Hinweise auf direkten Zusammenhang zwischen Düngung und Artenschwund

Hohe Stickstoffkonzentrationen in den Wirtspflanzen sollen zu einer stark erhöhten Sterberate bei Schmetterlingsraupen führen.

Raupe (Bildquelle: angieconscious / pixelio.de)

Zwischen der Stickstoffdüngung landwirtschaftlicher Nutzpflanzen und dem Rückgang vieler Schmetterlingsarten besteht ein direkter Zusammenhang. Dafür sprechen zumindest die Ergebnisse einer aktuellen Verbundstudie der Universitäten Osnabrück, Bayreuth und Potsdam.

Demnach führen hohe Stickstoffkonzentrationen in den Wirtspflanzen zu einer stark erhöhten Sterberate bei Schmetterlingsraupen. Um den Einfluss der Düngung zu untersuchen, seien die Überlebensraten der Raupen von sechs weit verbreiteten Tag- und Nachtfalterarten unter verschiedenen Düngeszenarien dokumentiert worden, erläuterten die Forscher ihr Vorgehen.

Dabei hätten die Stickstoffgaben den in der mitteleuropäischen Landwirtschaft aktuell üblichen Düngemengen entsprochen. Im Ergebnis habe die Düngung zu einer Zunahme des Stickstoffgehalts in den Wirtspflanzen und gleichzeitig zu einer deutlich erhöhten Mortalitätsrate der Schmetterlingsraupen aller Modellarten geführt. Daraus sei auf eine direkte Beeinflussung des Schmetterlingssterbens durch die Düngung zu schließen. Die Studienergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Oecologia“ veröffentlicht.

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Diskussionen zum Artikel

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von Erwin Schmidbauer

Mal anders betrachtet

Normalerweise will der Landwirt keine Wirtspflanzen auf seinem Acker, Ausnahme könnte vielleicht noch Dauergrünland sein. Genauso will er keine Raupen, wenn und weil sie als Schädlinge auf seinen Früchten agieren. Das würde bedeuten: Stickstoffdüngung verringert den Schädlingsdruck???? Verwundert mich jetzt etwas. Aber noch mal anders betrachtet. Wenn dem so ist, müsste man eigentlich nur den Stickstoffeintrag in die Atmosphäre verringern und gleichzeitig den Eintrag (Fehlwürfe an Dünger oder ähnliches) in Blühstreifen und Naturschutzflächen beenden. Ausserdem würde das bedeuten: ausgemagerte, dauerhafte Blühflächen sind besser als jährlich woanders angelegte Flächen. Forschung bringt auch Lösungsmöglichkeiten, wenn man etwas nachdenkt.

von Gerhard Steffek

Tja, wie es halt mal so ist -

entweder Futter satt, oder wir haben dann wieder Hans Schmal als Küchenmeister. Alles hat seinen Preis. Na ja, der eine oder andere wird sich dann vielleicht seinen zweiten oder dritten Urlaubsflug abschminken müssen, wenn die Scheibe Brot wieder teurer wird. Aber darauf muß man erst einmal kommen, daß die ständigen Bestrebungen den deutschen Bürgern einen vollen Teller zu garantieren Schuld am Artensterben wäre, durch zu viel Düngung deren Futterpflanzen. Quintessenz ist letztendlich, will man die Schmetterlinge retten, darf nicht mehr so viel gedüngt werden. Weniger Düngung ist weniger Ertrag ist gleich weniger auf dem Teller oder teurer, will ja auch keiner. Es müßte ja nur auch mal so gesagt werden. So wie es hier dargestellt wird, ist es nur wieder der "böse Bauer".

von Wilhelm Grimm

TA hat mal wieder

keine Lust !

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