrich Kyriakides. Eine Mehrheit der EU-Bürger erwarte, dass die europäische Landwirtschaft in Zukunft noch stärker nachhaltiger produziere.

Kyriakides knüpfte einen starken EU-Agrarhaushalt für den kommenden Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) an die Erreichung von ökologischen und gesundheitlichen Zielen: "Einen ambitionierten EU-Agrarhaushalt kann es für die Landwirtschaft nur geben, wenn sie sich im Einklang mit den Umwelt- und Klimazielen der EU befindet."

Trotz aller Verschiebungsforderungen hält die EU-Kommission an dem jetzt gesetzten Datum 20. Mai für die Verabschiedung und Vorstellung der "Farm to Fork"-Strategie fest, versicherte die EU-Gesundheitskommissarin gegenüber den Agrarpolitikern des EU-Parlaments.

Diese Position stieß bei etlichen EU-Abgeordneten indessen auf Kritik. Der italienische christdemokratische EU-Abgeordnete Herbert Dorfmann aus Südtirol bemängelte, dass das EU-Parlament keine ausreichende Zeit habe, sich mit dem für die Landwirtschaft entscheidenden Dossier für die Zukunft im Vorfeld parlamentarisch befassen zu können.

Häusling: "Ambitionierte Strategie muss in GAP-Reform eingearbeitet werden"

Der agrarpolitiche Koordinator der Grünen inm EU-Parlament, Martin Häusling, lobte hingegen die EU-Kommission, dass sie am Mai-Termin und einem ambitionierten Fahrplan festhalten wolle: "Die Farm to Fork Strategie muss entsprechend in die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) eingearbeitet werden", forderte Häusling in der Aussprache mit Kyriakides.

Auch die liberale EU-Abgeordnete Ulrike Müller aus Bayern von den Freien Wählern sieht die Zeit für einen Gezeitenwechsel in der EU-Agrarpoltik gekommen. Sie unterstützte die engagierten Positionen für eine Reduktion und Substitution von risikoreichem Pflanzenschutz.

Mortler: "Landwirte müssen die geplanten Auflagen alleine tragen"

Die bayerische CSU-Europaabgeordnete Marlene Mortler reihte sich hingegen in die Fraktion der Bedenkenträger ein und forderte eine Verschiebung des Termins: "Die Landwirte müssen die geplanten Auflagen ganz alleine tragen und können die Kosten nicht abwälzen", führte die CSU-Europaabgeordnete an.


Diskussionen zum Artikel

von Peter Schmid

EU Kommision,welch ein Hampelmannverein

was will man von den EU-Bürokraten schon erwarten,keine Ahnung und großes Geschrei,aber selber ihre Taschen voll stopfen bis zum Anschlag,aber was will man schon erwarten ......fast alle ein Gesindel.

von H. Bogen

Handelsabkommen?

Importiert werden darf dann aber auch nur noch was unter genauso strengen Auflagen erzeugt wurde. Das würde das Angebot ganz schnell verringern.

von Hans Spießl

Subventionen

Hoffentlich geht das Geld aus. Das wäre noch weit wichtiger als Glyphosat, wobei diese Gesellschaft derzeit nix besseres Verdient hat. Subventionsabbau müsste oberste Priorität haben. Um Knappheiten die wir bedingt durch die ... mehr anzeigen

von Hartmut Kümmerle

Man hätte auch was aus der Corona Kriese lernen können !

Zur Zeit macht sich die Politik berechtigt Gedanken wie man System Relevante Industrien schützen bzw, fördern kann (Medikamente/Masken etc). Bei der Landwirtschaftlichen Produktion hat man anscheinend nur die Produktion Reduktion im Blick. Die nächste Krise kommt bestimmt......... und ... mehr anzeigen

von Hans Spießl

Corona ist nur der Anfang alleine die derzeitigen Steuerausfälle werden den EURO und die EU in absehbarer Zeit zerstören. Dann derzeit ist Ursula und KK wieder stark am Kriegstreiben blos da kommt nix in die Medien..........

von Martin Siekerkotte

Katastrophe

Bei jedem Freihandelsabkommen werden alle Standards über bord geworfen wie im alten ROM Brot u spiele

von Hans Spießl

Brot und Spiele wird bald vorbei sein

von Wilhelm Grimm

Unverantwortliches Gesülze.

Und Häusling natürlich auch dabei.

von Diedrich Stroman

Unverantwortlich!

Die Landwirte werden auf den Kosten sitzen bleiben? Sagt doch alles! Früher gab es Kriege und alle fingen von vorne an, das erledigt im 20igsten Jahrhundert die Bürokratie und hinterläst ein Trümmerfeld!!

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