Raps-Checkliste Oktober

Die Vegetation nähert sich langsam aber sicher dem Ende. Daher sollten die Bestände jetzt noch einmal kontrolliert werden, um ggf. noch letzte Herbstmaßnahmen durchzuführen, erklärt Rainer Kahl von RAPOOL-RING Die Rapsbestände präsentieren sich breit gefächert.

Die Vegetation nähert sich langsam aber sicher dem Ende. Daher sollten die Bestände jetzt noch einmal kontrolliert werden, um ggf. noch letzte Herbstmaßnahmen durchzuführen, erklärt Rainer Kahl von RAPOOL-RING

Die Rapsbestände präsentieren sich breit gefächert von üppig/überwachsen mit 10 Laubblättern bis hin zu verzettelt/spät aufgelaufen Beständen im 2-Blatt-Stadium.

Welche Kontrollen stehen an?

  • Wachstumsregler/Fungizid notwendig?
  • Schädlingsdruck beurteilen
  • Düngungsmaßnahmen vor Winter erforderlich?
  • Unkrautkontrolle

Beurteilung Wachstumsregler/Fungizid

Während die Bestände sich sehr unterschiedlich in ihrer Gesamtentwicklung präsentieren, sorgt die feucht-warme Oktoberwitterung für anhaltend gute Phoma-Infektionsbedingungen. Es sollte daher für alle Rapsbestände noch eine fungizide Maßnahme eingeplant werden, sofern nicht innerhalb der letzten 14 Tage bereits einmal gegen Phoma behandelt wurde. Mittelwahl und Aufwandmenge richten sich dabei nach Witterung, Blattanzahl und Sorte.

Üppige, wüchsige Beständen müssen noch einmal kräftiger eingekürzt werden. Bei kleinen, schwachen Rapsen steht hingegen die fungizide Wirkung der Produkte mit mittleren Aufwandmengen im Vordergrund.

Schädlingsdruck beurteilen

Im Norden sind es verbreitet die Kohlfliegen, im Süden und Westen sehr häufig Schnecken sowie die Rübsenblattwespe, und in ganz Deutschland  herrscht ein teilweise sehr starker Erdfloh-Druck. Der Befall muss schlagspezifisch beurteilt werden, denn selbst in Regionen mit starkem Befall gibt es auch deutlich gesündere Schläge. Eine genaue Kontrolle auch innerhalb des Schlags ist daher wichtig.

Düngungsmaßnahmen vor Winter erforderlich?

Weit entwickelte Bestände beginnen teilweise auf N-Mangel zu zeichnen. Typische Symptome sind Gelbfärbung (bei Trockenheit eher rötlich) und Absterben älterer Blätter. Insbesondere in pfluglos bestellten Flächen bzw. bei hohen Strohmengen der Vorfrucht können diese Symptome beobachtet werden. Für solche Beständen sollten Sie noch bis Ende Oktober (Beginn Sperrfrist) eine kleine N-Gabe von ca. 20 bis max. 40 kg N/ha vorsehen.

Diese Gabe dient nicht der Förderung des Herbstwachstums, sondern soll die Pflanze gut ernährt über den Winter bringen. Sie erhöht so die Flexibilität beim Termin der ersten N-Düngung im Frühjahr und kann voll auf die Höhe der Frühjahrs-N-Düngung angerechnet werden. Wichtig ist bei allen N-Gaben im Oktober, die Winterhärte nicht zu gefährden. Daher sollten nitrathaltige N-Dünger vermieden und besser amid- oder ammoniumhaltige Düngerformen gewählt werden.

Schwache und spät gesäte Bestände sind in der Regel bereits im September mit 30 bis 40 N angeschoben worden und damit bezüglich N noch ausreichend versorgt.

Zu Vegetationsende empfiehlt sich die Bestimmung der N-Aufnahme als Orientierung für die Höhe der N-Frühjahrsdüngung. Wenn Sie nicht über Sensortechnik verfügen, können Sie hierzu auch Hilfsmittel wie die Yara-App ImageIT oder die Rapool N-Waage nutzen.

Falls noch nicht geschehen, sollten Sie die Mikronährstoffversorgung (ca. 200 g Bor sind im Herbst sinnvoll) sicherstellen. Auf leichten, auswaschungsgefährdeten Böden kann die Mg- und S-Versorgung durch etwas Bittersalz verbessert werden.

Unkrautbekämpfung

Zur Unkraut- und Ungrasbekämpfung während der „Vegetationsruhe“ können laut dem Berater z.B. Kerb Flo (400 g/l Propyzamid) oder das neu zugelassene Herbizid Milestone (500 g/l Propyzamid + 5,3 g/l Aminopyralid) eingesetzt werden.

Kerb Flo wirkt auch gegen resistenten Ackerfuchsschwanz und Trespen bzw. dient der Resistenzvermeidung! Gegen AFU volle Aufwandmenge 1,875 l/ha einsetzen. Der Einsatz ist mit Bodenfeuchtigkeit und/oder nachfolgendem Regen von Vorteil, da gerade bei frohwüchsigen Rapsbeständen der Bodenwirkstoff von den Blättern abgefangen werden kann. Optimal sind 250 l/ha Wasser, Luftfeuchtigkeit > 60 %. Auf feintropfige Applikation achten. Schlechte Benetzung kann zu Minderwirkungen führen.

Milestone ist nach Herstellerangaben ein Herbizid (maximale Aufwandmenge 1,5 l/ha) zur Bekämpfung von Ungräsern, Ausfallgetreide und Unkräutern wie Kamille-Arten, Kornblume und Klatschmohn. Der optimale Anwendungstermin liegt ab Ende Oktober (BBCH 14), wenn die Bodentemperatur unter 10 °C liegt, bis Mitte Dezember. Zur optimalen Wirkung ist ein feuchter Boden mit feinkrümeliger Bodenstruktur vorteilhaft. Milestone kann auch auf gefrorenen, aber schneefreien Boden gespritzt werden. Die Wirkung, vor allem gegen Gräser, wird erst mit beginnender Vegetation im Frühjahr sichtbar.

Hinweis: Für die RAPOOL-RING-Empfehlung übernimmt top agrar keine Gewährleistung und Haftung!

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