Insekten und Vögel tot?

Nach Falschbehauptung zu Glyphosat: Siegesmund besucht Agrarbetrieb

Thüringens grüne Agrarministerin Siegesmund hatte behauptet, durch den Glyphosateinsatz auf dem Agrarbetrieb Kerspleben seien alle Insekten und Vögel verschwunden. Nun nahm sie ein Einladung an.

Die Thüringer Umweltministerin Anja Siegesmund hat am Donnerstag die Agrargenossenschaft Kerspleben besucht, um sich vor Ort über die Anwendungsregelungen von Glyphosat informieren zu lassen. Anlass des Besuches war ein offener Brief der Agrargenossenschaft an die Ministerin, in dem die Aussage Siegesmunds während einer Bundesratssitzung am 12. April kritisiert worden war.

Die Ministerin hatte im Bundesrat behauptet, dass auf den Flächen der Agrargenossenschaft infolge des Einsatzes von Glyphosat alle Insekten und Vögel (Lerchen) verschwunden seien. „Die Aussage der Ministerin entbehrt jeder fachlichen und sachlichen Grundlage“, so Katrin Hucke, Hauptgeschäftsführerin des Thüringer Bauernverbandes. Aus diesem Grund wandte sich die Agrargenossenschaft an die Umweltministerin mit der Bitte, sich vor Ort über die Tatsachen zu informieren und sich nicht ohne ausreichend Expertise eingeholt zu haben, in der Öffentlichkeit zu äußern.

„Durch derartige falsche Aussagen werden Betriebe diffamiert, die sich wie hier in Kerpsleben, vorbildhaft für den Erhalt von Flora und Fauna einsetzen. So zerstört man das Vertrauen in die heimischen Landwirte“, so Hucke weiter.

Während des Treffens wurden der Umweltministerin die Beweggründe des Einsatzes von Glyphosat auf der bezeichneten Fläche dargelegt. Vor allem der Zielkonflikt zwischen Boden- und Insektenschutz wurde hierbei aufgezeigt. So resultiert die Entscheidung über den Einsatz von Glyphosat auch aus Bemühungen zum Bodenschutz. Die erosionsarme Bewirtschaftung durch den Verbleib von Pflanzenmaterial auf dem Acker sowie der nicht wendenden Bodenbearbeitung sind hierfür bewährte Maßnahmen im Ackerbau.

Nicht vergessen werden darf zudem, dass die Landwirtschaft im Spannungsfeld des Weltmarktes und der Vermarktung der erzeugten Produkte arbeitet. Ein weniger an regionalen Produkten infolge eines Verzichts auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln muss durch Importe kompensiert werden. Dieses Ergebnis steht im Widerspruch zu der von der Umweltministerin gewollten Förderung regional erzeugter Lebensmittel.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Ralf Heise

Das Netz vergißt nie.

Es ist zwar lobenswert, dass sie sich vor Ort die Praxis und Realität zeigen lässt, aber ihre erste Äußerung ist im Netz und den Medien und kommt da selbst nach einem Dementie nicht wieder raus und jeder der es gebrauchen kann, wird es künftig für seine Interessen nutzen. Siehe die Meldung über den Verlust von 75% aller Insekten. Sie wurde dementiert und taucht bis heute ungeprüft in allen möglichen Medien immer wieder auf.

von Wilhelm Grimm

Alle Achtung, sie kommt !

Sagen muss sie jetzt etwas, so oder so oder sie vergewaltigt den Konjunktiv.

von Hans-Heinrich Meyer

Abflämmen

Auf der Internetseite der Grünen zum Thema Glyphosat steht als Alternative das Abflämmen. Man stelle sich einmal vor 50% der mit Glyphosat behandelten Fläche würde abgeflämmt und die andere Hälfte wird intensiv mechanisch bearbeitet. Grausig!! Da gibts keine Feldlerche und auch keinen Kiebitz mehr. Außerdem wird das Bodenleben stark beeinträchtigt. Und zu guter letzt, wird es für uns Landwirte und damit auch für die Gesellschaft wesentlich teuer und auch gefährlicher, denn die Waldbrände werden steigen.

von Klaus Goller

Ganz einfach

Nichts. Wenn sie zugibt, sachlich und fachlich informiert zu sei, kann sie nicht mehr polemisieren und hetzen.

von Lars Henken

Und?

Und was hat Frau Siegesmund danach gesagt?

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