Dürre

Landwirte kritisieren späte Freigabe der Vorrangflächen

Wegen der Dürre sollen in einigen Regionen die ökologischen Vorrangflächen auch zur Futterversorgung genutzt werden dürfen. Für Landwirte im Osten kommt das zu spät.

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Der Sächsische Landesbauernverband begrüßt beabsichtigte Freigabe von ökologischen Vorrangflächen für Futternutzung. „Das dritte Dürre-Jahr in Folge hat die Futterversorgung für viele unserer tierhaltenden Betriebe extrem erschwert“, sagt Hans-Uwe Heilmann, Vizepräsident des Sächsischen Landesbauernverbandes.

Als „bedauerlich“ bezeichnet er jedoch die Tatsache, dass diese Möglichkeit zur Futtergewinnung erneut erst so spät in Betracht gezogen wird. „Mit jedem Tag des Wartens wird die Futterqualität von diesen Flächen zunehmend schlechter“, so Heilmann weiter. Von der Europäischen Union erwartet er zukünftig deutlich schnellere Reaktionen und mehr Flexibilität, wenn es um die Bewältigung akuter Situationen geht.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hatte Ende vergangener Woche Änderungen zu Gunsten der Futternutzung von ökologischen Vorrangflächen in Aussicht gestellt. Die Verordnungen sollen kurzfristig abgestimmt und dann dem Bundesrat zur Zustimmung vorgelegt werden.

Konkret werden die Länder dadurch ermächtigt, allgemein oder im Einzelfall Gebiete mit witterungsbedingtem Futtermangel auszuweisen. In diesen Gebieten können die Landwirte dann Flächen mit Zwischenfruchtanbau oder Gründecke – die bei Beantragung der Direktzahlungen als im Umweltinteresse genutzte Flächen ausgewiesen wurden – für Futterzwecke (Schnittnutzung und Beweidung) nutzen.

Stefanie Awater-Esper Stefanie Awater-Esper

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