EU-Landwirte diskutierten über Glyphosat

Landwirte aus der ganzen EU trafen sich heute mit EU-Kommissar Andriukaitis, um vor den immensen Kosten zu warnen, die auf die Landwirte und Verbraucher zukämen, wenn die Zulassung des Herbizid-Wirkstoffs Glyphosat nicht für weitere 15 Jahre verlängert würde. Hier die Statements einiger Vertreter...

Landwirte aus der ganzen EU trafen sich heute mit EU-Kommissar Andriukaitis, um vor den immensen Kosten zu warnen, die auf die Landwirte und Verbraucher zukämen, wenn die Zulassung des Herbizid-Wirkstoffs Glyphosat nicht für weitere 15 Jahre verlängert würde.
 
Guy Smith, ein britischer Landwirt und Mitglied der NFU, sagte: „Glyphosat ist das in der EU meistverwendete Herbizid. Ich setze es in meinem Betrieb seit 40 Jahren ein, um hochwertiges Brotgetreide zu produzieren. Insbesondere die Anwendung vor der Ernte sichert höchste Qualität für Brot und spart sowohl Geld als auch CO2-Emissionen im Vergleich zur Trocknung des Getreides nach der Ernte.  Der Verlust von Glyphosat würde allein die Wirtschaft des Vereinigten Königreichs jährlich 630 Mio. Euro kosten, was uns im Vergleich zu Landwirten in Nicht-EU-Ländern, die leichten Zugang zu diesen Instrumente haben, weniger wettbewerbsfähig machen würde.“
 
Der französische Landwirt Christian Durlin von der FNSEA unterstützte diese Aussage mit den Worten: „Dank Glyphosat kann ich zur richtigen Zeit ernten und verfüge über eine optimale Produktion, die der Nachfrage nach hochqualitativen Erzeugnissen für den Export entspricht. Auf diese Weise wahre ich meine Wettbewerbsfähigkeit. Dies ist insbesondere mit Blick auf die zunehmende Marktvolatilität und die extremen Wetterphänomene von Bedeutung, die wir aktuell erleben.“
 
Mit Blick auf die ökologischen Kosten betonte der finnische Getreideerzeuger Max Schulman von MTK: „Ich baue seit 1992 meine Braugerste im Direktsaatverfahren an – einer nachhaltigen landwirtschaftlichen Praktik, die ich unter Einsatz von Glyphosat kosteneffizient nutzen kann, um sicherzustellen, dass mein Boden in gutem Zustand ist. Gemeinsam mit Zwischenkulturen handelt es sich hierbei um ein wichtiges Instrument, um Bodenerosion vorzubeugen und Treibhausgasemissionen zu reduzieren.“
 
Der deutsche Landwirt Bernhard Conzen vom DBV betonte im Anschluss daran die Bedeutung von Glyphosat in der Fruchtfolge, um den guten Zustand des Bodens zu erhalten. „Auf diese Weise kann ich im Frühjahr Zuckerrüben direkt nach einer Zwischenfrucht anbauen und Bodenerosion vermeiden“, so Conzen. „Ohne Glyphosat bräuchte ich zusätzliche 20-30 Liter Treibstoff pro Hektar, um das Land mechanisch zu bestellen. Dies würde auch 15 bis 18 Stunden mehr Arbeitszeit pro Hektar bedeuten, um dasselbe Ergebnis zu erreichen.“
 
Abschließend betonte der Generalsekretär von Copa und Cogeca, Pekka Pesonen: „Auf der Grundlage des einstimmigen Mandats aller Mitglieder von Copa & Cogeca fordern wir eine Verlängerung der Zulassung von Glyphosat für die nächsten 15 Jahre. Landwirte brauchen kosteneffiziente, nachhaltige Instrumente zur Gewährleistung sicherer, verlässlicher und erschwinglicher Lebensmittel. Wir unterstützen die Arbeit der EFSA. Diese hat ein positives Gutachten zu Glyphosat erstellt, dem man folgen sollte. Daher rufen wir die Mitgliedstaaten dazu auf, für diese Zulassung zu stimmen. Ohne Glyphosat würden die Lebensgrundlage der Landwirte und die Lebensmittelproduktion gefährdet, da keine Alternative zu diesem Wirkstoff existiert.“

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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