Mais: Wo hat der Anbau seine Grenzen? Premium

Als Blattfrucht nimmt der Mais bei vielen Landwirten eine tragende Rolle in der Fruchtfolge ein. Mancherorts wird die Anbauintensität aber auch auf die Spitze getrieben. Prof. Dr. Thomas Miedaner von der Universität Hohenheim in Stuttgart zeigt, dass eine nachhaltige Produktion auch beim Mais immer wichtiger wird.

Wenn nach der Weizenaussaat noch so viele Maisstoppeln und -wurzeln an der Oberfläche liegen, ist die Infektionskette für Fusarium-Arten geschlossen und der Erreger hat leichtes Spiel. (Bildquelle: Miedaner)

Als Blattfrucht nimmt der Mais bei vielen Landwirten eine tragende Rolle in der Fruchtfolge ein. Mancherorts wird die Anbauintensität aber auch auf die Spitze getrieben. Prof. Dr. Thomas Miedaner, Landessaatzuchtanstalt der Universität Hohenheim in Stuttgart, zeigt, dass eine nachhaltige Produktion auch beim Mais immer wichtiger wird.   Mais ist in den vergangenen Jahren für viele Betriebe zu einer tragenden Säule der gesamten Produktion geworden. Er ist als Körner-, Silo- und Energiemais vielseitig verwendbar und hochproduktiv, wie der ungebrochene Ertragsfortschritt bei Körnermais in der Praxis zeigt (Grafik). Mit 1,14 dt pro ha und Jahr liegt er mehr als doppelt so hoch wie bei Weizen. Aufgrund der Verwendung als Biogassubstrat stieg die Maisanbaufläche seit 2002 von 1,5 auf 2,5 Mio. ha. Und so wurde Mais zur zweitwichtigsten Fruchtart in Deutschland. Ertragszuwachs von Körnermais in der Praxis (1990 bis 2017)   Allerdings hat man in Regionen wie Südbaden, dem Münsterland oder in Teilen Bayerns inzwischen den Eindruck, dass dort nur noch Mais wächst. Hier findet sich in einigen Landkreisen tatsächlich ein Maisanteil von mehr als 50 %. Und das oft in jahrelanger Monokultur. Da stellt sich schon die Frage: Wie viel Mais geht eigentlich noch?   Krankheitsdruck nimmt zu   Mais ist eine Kulturart, die zu den Gewinnern des Klimawandels zählt: Zunehmende Wärme kommt ihm als C4-Pflanze entgegen und erhöht seine Produktivität weiter – solange genügend Wasser zur Verfügung steht. Mais ist zwar sehr wassereffizient, aber vor allem auf leichteren Böden ist Trockenstress auch bei uns in einzelnen Jahren ein Thema, so etwa 2010 im Nordwesten oder 2013 in ganz Deutschland.   Schwerwiegender sind die Auswirkungen von Krankheiten. Noch vor zwanzig Jahren gab es da nicht viel zu berichten, Stängelfäule hatten die Züchter ganz gut im Griff, Maisbeulenbrand tritt nur fallweise auf und der Maiszünsler war auf die wärmsten Anbaugebiete beschränkt. Das hat sich heute gründlich geändert. Mais zählt zwar immer noch zu den Kulturen mit den wenigsten Pflanzenschutzanwendungen, aber der Maiszünsler hat sich bis Mecklenburg-Vorpommern ausgebreitet, der Maiswurzelbohrer ist in Teilen Badens und Bayerns inzwischen fest etabliert, und die Turcicum-Blattdürre ist vielerorts zur wichtigsten Blattkrankheit geworden. Verfolgt man die Untersuchungen der Phytopathologie- Lehrstühle in Göttingen und Kiel, dann finden sich auf deutschen Maisbeständen noch mindestens sechs weitere Blattkrankheiten (Übersicht).   Am häufigsten treten die Turcicum-Blattdürre bundesweit auf und im Norden vor allem die Augenfleckenkrankheit, teilweise auch die Carbonum-Blattdürre. Dabei haben die Erreger der anderen beiden Krankheiten geringere Temperaturansprüche als der Erreger der Turcicum-Blattdürre. Hinzu kommt vor allem im Süden der ebenfalls wärmebedürftige Maisrost. Diese Krankheiten sind also bei uns etabliert, von den anderen Krankheiten gibt es bisher nur vereinzelte Funde. Und dann kommen in feuchten Jahren zur Blüte noch die Kolbenfusariosen hinzu, die von mehreren Fusarium-Arten verursacht werden. So entstanden im Jahr 2014 außergewöhnlich hohe Mykotoxinwerte im Mais. Auf deutschen Äckern gefundene Blattkrankheiten bei Mais   Bodenbearbeitung würde helfen   Die Bekämpfung dieser pilzlichen Krankheiten mit Fungiziden ist umstritten und die Mehrerträge, die nach Einsatz der Mittel entstehen, überzeugen vielfach nicht. Es wäre auch nicht ...

Weiterlesen mit PREMIUM
Jetzt 30 Tage gratis testen
Mehr erfahren

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

Schreiben Sie Alfons Deter eine Nachricht

Einbruch auf Hof Röring: 900 Mastschweine verenden

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

von Heinrich Roettger

Der Mais wird Fläche gewinnen

Mais ist bei konventionellen und ökologischen Betrieben die leistungsfähigste Feldfrucht. Der Anbau wird zunehmen.

von Reinhard Matzat

Die derzeitige Situation der Pflanzenschutzmittel, insbesondere die Verweigerung der Neuzulassung neuer Innovativer Wirkstoffe seitens der Regierung und NGO´s werden die Maisanbaufläche auf keinen Fall sinken lassen!!!! Ich glaube eher das es eine weitere Flächenausdehnung geben wird! Selbst bei mir steht der Raps sehr tief auf der roten Liste aufgrund fehlender Pflanzenschutzmittel und wird dem Mais wohl Platz machen!!!!!!

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen