Landwirtschaft verantwortlich: Wissenschaftler fordern mehr Insektenschutz bei GAP-Reform

Maßnahmen zum Schutz von Insekten müssen prioritär bei der Landwirtschaft ansetzen, um großflächig wirksam zu werden. Dazu zählt eine Stärkung des integrierten Pflanzenschutzes und damit die Reduzierung des Einsatzes von Pflanzenschutz- und Düngemitteln, sagt Prof. Manfred Niekisch vom Sachverständigenrat SRU.

Libelle: Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) und der Wissenschaftliche Beirat für Biodiversität und Genetische Ressourcen (WBBGR) haben eine gemeinsame Stellungnahme zum Schutz der Insekten in Deutschland veröffentlicht. (Bildquelle: Kurt F. Domnik / pixelio.de)

Maßnahmen zum Schutz von Insekten müssen prioritär bei der Landwirtschaft ansetzen, um großflächig wirksam zu werden. Dazu zählt eine Stärkung des integrierten Pflanzenschutzes und damit die Reduzierung des Einsatzes von Pflanzenschutz- und Düngemitteln. Das sagte Prof. Manfred Niekisch, stellvertretender Vorsitzender des Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU).
 
Die dramatische Abnahme der Insekten in Deutschland ist seiner Meinung nach klar belegt und sei insbesondere eine Folge der derzeitigen Formen der Landnutzung mit ihren vielen schädigenden Auswirkungen auf die Natur.
 
Das sieht auch Prof. Peter Feindt, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats für Biodiversität und Genetische Ressourcen (WBBGR) so. Er fordert die EU-Agrarminister auf, bei der anstehende Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik Maßnahmen für den Insektenschutz zu beschließen. „Insbesondere sollte es darum gehen, die flächenbezogenen Direktzahlungen stärker mit Landschaftsvielfalt zu verknüpfen. Grundsätzlich muss mehr Geld für standortangepasste Maßnahmen in den Betrieben und für die Koordination einer insektenfreundlichen Landschaftsgestaltung in den Regionen zur Verfügung stehen“, so Feindt. Maßnahmen sollten dabei so ausgestaltet werden, dass sie sowohl dem Insektenschutz dienen als auch die Landwirte für eine naturverträglichere Landwirtschaft stärker entlohnen.
 
Die beiden Räte sprechen sich dafür aus, als wichtigen Bestandteil eines wirksamen Programms zum Insektenschutz ein bundesweit abgestimmtes Monitoring einzuführen. Dieses müsse die Bestandsentwicklung dokumentieren und Rückschlüsse auf die Ursachen von Veränderungen zulassen.

Download Stellungnahme „Für einen flächenwirksamen Insektenschutz“

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Wilhelm Grimm

Der NABU hat nicht nur ein eigenes Ministerium

sondern auch ei riesiges Netzwerk und eine Strategie. Der DBV hat nichts ????? WARUM NICHT ?

von Bernd Croonenbroek

Machen Sie den Selbsttest

von den Außenleuchten das Glas abnehmen, und am nächsten Tag schauen wie viele Tausende Insekten dort Tot liegen. Ich Wette das es in Nordkorea kein Insektensterben gibt !!!!! keine Autos und kein Licht !!!!

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